Wir sprechen mit dem "Herr der Ringe"-Star über seine Rolle in dem 3D-Vampir-Actioner "Priest", die Vorzüge von 3D und Blutsauger, die Menschen durch einen Biss zu ihren Sklaven machen.

Scott Stewarts 3D-Actioner „Priest“, eine Verfilmung des gleichnamigen Mangas von Min-Woo Hyung, handelt von einem Priester (Paul Bettany), dessen Aufgabe es einst war, die Menschheit vor Vampiren zu schützen. Inzwischen ist die Plage besiegt und der Kampfmönch wurde von seiner Kirche aufs Abstellgleis geschoben. Erst als seine Nichte von Vampiren gekidnappt wird, kehrt er gegen den Willen der Kirchenoberen aus dem Ruhestand zurück, um noch einmal gegen die Blutsauger ins Feld zu ziehen. Diese werden angeführt von dem mysteriösen Black Hat (Karl Urban), der einst selbst gegen die Vampire kämpfte, bevor er zu einem der ihren wurde.
FILMSTARTS: „Priest“ ist eine sehr freie Adaption der gleichnamigen Graphic Novel des südkoreanischen Künstlers Min-Woo Hyung. Hast du dich bei der Entwicklung deines Charakters eher von den Bildern des Comics oder von Cory Goodmans Skript inspirieren lassen?
Karl Urban: Zunächst einmal habe ich mich an der Hintergrundgeschichte meiner Figur im Drehbuch orientiert. Aber wenn man eine Graphic Novel als Vorlage hat, dann greift man deren Stil natürlich auch auf und lässt ihn in den Look der Charaktere einfließen.
FILMSTARTS: Jeder Film, der sich mit Vampiren beschäftigt, modifiziert den klassischen Mythos ein wenig. Was ist das Spezielle an „Priest“, soweit es die Vampire betrifft?
Karl Urban: Die meisten Vampire in „Priest“ erinnern an Kreaturen, wie man sie eher in Monsterfilmen oder Fantasy-Produktionen wie „Der Herr der Ringe“ erwarten würde. Mein Charakter ist der erste menschliche Vampir, also zumindest in der Welt des Films etwas völlig Neues. Ich glaube, am Ende vereinen wir ganz einfach das Beste beider Welten: Auf der einen Seite die Vampire, die wie Tiere in Höhlen hausen. Und mit Black Hat bieten wir einen der wohl ersten Cowboy-Vampire überhaupt.
FILMSTARTS: Gibt es denn irgendwelche Vorbilder für die Vampire in „Priest“ oder sind sie vollkommen originär?
Karl Urban: Die Frage müsstest du eigentlich unserem Regisseur Scott Stewart stellen, ich habe aber solche kreaturenartigen Vampire wie in unserem Film sonst noch nirgendwo gesehen. Aber natürlich habe ich nicht jeden Vampirfilm gesehen, der je gedreht wurde. Zumindest mein Charakter wurde aber nicht mit irgendwelchen vampirtypischen Fähigkeiten ausgestattet. Er verfügt also weder über übermenschliche Kräfte, noch kann er seine Opfer mit seinem Blick hypnotisieren.
Cast und Regisseur von "Priest" auf der Comic Con.
FILMSTARTS: Der Look von „Priest“ ist halb futuristisch, halb mittelalterlich. Gab es viele Sets oder ist das alles vor einer Green Screen entstanden?
Karl Urban: Eine Menge der Sets wurden wirklich gebaut. Wir hatten ein tolles Produktionsteam. Natürlich gab es auch einige Green-Screen-Aufnahmen, aber zum Beispiel die Vampirhöhlen, der Zug oder die Westernstadt wurden tatsächlich errichtet.
FILMSTARTS: „Priest“ wurde ursprünglich in 35mm gedreht. Wie kam es zu der Entscheidung, ihn nun doch in 3D herauszubringen?
Karl Urban: Wir haben den Film in 35mm gedreht, weil wir zunächst davon ausgingen, dass der Film auch in 3D in die Kinos kommen wird. Als der Film dann fertig war, haben der Regisseur und die Produzenten jedoch festgestellt, wie sehr sich das Material für 3D anbietet. Also haben sie sich mehr als ein Jahr Zeit genommen, um diese unglaubliche visuelle Erfahrung zu erschaffen, die nun in die Kinos kommt.
FILMSTARTS: Black Hat will Priest ja nicht umbringen, sondern ihn für den Kampf gegen die verlogenen Kirchenoberen gewinnen. Ist das also einer dieser Charaktere, von dem man bis zum Ende nicht weiß, ob er nun gut oder böse ist? Oder ist Black Hat doch eher ein klassischer Antagonist?
Karl Urban: Gute Frage. Mich hat an der Figur angesprochen, dass es sich bei Black Hat um einen gefallenen Helden handelt. Genau wie der Charakter von Paul Bettany war auch er einst ein Priester, die beiden waren praktisch wie Brüder. Sein Job war es, die Menschheit vor der Vampir-Plage zu beschützen. Doch dann fällt er eines Tages im Kampf und verwandelt sich ausgerechnet in das, was er zuvor immer bekämpft hat. Ich denke, das ist ein sehr spannender Ausgangspunkt für einen Charakter.
FILMSTARTS: Wenn Black Hat der erste menschliche Vampir ist, was passiert dann normalerweise mit Menschen, die in „Priest“ von einem Vampir gebissen werden?
Karl Urban: Je nachdem, wie viel Blut sie dabei verlieren, sterben sie entweder, oder sie verwandeln sich in sogenannte Familiars, die anschließend von den Vampiren wie Sklaven gehalten werden. Aber die meisten Gebissenen enden ganz simpel als Vampirfutter.