FILMSTARTS bietet euch einen kompakten Überblick auf einer Seite: Wir empfehlen die besten Neustarts der Woche und erinnern an sehenswerte Filme, die noch immer in den deutschen Kinos laufen.

Film der Woche: "Drive"
Erst in der vergangenen Woche haben wir Nicolas Winding Refns „Drive“ im Zuge unserer Preview-Tour in fünf Städten vorgestellt. Nun kommt das Action-Drama mit Kultfilm-Potential regulär in die deutschen Kinos und wir möchten es euch noch einmal besonders ans Herz legen. Ryan Gosling spielt den namenlosen „Driver“ und damit ist perfekt beschrieben, was er macht: Er fährt - ob als Stunt- oder Fluchtwagenfahrer - das ist seine Leidenschaft. Als er seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan) und deren Sohn Benicio (Kaden Leos) kennenlernt, wächst in dem stoischen Mann eine besondere Zuneigung. Doch damit wird eine Lawine losgetreten, die einen Gewaltexzess nach sich zieht. Der „Walhalla Rising“-Regisseur Refn setzt seine ruhige Geschichte mit einer bedrohlich-melancholischen Stimmung und einer herausragenden musikalischen Untermalung (zum Beispiel mit hypnotischem Elektrosound des französischen Musikers Kavinsky) perfekt in Szene und kreiert damit eine der coolsten Inszenierungen der letzten Jahre: ein hypnotisches Meisterwerk von atemberaubender Brillanz.

"The Descendants - Familie und andere Angelegenheiten"
George Clooney glänzt in der Rolle des Anwalts und Familienvaters Matt King, der auf dem paradiesischen Hawaii eigentlich kein schlechtes Leben führt, wenn es nicht gerade völlig aus den Fugen geraten würde. Seine Frau Elizabeth (Patricia Hastie) liegt nach einem Bootsunfall im Koma und wollte ihn offensichtlich verlassen. Außerdem machen seine beiden Töchter - die rebellische Alex (Shailene Woodley) und die altkluge Scottie (Amara Miller) - es ihm nicht gerade leicht. Zu Recht für einen Oscar als Bester Hauptdarsteller nominiert, brilliert Clooney mit einer Symbiose aus charismatischem Alleskönner und einfachem Jedermann in einer bittersüßen Tragikomödie, die „Sideways“-Regisseur Alexander Payne mit seinem überragenden Gespür für Erzählrhythmus und stimmungsvoller Ästhetik zu einer wundervollen Geschichte voller Mitgefühl macht, ohne dabei kitschig zu werden. „The Descendants” erhielt insgesamt fünf Oscar-Nominierungen, unter anderem als Bester Film und für die Beste Regie.

"The Artist"
Der charmante Kritikerliebling und dreifache Golden-Globe-Gewinner „The Artist“ wurde am Dienstag gleich in zehn Kategorien für den Oscar nominiert, unter anderem als Bester Film, für die Beste Regie und für die beiden Darsteller Jean Dujardin und Bérénice Bejo. Nun kommt der französische Stummfilm auch endlich bei uns in die Kinos. Damit bleibt noch genug Zeit, um vor der Oscar-Verleihung am 26. Februar einen Blick auf das romantische Drama zu werfen. Michel Hazanavicius' liebevolles Werk ist eine bezaubernde Hommage an die goldene Zeit des Hollywood-Kinos: Der Stummfilm-Star George Valentin (Dujardin) gerät beim unaufhaltsamen Siegeszug des Tonfilms ins Abseits und wird von aufstrebenden Talenten wie der charismatischen jungen Peppy Miller (Bejo) abgelöst, in die er sich unsterblich verliebt. Während er dem finanziellen Ruin entgegensteuert, klettert sie auf der Karriereleiter nach oben.

"Jack und Jill"
Mit „Jack und Jill“ liefert Vollblutkomiker Adam Sandler seine beste Komödie seit langem ab – und darin trumpft er sogar doppelt auf, denn er spielt die Zwillinge Jack und Jill. Die Geschichte vom Werbefachmann, der von seiner ausgeflippten und chaotischen Schwester bei einem verlängerten Familienbesuch fast in den Wahnsinn getrieben wird, ist aber trotzdem keine One-Man-Show. Mit von der Partie ist außerdem ein sich permanent selbst parodierender Al Pacino, der als er selbst auftritt und für komische Glanzpunkte sorgt. „Kindsköpfe“-Regisseur Dennis Dugan sorgt mit seiner politisch unkorrekten Sketchparade für Lacher fast im Sekundentakt und aus „Jack und Jill“ wird ein irre lustiges Kontrastprogramm zur Parade der Oscar-Kandidaten im Kino.
Läuft schon länger, aber lohnt sich trotzdem:

"Die Muppets"
Kermit, Miss Piggy und Co. sind wieder da. Nach zwölf Jahren Leinwandabstinenz kehren die kultigen Puppen mit einer ebenso spaßigen wie liebevollen Musical-Komödie ins Kino zurück: Als der Muppet Walter, sein menschlicher Zwillingsbruder Gary (Jason Segel) und dessen Freundin Mary (Amy Adams) nach Los Angeles kommen, um das legendäre Studio der Muppets zu besuchen, werden sie enttäuscht. Das alte Theater ist verfallen, die Muppets treten schon lange nicht mehr gemeinsam auf. Aber es kommt noch schlimmer: Zufällig bekommen sie mit, dass der Geschäftemacher Tex Richman (Chris Cooper) das Studio abreißen will, um darunter nach Öl zu bohren. Das können Walter und Gary natürlich nicht zulassen. Sie versuchen mit der Hilfe von Kermit, dem Frosch, die alte Truppe wieder zusammenzutrommeln und das Theater doch noch zu retten….
„Die Muppets“ ist ein Film von Fans für Fans. Die Liebe der Filmemacher zu den anarchischen, aber dennoch liebenswürdigen Puppen ist jederzeit zu spüren, erfolgreich beschwören sie mit augenzwinkernden Gastauftritten (u.a. Zach Galifianakis, Jack Black, Selena Gomez), mitreißenden Musical-Nummern und warmherzigem Humor alte Glanzzeiten herauf. Und dabei ist diese Charme-Offensive so entwaffnend, dass Kermit, Gonzo, Fozzy Bär und die anderen auch die Herzen der Muppets-Neulinge erobern werden.

"J. Edgar"
J. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio), Direktor des FBI, galt Mitte des 20. Jahrhunderts als mächtigster Mann in Washington. In seiner fast fünfzigjährigen Amtszeit von 1924 bis 1972 erlebte er acht verschiedene Präsidenten, über die er wie über alle einflussreichen Personen Geheimakten führte. Mit diesen Informationen sicherte der berüchtigte Kommunistenhasser und Kontrollfanatiker Hoover seine eigene Macht. Über all die Jahre an seiner Seite waren die Sekretärin Helen Gandy (Naomi Watts) und sein Stellvertreter Clyde Tolson (Armie Hammer), mit dem ihn eine tiefe Zuneigung verband.
Der vierfache Oscar-Preisträger Clint Eastwood nimmt in seinem biografischen Drama „J. Edgar“ nicht etwa den politischen Reaktionär Hoover zur einfachen Zielscheibe, sondern zeichnet das ambivalente Porträt eines komplizierten Mannes, der politisches Monstrum und tragischer Liebender zugleich war. Kongenial unterstützt von seinem Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio bringt Eastwood die menschliche Seite Hoovers zum Vorschein – und macht aus „J. Edgar“ im Herzen eine bewegende Liebesgeschichte.