Die FILMSTARTS-Kinotipps (1. bis 7. Dezember)
von Carsten Baumgardt ▪ Dienstag, 29. November 2011 - 14:19

FILMSTARTS bietet euch einen kompakten Überblick auf einer Seite: Wir empfehlen die besten Neustarts der Woche und erinnern an sehenswerte Filme, die noch immer in den deutschen Kinos laufen.

 

 

Film der Woche: "Jane Eyre"

 

Mit ihrem Debütroman gelang der britischen Schriftstellerin Charlotte Brontë 1847 ein Klassiker der viktorianischen Literatur des 19. Jahrhunderts. „Jane Eyre“, die Geschichte eines Waisenmädchens (Mia Wasikowska), das nach einer schweren Kindheit als Gouvernante anheuert und sich in ihren Arbeitgeber (Michael Fassbender) verliebt, ist schon Dutzende Male für Kino und Fernsehen verfilmt und auf Theaterbühnen aufgeführt worden. Und dennoch schafft Regisseur Cary Fukunaga („Sin Nombre“) eine bewegende Neuinterpretation, die mit kraftvollen schauspielerischen Auftritten und mysteriös-melancholischer Stimmung glänzt. „Jane Eyre“ ist ein kunstvoll reduziertes, wundervoll durchkomponiertes Filmgemälde.

 

 

 

"Happy Feet 2"

 

Wer nur den Trailer gesehen hat, wird bei „Happy Feet 2“ ein süßes, pop-buntes Animationsabenteuer für die ganz Kleinen erwarten, aber „Mad Max“- und „Schweinchen Babe“-Regisseur George Miller verpackt in seiner Fortsetzung zu „Happy Feet“ wieder viel mehr. Der Film ist an einigen Stellen gar eine beißende Satire und garantiert nicht harmlos. Miller nimmt seine jungen Zuschauer ernst, überfordert sie aber dennoch nicht, weil er stets das Gleichgewicht zwischen phantastisch animierten Musical-Einlagen, lockeren Witzen und thematischem Anspruch hält… Eric, der Sohn des steppenden Pinguins Mumble schlägt sich mit einem Problem herum: Er weigert sich, mit den Pinguin-Kollegen zu tanzen, was ihn zum Außenseiter macht.

 

 

 

"In Time - Deine Zeit läuft ab"

 

Die Weisheit „Zeit ist Geld“ bekommt in Andrew Niccols „In Time“ eine ganz neue Dimension. Denn in dem Science-Fiction-Thriller hat die Zeit das Geld tatsächlich als Zahlungsmittel abgelöst. So kostet ein Becher Kaffee nicht mehr 1,50 Euro, sondern drei Minuten Lebenszeit. Wer älter als 25 Jahre werden will, muss sich weitere Lebenszeit verdienen. Der junge Taugenichts Will (Justin Timberlake) gerät dabei durch Zufall in ein Komplott. Zusammen mit der Bankierstochter Sylvia (Amanda Seyfried) ist Will auf der Flucht vor den Hintermännern. Regisseur Niccol („Gattaca“) destilliert aus der spannenden Grundidee eine rasante „Bonnie and Clyde“-Variante in der Zukunft.

 

 

Läuft schon länger, aber lohnt sich trotzdem:

 

 

 

"Der Gott des Gemetzels"

 

Ein einziges Appartement, vier hochkarätige Schauspieler, ein Drehbuch, das vor spitzzüngiger Boshaftigkeit nur so ätzt und ein Regisseur, der zu den größten seiner Zunft überhaupt gehört: Roman Polanskis bitterböse Gesellschaftssatire „Der Gott des Gemetzels“ nach dem gleichnamigen, gefeierten Theaterstück von Yasmina Reza begeistert in der spartanisch ausgestatteten Kinoversion als ebenso intelligentes wie unterhaltsames Pointenfeuerwerk… Zwei Ehepaare (Christoph Waltz und Kate Winslet sowie John C. Reilly und Jodie Foster) treffen in einer Wohnung aufeinander, um eine Klopperei ihrer Söhne wie zivilisierte Leute aus der Welt zu schaffen. Doch nachdem Alkohol ins Spiel kommt, gerät die Situation außer Kontrolle…

