Louis Leterrier hat sich als Action-Regisseur etabliert. Mit dem Fantasy-Abenteuer "Kampf der Titanen" drehte der Franzose erstmals in 3D. Filmstarts traf den Filmemacher in London zum Interview.
Von Olivier Pallaruelo und Jan Hamm
Am 8. April 2010 startet das 3D-Action-Remake „
Kampf der Titanen“ mit
Sam Worthington und
Gemma Arterton in den deutschen Kinos. Dem Trailer nach dürfte sich das Götter-Gemetzel als echter Männerfilm erweisen – mit allem, was dazugehört: schönen Frauen, starken Männern und jeder Menge Prügeleien mit riesigen CGI-Monstern.
Filmstarts durfte das Set der Blockbuster-Produktion in den Shepperton Studios bei London besuchen und traf dort auch den Regisseur
Louis Leterrier („
The Transporter“, „
serie,Der unglaubliche Hulk“) zum Gespräch.
Hier zur Einstimmung erst einmal der deutsche Kinotrailer:
Filmstarts: Louis, was hat dich dazu bewogen, „Kampf der Titanen“ neu aufzulegen?
Louis Leterrier: In erster Linie die Liebe zum Original von 1981. Als der Film damals in die Kinos kam, war ich acht Jahre alt. Die Stop-Motion-Monster von Ray Harryhausen waren mein persönlicher Kino-Augenöffner, noch bevor ich „Krieg der Sterne“ gesehen hatte. Eine Neuauflage zu inszenieren - das war ein Angebot, das ich einfach nicht ausschlagen konnte. Zugleich war es aber auch ein Schock! Für mich ist „Kampf der Titanen“ ein Klassiker und ich war ernsthaft der Ansicht, dass ein Remake die Kinogötter höchstpersönlich beleidigen würde.
Filmstarts: Warum hast du dann dennoch zugesagt?
Louis Leterrier: Ich habe mich von der Romantisierung des Originals gelöst und dabei bemerkt, wie viele nicht erzählte Geschichten damals schon enthalten waren. Unser Film hat denselben Titel, ist aber keineswegs ein Bild-für-Bild-Remake. Wir bedienen uns am mythologischen Monster-Fundus von 1981, nehmen aber auch neue Figuren dazu und spinnen eine neue Story um Perseus und seinen Kampf mit der Götterwelt.
Der Kampf gegen den Riesenskorpion in „Kampf der Titanen“.
Filmstarts: Hast du mit Ray Harryhausen über deinen Film gesprochen?
Louis Leterrier: Ja, ich habe ihn gleich angerufen und zur Mitarbeit bewegen wollen. Außerdem wollte ich seinen Segen für das Projekt! (lacht) Er dachte, wir würden den Film wie „
300“ aufziehen. Das habe ich ihm aber ausgeredet. Er ist dann zwar nicht an Bord gekommen, aber wir haben einen sehr inspirierenden Plausch geführt. Erstaunlicherweise hat er sich für unsere Effekt-Pläne nicht interessiert, sondern mich fast ausschließlich nach dem Cast und der Figurenzeichnung ausgefragt.
Filmstarts: Mit dem versammelten griechischen Bestiarium geht es dennoch heftig zur Sache. Wie blutrünstig wird „Kampf der Titanen“ ausfallen?
Louis Leterrier: Mir geht es nicht um Gewalt, sondern um eine epische Abenteuergeschichte. Wir haben viele Kampfsequenzen, manche davon sind sehr bombastisch. Wir haben auch viele Monster, die düster und gruselig gestaltet sind. Aber das alles dient der Ausleuchtung unserer mythischen Welt. Auf einen ästhetisierten Blutrausch à la „300“ haben wir zu keinem Zeitpunkt abgezielt.
Filmstarts: Inzwischen werden viele Filme von Anfang an als mögliches Franchise angelegt. Wie stündest du im Falle eines Erfolges zu weiteren Ausflügen in die antike Sagenwelt?
Louis Leterrier: Das wäre fantastisch. Die griechische Mythologie ist ein gewaltiges Kontinuum faszinierender Geschichten und Kreaturen. Ich könnte mir vorstellen, unsere Figuren in einer noch größeren Welt zu verorten. Warum nicht eine Geschichte über Herkules - der dann auf eine gealterte Version unseres Perseus trifft? Bislang sind das aber nur Tagträume. Warten wir einfach mal ab!
„Kampf der Titanen“ startet am 8. April 2010 in den deutschen Kinos.