FILMSTARTS am Set des 3D-Mystery-Thrillers "Lost Place"
von Björn Becher ▪ Montag, 12. Dezember 2011 - 00:00

Deutsches Genre-Kino gibt es viel zu selten. Wenn sich ein junges Filmteam aus heimischen Gefilden anschickt, einen interessanten Genre-Stoff in die Kinos zu bringen und dies auch noch in 3D, ist das besonders interessant. Grund genug für uns, einmal am Filmset vorbei zu schauen und den Regisseur und die Darsteller von „Lost Place“ über ihr ambitioniertes Projekt zu befragen.

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Von Björn Becher

 

Es ist ein Ort mit großer Vergangenheit in Berlin-Haselhorst: das Gelände der CCC-Studios, von Artur Brauner nach dem 2. Weltkrieg aufgebaut. Deutsche Klassiker wie Robert Siodmaks „Die Ratten“ entstanden hier genauso wie der Hollywood-Blockbuster „Dschingis Khan“ mit Omar Sharif. Fritz Lang, Rainer Werner Fassbinder und Otto Waalkes arbeiteten hier. Die Gegenwart erscheint mir auf den ersten Blick mit der Aura eines verlassenen Industriegeländes trostlos. Doch inmitten der Spandauer Tristesse liegt in den CCC-Studios auch weiterhin die Zukunft: Ein junges Filmteam hat sich hier nach 28 Tagen Außendreh versammelt, um an 13 weiteren Tagen die finalen Szenen des Mystery-Thrillers „Lost Place“ in den Kasten zu bekommen. Ein Dreh mit besonderen Herausforderungen, denn der deutsche Genrefilm entsteht in 3D und soll technisch State-Of-The-Art sein.

Modernste Technik: Die Epic Camera ist das Flaggschiff des führenden Kameraherstellers RED (© MovieBrats GmbH)


Die Technik spielt dabei nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera eine große Rolle. François Goeske („Französisch für Anfänger“) spielt Daniel, einen begeisterten Geocacher, eine Art moderner Schatzsucher, der Rätsel lösen muss, die ihn mittels GPS-Daten schließlich zu einem „Schatz“ führen. Über das Internet hat er Elli (Jytte-Merle Böhrnsen) kennengerlernt, die dem gleichen Hobby frönt. Gemeinsam mit Daniels Kumpel Thomas (Pit Bukowski) und Ellis bester Freundin Jessica („Türkisch für Anfänger“-Star Josefine Preuß) begibt man sich tief im Pfälzer Wald auf Schatzsuche und stößt auf einen scheinbar verlassenen Campingplatz. Doch dort begegnet die Gruppe einem unheimlichen Mann in einem schwarzen Strahlenanzug (Anatole Taubman), der eindringlich vor dem Einsatz technischer Geräte und einer unsichtbaren Gefahr warnt, die äußerst real ist, wie die zuerst ungläubigen Jugendlichen schnell am eigenen Leib erfahren müssen.

Nachdem mir Zsolt Magyari, der als Stereographer für den richtigen Einsatz der 3D-Effekte in „Lost Place“ zuständig ist, die Technik und die brandneue, teure RED Epic Camera, die in „Lost Place“ als eine der ersten Filmproduktionen neben „The Amazing Spider-Man“ zum Einsatz kommt, genau erklärt, will ich natürlich von den Schauspielern Anatole Taubman, Francois Goeske und Pit Bukowski sowie Regisseur Thorsten Klein wissen, wie sich ihre erste Arbeit an einer 3D-Produktionen von bisherigen Filmen unterscheidet.



Laut Produzent Alex Weimer, der mich über das eindrucksvolle Set führt, kam die Idee, die dritte Dimension einzusetzen, von ihm und seiner Firma MovieBrats, da man in dem Stoff von Regisseur Klein und seiner Co-Autorin Lena Vurma die optimale Grundlage für den schon länger geplanten ersten 3D-Kinofilm des Unternehmens sah. Doch diese Technik bringt auch große logistische Herausforderungen mit sich, wie ich anhand der Szene, die gerade gedreht wird, bestens sehen kann. In dieser bedrängt Anatole Taubman Geocacher Daniel und seinen Kumpel Thomas, ihm in seinen Wohnwagen zu folgen. Der Dreh mit den Wohnwagen, die im Film eine zentrale Rolle spielen, ist für die Crew eine besondere Herausforderung, denn die RED Epic Camera ist nicht nur teuer, sondern von monströsen Ausmaßen, so dass die Kameramänner Xiaosu Han und Andreas Thalhammer („Lipstikka“) besonders kreativ mit der beschränkten Auswahl möglicher Winkel umgehen müssen, um Bilder aus dem Innern des Wohnmobils filmen zu können. Doch was reizt eigentlich einen internationalen Star wie Anatole Taubman, der sonst zum Cast von Hollywoodblockbustern wie „James Bond 007 - Ein Quantum Trost“ und „Captain America - The First Avenger“ oder der Bestselleradaption „Die Säulen der Erde“ gehört, an einer trotz 3D mit nur 1,8 Millionen Euro budgetieren kleineren deutschen Produktion teilzunehmen?



Auf der zweiten Seite unseres Set-Berichts erfahrt ihr, wie das Team an echte US-Militär-Utensilien kam und warum man hofft, dass das deutsche Kinopublikum dieses Mal Genre-Kino aus dem eigenen Land akzeptieren wird.

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Kommentare einblenden

Kommentare

  • MikeRofone

    Hören die letzten Videos absichtlich noch mitten im Satz auf?

  • Björn Becher

    Hallo Mike. Aus irgendeinem Grund schneidet unser Player bei diesen beiden Videos genau zwei Sekunden ab. Wir reparieren das. Danke für den Hinweis.

  • kokki67

    interessant. merke ich mir. hört sich richtig interessant an und wäre toll, wenn es mehr gute deutsche filme gibt.

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