FILMSTARTS bietet euch einen kompakten Überblick auf einer Seite: Wir empfehlen die besten Neustarts der Woche und erinnern an sehenswerte Filme, die noch immer in den deutschen Kinos laufen.

Film der Woche: "Hugo Cabret"
Kaum ein Regisseur liebt das Kino so sehr wie Martin Scorsese. Diese These zementiert der Filmemacher mit seinem elffach oscarnominierten „Hugo Cabret“ eindrücklich, denn sein bezauberndes 3D-Leinwandmärchen ist das pure Destillat aus mehr als 50 Jahren Kinoerfahrung. Scorsese setzt dem Filmpionier Georges Méliès ein unvergessliches filmisches Denkmal und zugleich gelingt ihm der visuell beeindruckendste Einsatz der 3D-Technik seit James Camerons „Avatar“. Im Paris der 30er Jahre lebt der zwölfjährige Waisenjunge Hugo Cabret (Asa Butterfield) in den Wänden des Bahnhofs und sorgt dafür, dass immer alle Uhren aufgezogen sind. Aber insgeheim sammelt er Ersatzteile für einen roboterähnlichen Schreibautomaten – dafür klaut der naseweise Junge immer mal wieder hier und da ein Zahnrädchen. Aber der garstige Stationsaufseher (Sacha Baron Cohen) ist Hugo stets auf den Fersen…

"Der Junge mit dem Fahrrad"
Die belgischen Regiebrüder Jean-Pierre und Luc Dardenne kommen mit der Empfehlung des Großen Jurypreises vom Filmfestival in Cannes in die deutschen Kinos. In ihrem packenden und bewegenden Sozialdrama „Der Junge mit dem Fahrrad“ wird der elfjährige Cyril (Thomas Doret) in ein Kinderheim abgeschoben, kämpft aber verbissen um die Aufmerksamkeit seines nichtsnutzigen Vaters (Jérémie Renier), der den Jungen aus seinem Leben verbannt. Dann will sich die Friseurin Samantha (Cécile de France) des Wildfangs Cyril annehmen. Die Dardenne-Brüder legen wieder einmal schonungslos und doch ganz unaufgeregt die tristen Lebensumstände der unteren Mittelschicht Belgiens frei.

"Für immer Liebe"
„Für immer Liebe“ ist der perfekte Film zum Valentinstag am 14. Februar. Michael Sucsys berührende Romanze hebt sich durch einen hochinteressanten Storykniff aus der Masse der Herz-Schmerz-Dramen ab und bringt frischen Wind ins Genre. Dazu ist der Kitsch wohldosiert und die Emotionen wirken glaubwürdig. Die Liebe der verheirateten Bildhauerin Paige (Rachel McAdams) und des Musikproduzenten Leo (Channing Tatum) scheint für die Ewigkeit bestimmt. Doch ein Verkehrsunfall, bei dem Paige ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erleidet, verändert alles. Sie hat ihr Kurzzeitgedächtnis verloren und kann sich nicht mehr an die vergangenen fünf Jahre erinnern – somit auch nicht an ihren Mann Leo.
Läuft schon länger, aber lohnt sich trotzdem:

"Dame, König, As, Spion"
Mit „Dame, König, As, Spion“ erwartet den geneigten Zuschauer kein Spionagefilm à la James Bond, sondern ein atmosphärisches Drama über die verzwickte Suche nach einem sowjetischen Doppelagenten in den eigenen Reihen - ein eiskaltes, tödliches Spiel mit Rededuellen und Täuschungsmanövern. Auch ohne Action-Sequenzen kreiert Regisseur Tomas Alfredson eine intensive Hochspannung, die vor allem der sorgfältigen Figurenzeichnung und dem herausragenden Spiel seiner hochkarätigen Besetzung (unter anderem John Hurt, Colin Firth, Mark Strong, Benedict Cumberbatch und Tom Hardy) zu verdanken ist. Allen voran trumpft aber Gary Oldman mit seinem kühlen, meisterlichen Schauspiel auf, für das er auch eine Oscar-Nominierung als Bester Hauptdarsteller erhalten hat. Ob er endlich mit dem Goldjungen ausgezeichnet wird, wissen wir am 26. Februar, denn dann wird die begehrteste Trophäe im Filmgeschäft verliehen.

"Drive"
Mitte Januar haben wir Nicolas Winding Refns „Drive“ im Zuge unserer Preview-Tour in fünf Städten vorgestellt. Seit einer Woche läuft das Action-Drama mit Kultfilm-Potential regulär in den deutschen Kinos und wir möchten es euch noch einmal besonders ans Herz legen. Ryan Gosling spielt den namenlosen „Driver“ und damit ist perfekt beschrieben, was er macht: Er fährt - ob als Stunt- oder Fluchtwagenfahrer - das ist seine Leidenschaft. Als er seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan) und deren Sohn Benicio (Kaden Leos) kennenlernt, wächst in dem stoischen Mann eine besondere Zuneigung. Doch damit wird eine Lawine losgetreten, die einen Gewaltexzess nach sich zieht. Der „Walhalla Rising“-Regisseur Refn setzt seine ruhige Geschichte mit einer bedrohlich-melancholischen Stimmung und einer herausragenden musikalischen Untermalung (zum Beispiel mit hypnotischem Elektrosound des französischen Musikers Kavinsky) perfekt in Szene und kreiert damit eine der coolsten Inszenierungen der letzten Jahre: ein hypnotisches Meisterwerk von atemberaubender Brillanz.

"The Descendants"
George Clooney glänzt in der Rolle des Anwalts und Familienvaters Matt King, der auf dem paradiesischen Hawaii eigentlich kein schlechtes Leben führt, wenn es nicht gerade völlig aus den Fugen geraten würde. Seine Frau Elizabeth (Patricia Hastie) liegt nach einem Bootsunfall im Koma und wollte ihn offensichtlich verlassen. Außerdem machen seine beiden Töchter - die rebellische Alex (Shailene Woodley) und die altkluge Scottie (Amara Miller) - es ihm nicht gerade leicht. Zu Recht für einen Oscar als Bester Hauptdarsteller nominiert, brilliert Clooney mit einer Symbiose aus charismatischem Alleskönner und einfachem Jedermann in einer bittersüßen Tragikomödie, die „Sideways“-Regisseur Alexander Payne mit seinem überragenden Gespür für Erzählrhythmus und stimmungsvoller Ästhetik zu einer wundervollen Geschichte voller Mitgefühl macht, ohne dabei kitschig zu werden. „The Descendants” erhielt insgesamt fünf Oscar-Nominierungen, unter anderem als Bester Film und für die Beste Regie.