Sam Worthington ist im Moment der neue Mann für Blockbuster. Nach "Terminator: Die Erlösung" und "Avatar" führt der Australier den Cast von Louis Leterriers "Kampf der Titanen" an. Filmstarts traf den Star in London zum Interview.
Von Olivier Pallaruelo und Jan Hamm
Götterfilme sind wieder in! Nachdem bereits „
Percy Jackson“ um den Olymp gekämpft hat, schickt Regisseur
Louis Leterrier („
The Transporter“, „
Der unglaubliche Hulk“) ab dem 8. April
Sam Worthington und
Gemma Arterton in dem 3D-Action-Remake „
Kampf der Titanen“ ins Rennen.
Filmstarts war am Set vor Ort und hatte in den Shepperton Studios bei London die Gelegenheit, Hauptdarsteller Sam Worthington („
Avatar“) zu interviewen.
Hier zur Einstimmung erst einmal der deutsche Kinotrailer:
Filmstarts: Wie hast du dich auf deine Rolle vorbereitet?
Sam Worthington: Ich habe das 1981er Original geschaut. Aber nur bis zur Hälfte, dann habe ich ausgemacht. Ganz ehrlich? „Kampf der Titanen“ ist ziemlich over the top und veraltet. Nicht nur in puncto Stop-Motion, auch inhaltlich. 1981 war Perseus ein Göttersohn, dessen Schicksal vorbestimmt war und er es bloß noch erfüllen musste. Wir erzählen hingegen die Geschichte eines Mannes, der seinen Kampf als Mensch schlägt, sein Schicksal selber bestimmen möchte und sich dabei in einer Art olympischem Familiendrama wiederfindet.
Filmstarts: Du legst gerade eine steile Karriere hin. Was war für dich der eindeutige Wendepunkt?
Sam Worthington: Als James Cameron mich angerufen und gefragt hat, ob wir uns mal treffen. Und erst recht, als er dann zusagte, mit mir an „Avatar“ arbeiten zu wollen.
Filmstarts: Wie bringst du dich als Schauspieler in den kreativen Prozess einer Filmerzählung ein?
Sam Worthington: „Kampf der Titanen“ war da eine tolle Erfahrung. Louis Leterrier ist kein Set-Diktator, er nimmt viel von uns Darstellern auf. Ich sehe meinen Beruf als Schauspieler vor allem darin, dauernd nachzubohren: Ist diese Handlung meiner Figur plausibel? Passt da alles zusammen? Ich soll dem abstrakten Skript Leben einhauchen. So haben wir Perseus im Vergleich zur Version von 1981 neu erschaffen. Er ist ein junger Heißspund, der seine tote Familie rächen will. Dafür muss er lernen, mit seiner Gott/Mensch-Dualität umzugehen, sich zurückzunehmen und auch mal Hilfe anzunehmen.
Sam Worthington in „Kampf der Titanen“.
Filmstarts: Ihr habt viel On location gedreht, aber ebenso Greenscreen-Phasen gehabt. Das dürftest du von „Avatar“ ja gewohnt sein, oder?
Sam Worthington: Das ist gar nicht so wild. Wir helfen uns einfach mit Kollegen in Greensuits aus. Wenn die komplett im Rechner entstandene Medusa einem Krieger hinterher hetzt, dann läuft auch am Set jemand wild kreischend hinter den Darstellern her. Trotz massiven CGI-Elementen versuchen wir stets, das Schauspiel und die Reaktionen aufeinander authentisch und unmittelbar zu halten.
Filmstarts: Die CGI bebildert eine mythologische Antike - welchen Geltungsanspruch hat eure Darstellung dabei?
Sam Worthington: Das hier ist kein Ridley-Scott-Film, wo jedes Detail historisch korrekt ausfallen muss. Das soll ein spaßiger Popcornfilm sein. Wir nähern uns dem Setting wie ein Kind beim Spiel - wir jagen mit Schwert und Schild durch eine völlig überhöhte Phantasiewelt, an der wir im Getümmel nicht einen Augenblick lang zweifeln. Damit der Spaß funktioniert, muss die geschilderte Welt integer wirken. Sonst verlieren wir unser Publikum bereits in den ersten Filmminuten.
Filmstarts: Eine integere Welt, die von allen möglichen Sprachkulturen bevölkert wird. Du selber bist Australier, arbeitest mit einem französischen Regisseur zusammen und spielst mit Darstellern aus England, Irland, Dänemark... passt das?
Sam Worthington: Da sagst du was! Manchmal verstehe ich Louis besser als die Iren. (lacht) Im Film aber lassen wir die Dialekte einfach stehen. Da unsere Figuren keine Nationalitäten haben, ist das ohnehin unerheblich. Es gibt schließlich keine antik-griechisch-englische Zunge, die wir imitieren könnten.
Filmstarts: Und wie lief die nonverbale Kommunikation, etwa mit deinem Pegasus-Co-Darsteller?
Sam Worthington: Gott, ich hasse dieses Pferd! Es hat ein echtes Problem mit seiner herablassenden Haltung. Okay, es hat ein paar mehr Filme als ich gedreht. Trotzdem würde ich es am liebste umhauen, so wie Arnie das Kamel in „Conan der Zerstörer“. (lacht) Aber das passt: Mit der sturen Attitüde spiegelt Pegasus auch die Dickköpfigkeit Perseus' wider!
„Kampf der Titanen“ startet am 8. April 2010 in den deutschen Kinos.