 

 

 

"Arthur Weihnachtsmann"

 

Was wäre das Kino ohne Weihnachtsfilme? Jahr für Jahr verzaubern uns die großen Feiertagsklassiker im Fernsehen und zugleich finden einige neue Weihnachtsgeschichten den Weg auf die Leinwände. Dabei bleibt die Originalität oft auf der Strecke, nicht aber bei „Arthur Weihnachtsmann“. Die britische Regisseurin Sarah Smith zieht in ihrer Animationskomödie „Arthur Weihnachtsmann“ das weihnachtliche Geschäft, in dem zwei Milliarden Kinder mit Präsenten bedacht werden müssen, wie eine militärisch geplante Aktion auf: Der Weihnachtsmann leitet eine gut geölte Maschinerie von Geschenkverteilern - quasi „Mission: Impossible“ mit Elfen. „Arthur Weihnachtsmann“ ist ein sehenswerter Weihnachtsfilm, der turbulente Action mit charmanter Festtagsstimmung verbindet.

 

 

 

"Twilight 4: Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht (Teil 1)"

 

Wer sich nicht für ehrlichen Kitsch erwärmen kann, hat entweder gleich einen großen Bogen um die ersten drei „Twilight“-Kinoverfilmungen nach den überaus erfolgreichen Teenie-Romanen von Stephenie Meyer gemacht oder sich bei „Twilight“, „New Moon“ oder „Eclipse“ unbehaglich in den Kinositzen gewunden. Für all jene, die Letzteres von sich behaupten können, bietet der vierte Teil der Vampir-Romanze, „Twilight: Breaking Dawn Teil 1“, Besserung - aber ohne die Kenntnis der ersten Filme ist ein Kinobesuch bei Nummer vier leider sinnlos. Regisseur Bill Condon setzt neue Akzente in Richtung Genrekino und macht aus „Breaking Dawn Teil 1“ einen stark inszenierten, düsteren Horrorfilm, ohne dabei jedoch eingefleischte Fans zu verschrecken. Die gewohnte Fantasy-Romantik ist in der ersten halben Stunde noch präsent und tritt danach immer mehr in den Hintergrund. Bella (Kristen Stewart) und Vampir Edward (Robert Pattinson) verbringen ihre Flitterwochen auf einer kleinen Insel in Brasilien. Als Bella schwanger wird, wächst der Fötus viel zu schnell heran und droht, sie zu zerreißen… Der zweite Teil von „Breaking Dawn“ kommt dann am 22. November 2012 in die deutschen Kinos.

 

 

 

"Eine dunkle Begierde"

 

Viggo Mortensen, Michael Fassbender, Keira Knightley – ein Traum-Trio. Für die von den drei Stars gespielten Figuren in David Cronenbergs historischem Thriller-Drama „Eine dunkle Begierde“ ist ihr Zusammentreffen jedoch nicht unbedingt die glücklichste Fügung: Fassbender und Mortensen spielen die berühmten Psychoanalytiker Carl Gustav Jung und Sigmund Freud, die beide den Reizen der geheimnisvollen jungen Russin Sabina (Knightley) erliegen. Wie so oft in Film und Realität sorgt die Ménage à Trois für reichlich emotionale und auch intellektuelle Verwirrungen… Derart dialoglastig hat man Cronenberg („Tödliche Versprechen“) bislang selten erlebt, doch bei der Verfilmung eines Theaterstückes verwundert das kaum. Statt Körperlichkeit steht hier die Psyche im Vordergrund, deren Erforschung sich Jung und Freud zur Aufgabe gemacht haben. Dass der biografische Stoff nicht zur blutleeren Geschichtsstunde verkommt, liegt vor allem am hinreißenden Spiel Keira Knightleys, die ihrer Figur Sabina Spielrein überzeugend Leben einhaucht und nicht nur die beiden Männer auf der Leinwand in ihren Bann zieht, sondern auch den Zuschauer im Kinosaal.

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