Von Christoph Petersen
Nach dem Piraten-Abenteuer „
12 Meter ohne Kopf“ und dem „
Keinohrhasen“-Sequel „
Zweiohrküken“ ist
Matthias Schweighöfer in „
Friendship!“ nun in seinem dritten Film in nur zwei Monaten im Kino zu sehen. In der Road-Movie-Komödie von „
13 Semester“-Autor
Oliver Ziegenbalg spielt er Tom, der nach dem Fall der Berliner Mauer die neugewonnene Freiheit nutzt, um gemeinsam mit seinem besten Kumpel Veit (Newcomer
Friedrich Mücke) quer durch die USA zu trampen.
Filmstarts traf den umtriebigen Darsteller zum Gespräch in Berlin.
Filmstarts: Aktuell laufen gleich drei Filme mit Dir in den Kinos. Hast Du keine Angst vor Überpräsenz?
Matthias Schweighöfer: Nein, habe ich nicht. Und zwar aus dem einfachen Grund, dass die Planung Sache des Verleihs ist. Dafür kann ich nichts. Als ich die Filme gedreht habe, waren die - mit Ausnahme von „Zweiohrküken“ - alle für andere Daten geplant. Aber es sind gerade gute Kino-Monate, deshalb hoffe ich sehr, dass sich trotzdem genug Zuschauer die Filme ansehen werden.
Matthias Schweighöfer („Soloalbum“, „Kammerflimmern“) in „Friendship!“.
Filmstarts: Was hat Dich an „Friendship!“ gereizt?
Matthias Schweighöfer: Vor den Dreharbeiten war ich selbst noch nie in Amerika. Das war schon ein Grund. Außerdem gab es zuletzt eine ganze Reihe von Filmen, die sich mit dem Thema „Mauerfall“ auseinandergesetzt haben. „Friendship!“ fand ich von diesen deshalb am interessantesten, weil er die DDR über den Umweg Amerika erklärt.
Filmstarts: Es gibt viele tiefgreifende Dramen über die DDR. „Friendship!“ bedient sich hingegen eines lockeren, unterhaltsamen Tons. Ist das für Dich die bessere Alternative, sich dem Thema anzunähern?
Matthias Schweighöfer: Ich weiß nicht, ob es grundsätzlich besser ist. Aber bei „Friendship!“ hat es den Vorteil, dass sich junge Leute besser mit dem Film identifizieren können. Schließlich hätte ja jeder von ihnen die Möglichkeit, morgen einfach abzuhauen und selbst diese Reise durch Amerika anzutreten.
Filmstarts: Wie war es denn, in Amerika zu drehen? Inwiefern unterscheiden sich Dreharbeiten in den Staaten von denen in Deutschland?
Matthias Schweighöfer: Den Kameramann und einige andere Leute haben wir aus Deutschland mitgenommen, aber wegen der Gewerkschaft muss man in den USA auch mit einem amerikanischen Team drehen. Da hat man schnell 120 bis 130 Leute beisammen. Für jede noch so kleine Aufgabe gibt es jemanden, der speziell dafür zuständig ist. Ich hatte auch einen
Personal Assistant, und selbst wenn es geschneit hat, stand sie die ganze Zeit draußen vor meinem Trailer. Als ich ihr sagte, sie solle sich doch mal irgendwo in ein Zelt setzen, entgegnete sie mir nur: „No, it’s my job.“
Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke in „Friendship!“.
Filmstarts: Hast Du jetzt, wo Du amerikanische Luft geschnuppert hast, Lust bekommen, auch mal einen Film in Hollywood zu drehen?
Matthias Schweighöfer: Wer hätte die nicht? Ich denke, dass Schauspieler lügen, wenn sie sagen: „Ne, interessiert mich gar nicht.“ Für mich wäre das schon sehr reizvoll.
Filmstarts: Im Internet kursierte lange Zeit das Gerücht, dass Du vielleicht in „Thor“ mitspielst. Ist da was dran?
Matthias Schweighöfer: Ich war beim Casting. Aber es ist schon krass, was daraus entstanden ist. Meine amerikanische Agentin hat sich voll gefreut. Sie hat mir einen Link von der amerikanischen
GQ geschickt, wo es ein Foto gibt, auf dem ich neben Jude Law und Robert De Niro abgebildet bin. Sie meinte nur: „Steht dir gut, der Robert De Niro.“ Darüber haben wie beide sehr lachen müssen.
Filmstarts: Bist Du jetzt, wo Du Dich vor Angeboten wahrscheinlich gar nicht mehr retten kannst, eigentlich wählerischer geworden, was die Rollenauswahl angeht?
Matthias Schweighöfer: Ja, wählerisch werde ich immer sein. Ich lese gerade ein Buch über John Cassavetes, das mich in meiner Ansicht bestärkt hat, wie man über diesen Beruf denken sollte. Wenn man nicht wählerisch ist, wird man allgemein. Und wenn etwas nichts besonderes ist, dann interessieren sich die Leute auch nicht dafür.
„Friendship!“ startet am 14. Januar 2010 in den deutschen Kinos.