Heute Abend öffnen die 19. Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg im Streit´s Kino an der Innenalster ihre Pforten. Vom 21. – 26. Oktober 2008 gilt es dann wieder, sechs Tage lang queeres Kino aus aller Welt (neben den üblichen Verdächtigen sind in diesem Jahr auch Filme aus dem Iran, Island, Mexiko und Tschechien vertreten) zu entdecken. Den Auftakt macht der schwarzhumorige Thriller „Cuecatown“ aus Spanien: In jeder Großstadt gibt es ein schwules Szeneviertel. In Madrid heißt es Chueca. Der Immob
Von Christoph Petersen
Heute Abend öffnen die 19. Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg im Streit´s Kino an der Innenalster ihre Pforten. Vom 21. – 26. Oktober 2008 gilt es dann wieder, sechs Tage lang queeres Kino aus aller Welt (neben den üblichen Verdächtigen sind in diesem Jahr auch Filme aus dem Iran, Island, Mexiko und Tschechien vertreten) zu entdecken. Den Auftakt macht der schwarzhumorige Thriller „Cuecatown“ aus Spanien: In jeder Großstadt gibt es ein schwules Szeneviertel. In Madrid heißt es Chueca. Der Immobilienmakler Victor sähe es gerne, wenn hier tatsächlich nur noch gutverdienende Schwule leben würden. Allerdings machen ihm einige ältere Damen, die partout nicht wegziehen wollen, einen Strich durch die Rechnung. Doch Victor hat seine Mittel und Wege…
Wer jetzt Lust bekommen hat, sich den Film spontan anzusehen, hat leider Pech gehabt. Die Eröffnung ist wie jedes Jahr bis auf den letzten Platz ausverkauft. Aber das macht gar nichts. Denn noch bis kommenden Sonntag hat jeder die Chance, in den Festivalkinos Metropolis im Savoy, Passage und B-Movie einen Überblick über das aktuelle Filmschaffen lesbischer und schwuler Künstler zu gewinnen. Spezielle Schwerpunkte des Programms liegen in diesem Jahr auf den Themen Südafrika und Religiöser Fanatismus. Die beeindruckende Doku „A Jihad For Love“ (So, 15.00 Uhr, Metropolis im Savoy) beleuchtet etwa das Zusammengehen von Homosexuellsein und Muslimsein. Ein interviewter religiöser Führer beantwortet diese komplexe Frage ebenso simpel wie erschreckend: „Man könne bestenfalls noch darüber diskutieren, wie die Todesstrafe auszuführen sei.“
Ein weiterer interessanter Film aus dem Hauptprogramm ist Mein Freund aus Faro (Sa, 17.30, Passage). Die deutsche Regisseurin Nana Neul erzählt in ihrem Debüt die Geschichte der 22-jährigen Mel, die von der hübschen Jenny für einen portugiesischen Jungen gehalten wird und die Gelegenheit nutzt, um sich selbst neu zu erfinden. In dem kanadischen Beitrag „Breakfast With Scot“ (Fr, 20.15 Uhr, Passage) muss sich ein schwules Pärchen plötzlich um die Erziehung des 12-jährigen Scot kümmern, der schwuler wirkt, als seine beiden Ziehväter zusammen. Ein ebenso amüsanter wie warmherziger Film, der schon jetzt Lust auf die Weihnachtsfeiertage macht. Wer es lieber etwas brachialer mag, kommt auch auf seine Kosten. „Another Gay Sequel: Gays Gone Wild“ (Sa, 22.15 Uhr, Metropolis im Savoy), die Fortsetzung der Erfolgskomödie „Another ay Movie“, verspricht erneut Gross-Out-Humor im typischen „American Pie“-Stil.
Einen großen Stellenwert nehmen erneut die zahlreichen Kurzfilmprogramme ein. Neben den bekannten Ursula-Programmen (2 x Lesbisch, 2 x Schwul, 1 x Transgender) gibt es in diesem Jahr Reihen mit deutschen („Made in Germany“, So, 13.00 Uhr, Metropolis im Savoy), kanadischen („A Complicated Queerness“, So, 17.30 Uhr, Metropolis im Savoy) und dörflichen („Landleben“, So, 20.15 Uhr, Passage) Kurzfilmen. Zum krönenden Abschluss zeigt das Festival am Sonntagabend um 20.15 Uhr im Metropolis im Savoy das lesbische Romantic-Drama „I Can´t Think Straight“ aus Großbritannien. Tala hat schon dreimal eine Hochzeitsfeier platzen lassen. Nun steht bereits der vierte Versuch, es endlich bis an den Altar zu schaffen, kurz bevor. Doch dann lernt Tala die hübsche Leyla kennen und lieben. Das Problem sind mal wieder die Eltern. Während Tala aus einer traditionsbewussten Palästinenserfamilie stammt, sind Leylas Verwandte muslimische Emigranten.