Avengers Assambled! In Joe Johnstons Comic-Blockbuster "Captain America" wird der letzte fehlende Marvel-Superheld vorgestellt, bevor dann direkt die Vorbereitungen zur 2012 startenden Superhelden-Sause "The Avengers" beginnen können. Wir werfen einen Blick voraus und verraten euch, wie es im Marvel-Universum in naher Zukunft weitergehen wird.

Von Jan Hamm
Am 18. August 2011 kommt „Captain America“ in die deutschen Kinos. In den Staaten läuft die Comic-Adaption bereits seit dem 19. Juli – und hat den Marvel-Studios ein sehr gutes Startwochenende (65 Millionen Dollar) und viele positive Kritiken beschert. Mit einem US-Einspielergebnis von derzeit 158 Millionen Dollar wird „Captain America“ zwar den artverwandten „Thor“ (181 Millionen Dollar) nicht übertrumpfen, aber deutlich an der Konkurrenz von „Green Lantern“ (146 Millionen Dollar) und „X-Men: Erste Entscheidung“ (115 Millionen Dollar) vorbeiziehen. Über einen Start am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, hätte der Film wohl weiter an Momentum gewonnen, mit Event-Spezialist Michael Bay und „Transformers 3“ wollten sich die Marvel-Strategen um Präsident Kevin Feige dann aber in weiser Voraussicht doch nicht anlegen. Sei es drum – der Sektkorken-Knall aus der Chefetage des Comic-Konzerns muss nach Herausgabe der Wochenendzahlen in ganz Manhattan Beach, California, zu hören gewesen sein. Mit dem „Captain America“-Erfolg nämlich hat Marvel die Bühne für Joss Whedons „The Avengers“-Projekt bereitet; jenem Allstar-Spektakel, mit dem das Studio erst so richtig loslegen will, während das einzig erfolgreiche Franchise der DC-Konkurrenz mit Christopher Nolans „The Dark Knight Rises“ im Sommer 2012 beinahe zeitgleich ein definitives Finale findet.

Das erste offizielle Foto vom "The Avengers"-Set - Drehbeginn war Ende April 2011.
„Iron Man“, „Der unglaubliche Hulk“, „Thor“ und jetzt „Captain America“ – alle vier Superhelden sind in eigenen Filmen eingeführt und auf ihren Zeitgeist-Appeal hin getestet worden. Louis Leterriers „Hulk“-Anlauf blieb zwar hinter den Erwartungen zurück, die anderen drei Figuren jedoch kamen an. Das plausible Kalkül: Wer auch nur einen dieser Filme mochte, wird auch die „The Avengers“ sehen wollen. Die Frage ist nicht länger, ob der Film ein Erfolg wird; bloß noch, ob die Marvel-Studios weitere Publikumsschichten erschließen und weiter zur Kassen-Elite der Transformers, Harry Potters und Jack Sparrows aufschließen können. Die magische Milliarden-Dollar-Marke ist vier Jahre nach dem weltweiten 585-Millionen-Umsatz von „Iron Man“ kein naiver Wunschtraum mehr. Das ist zwar immer noch verdammt hoch gegriffen, andererseits liegen die Marketing-Voraussetzungen hier nahezu beispiellos günstig – immerhin wurden die Avengers schon mit Nick Furys (Samuel L. Jackson) erstem Auftritt in „Iron Man“ öffentlichkeitswirksam auf Kurs gebracht und die Marvel-Filme wurden seitdem ganz im Sinne des Konzerns mehr und mehr als Episoden einer einzigen, großen Kino-Erzählung rezipiert. Mit „Captain America“ baut Marvel dieses Netzwerk nun noch weiter aus: