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    The Quiet Family
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,0
    solide
    The Quiet Family
    Von Ulf Lepelmeier
    Ein altes, abseitiges Hotel in den Bergen, ein merkwürdiger Eigentümerclan, der gebannt dem nächsten Gast entgegenfiebert, und ein Haufen verscharrter Leichen - diese Zutaten lassen bei einem Film für gewöhnlich auf einen blutigen Horrorstreifen schließen. Für Regisseur Ji-Woon Kim, der mit seinem darauffolgenden Film A Tale Of Two Sisters auch außerhalb Asiens für Furore sorgen sollte, sind dies jedoch die Bestandteile für seine schwarzhumorige Komödie „The Quiet Family“, die über weite Strecken mit ihrem schrullig-makaberen Szenario für vergnügliche Filmminuten sorgt, zum Ende hin aber etwas an Elan verliert.

    Familie Kang hat ihre städtische Existenz aufgegeben und ihr Erspartes in ein kleines Berghotel gesteckt, das an einem Wanderpfad liegt. Leider lässt der herbeigesehnte erste Gast des „Misty Inn“ länger als erhofft auf sich warten und der angekündigte Bau einer nahegelegenen Schnellstraße, die mehr Touristen in die ruhige Bergregion bringen soll, verzögert sich. So langweilen sich die sechs Familienmitglieder zusehends und machen sich außerdem berechtigte Sorgen um ihre Zukunft. Als der erste Gast dann sein Zimmer bezieht und Selbstmord begeht, entschließen sie sich, die Leiche im Wald zu vergraben, um mögliche negative Schlagzeilen über ihr Hotel zu verhindern. In der Folge kommen auf die teilnahmslose Mi-na (Ho-kyung Go), ihre naiv-romantische Schwester Mi-su (Yun-seong Lee), ihren Bruder Yeong-min (Kang-ho Song), ihre fleißigen Eltern (In-hwan Park und Mun-hee Na) und den etwas beschränkten Onkel Chang-ku (Min-sik Choi) noch andere merkwürdige Todesfälle zu und die bereits beiseite gelegten Spaten müssen noch einige Male hervorgekramt werden…

    Erzählt von Mi-na, die als jüngstes Familienmitglied über die sonderbaren Vorkommnisse innerhalb des neuen Familienhotels mit erschreckender Gleichgültigkeit und sarkastischem Unterton berichtet, entfaltet sich eine morbid-bösartige Komödie, die besonders zu Beginn richtig Spaß macht. Auch Regisseur Takashi Miike zog die verschrobene Familie mit ihren Leichenproblemen in ihren Bann, so dass er drei Jahre nach dem Release des erfolgreichen koreanischen Originals mit The Happiness Of The Katakuris ein überdrehtes Remake in Form eines Musicals herausbrachte, welches den ohnehin schon aberwitzigen Plot der Vorlage noch um einiges abstruser gestaltete und mit allerlei technischen Spielereien aufwartete. „The Quiet Family“ gibt sich dagegen eher als klassische schwarze Komödie. Und auch wenn dem Film sein geringes Budget durchaus anzusehen ist, weiß die stilsichere Inszenierung, die sowohl die Klaviatur des Horrorfilms als auch des Komödienfachs - von kleinen Flüchtigkeitsfehlern abgesehen - virtuos bedient, zu überzeugen. Der kühle und eher ruhige Stil, den die späteren Werke des Regisseurs Ji-Woon Kim auszeichnen, findet sich bereits in seinem schwarzhumorigen Erstling wieder.

    Die Darsteller agieren allesamt ordentlich. Unter ihnen befinden sich so namhafte Stars des koreanischen Kinos wie etwa Min-sik Choi (Shiri, Oldboy, Sympathy For Lady Vengeance) als begriffsstutziger Onkel und Kang-ho Song (Memories Of A Murder, The Host) als die Hotelgäste bespannender Sohn. Es ist aber Mun-hee Na („Crying Fist“, „You Are My Sunshine“), die als Mutter mit ihrem bestürzten Gesichtsausdruck besonders auffällt. Wirklich hineinversetzen kann man sich in den eingeschworenen Familienclan jedoch nicht, dafür wird die Familie zu distanziert betrachtet und es fehlt auch an einer wirklichen Weiterentwicklung der Figuren. Leider geht der herrlich absurden Geschichte etwas zu schnell die Luft aus, um über die gesamte Laufzeit auf gleichem Niveau zu unterhalten, was zum Teil an dem repetitiven Element der vielen Todesfälle liegt. Auch einen wirklichen Höhepunkt gegen Ende der Handlung sucht man vergebens, vielmehr lässt den Betrachter das nichtssagende und wenig humorvolle Ende etwas enttäuscht zurück.

    Fazit: Das vergnüglich-makabre Szenario von „The Quiet Family“ sorgt für einige absurd-witzige Situationen, doch der Geschichte um die Leichen vergrabende Hotelier-Familie geht leider etwas zu früh in die Knie, so dass sich der morbide Spaß nicht bis zur letzten Minute voll entfaltet. Für Freunde des gepflegten schwarzen Humors ist „The Quiet Family“ aber dennoch auf jeden Fall einen Blick wert.

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