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    Heute im TV: Ultrabrutale Endzeit-Horror-Action eines "Game Of Thrones"-Regisseurs – mit einem großen Haken
    08.12.2022 um 16:30
    Oliver Kube
    Oliver Kube
    Oliver Kube steht auf sog. "Elevated Horror", also auf Filme wie "Hereditary", "Der Leuchtturm" oder "The Witch". Zwischendurch darf es aber gern mal ein geradliniger Slasher, ein tougher Home-Invasion-Thriller oder ein blutiger Hai-Schocker sein.

    Der heute Abend laufende, deftig zulangende „Doomsday - Tag der Rache“ bedient sich gekonnt bei Genre-Klassikern wie „Mad Max“, „Die Klapperschlange“ und „28 Days Later“. Im Cast sowie auf dem Regiestuhl finden sich dabei viele bekannte Namen.

    Bei der Umsetzung seines eigenen Drehbuchs zu „Doomsday - Tag der Rache“ hatte Regisseur Neil Marshall mit kolportierten 30 Millionen US-Dollar erstmals ein wirklich stattliches Budget zur Verfügung. Das gab der mit knallharten Horror-Perlen wie „Dog Soldiers“ und vor allem „The Descent - Abgrund des Grauens“ zu frühen Ehren gelangte Brite aus, um mit dem Endzeit-Kracher schwer blutig und brutal auf den Putz zu hauen.

    In seiner 4-Sterne-Kritik des 2008 in die Kinos gekommenen Reißers lobt Autor Carsten Baumgardt ausdrücklich Marshalls Kompromisslosigkeit in Sachen Gewaltdarstellung und das damit einhergehende, konsequente Pfeifen auf Mainstream-Tauglichkeit.

    Unser Rezensent nennt „Doomsday“ ein atmosphärisches Trash-Fest für Genre-Fans, das es zu feiern gelte. Einige Details der Handlung würden zwar keinen Sinn ergeben und auch sonst wäre es mit der Logik nicht durchgehend allzu weit her. Marshall destilliere aber einen Unterhaltungscocktail, dessen Reinheit Maßstäbe setze. Es gäbe keine störenden Anflüge von Anspruch oder Subtext – nur Action, Tempo und von der Leine gelassenen Wahnwitz.

    Der dritte Spielfilm des einige Jahre später für seine Arbeit an der Hit-Serie „Game Of Thrones“ für einen Emmy nominierten Filmemachers, der uns zudem Werke wie „Centurion“ oder „Hellboy - Call Of Darkness“ bescherte, läuft am heutigen 09. Juni 2022 um 22.55 Uhr auf Tele 5.

    Alles nur geschnitten

    Die Sache hat nur einen Haken: „Doomsday - Tag der Rache“ ist in Deutschland noch nie ungekürzt erschienen. Selbst bei der FSK-18-Version wurden im Vergleich zur R-Rated-Variante aus den USA eine ganze Menge Gewaltspitzen und Gore-Effekte gestrichen. Die Tatsache, dass es sich bei der heutigen TV-Ausstrahlung um eine noch weiter gekürzte Ab-16-Version handeln dürfte (FSK-18-Filme dürfen im TV nicht vor 23 Uhr laufen), macht die Sache nur noch schlimmer. Insgesamt fehlen laut Schnittberichte satte 11 Minuten und 40 Sekunden!

    Alternativ könnt ihr die FSK-18-Variante immerhin bei Amazon Prime Video streamen. Wie schon erwähnt ist die zwar auch gekürzt, aber es ist eben die am wenigsten verstümmelte Version, die in Deutschland aktuell zur Verfügung steht:

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    Darum geht’s in "Doomsday"

    Schottland ist aufgrund einer dort grassierenden Epidemie, die durch einen tödlichen Virus verursacht wurde, aus Sicht der britischen Regierung nicht mehr zu retten. Deshalb werden Land und Leute sich selbst überlassen und vom Rest des Vereinigten Königreichs hermetisch abgeriegelt. 30 Jahre später taucht das Virus dann aber plötzlich doch noch in London auf. Jetzt heißt es schnell und effizient zu handeln.

    Der britische Premierminister (Alexander Siddig) beauftragt seinen skrupellosen Sonderberater Canaris (David O‘Hara), umgehend eine Eliteeinheit des Militärs nach Glasgow zu schicken, um nach einem Heilmittel für das Virus zu suchen. Gibt es dort doch überraschenderweise noch immer Anzeichen menschlichen Lebens.

    In Glasgow soll das Team um Major Eden Sinclair (Rhona Mitra) den einst renommierten Virusexperten Kane (Malcolm McDowell) ausfindig machen. Doch um an dessen zuletzt bekannten Aufenthaltsort zu gelangen, muss der Regierungstrupp zunächst das kontaminierte und verwüstete Gebiet hinter dem Grenzwall durchqueren. Dort hat sich von London unbemerkt eine brutale Kannibalen-Subkultur etabliert, die es erst einmal zu bekämpfen beziehungsweise zu überleben gilt …

    Viele vertraute Gesichter in "Doomsday"

    Für seinen ersten mit US-Geldern produzierten und größtenteils in Südafrika gedrehten Film konnte Neil Marshall eine ganze Reihe durchaus prominenter Schauspieler*innen verpflichten. So wird die Hauptrolle der toughen Anführerin der Spezialeinheit von Rhona Mitra („Underworld: Aufstand der Lykaner“) verkörpert, die ihren wohl besten Kino-Auftritt im starken Justiz-Thriller „Das Leben des David Gale“ an der Seite von Kevin Spacey, Kate Winslet und Laura Linney hatte. Im TV war die Londonerin u. a. mit langfristigen Parts in Serien-Hits wie „Boston Legal“, „Shooter“, „The Last Ship“ und „Nip/Tuck“ vertreten.

    Neben Mitra standen Alexander Siddig aus „Star Trek: Deep Space Nine“ und „Peaky Blinders“, „Brazil“- und „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“-Star Bob Hoskins sowie „Uhrwerk Orange“-Veteran Malcolm McDowell für „Doomsday - Tage der Rache“ vor der Kamera. Ebenfalls in wichtigen Rollen waren dabei: David O‘Hara aus „Luther“, Adrian Lester („Hustle“) und der in den meisten Marshall-Werken mitmischende Sean Pertwee („Gotham“).

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    Dies ist eine Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels. *Bei dem Link zum Angebot von Amazon handelt es sich um einen sogenannten Affiliate-Link. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision.

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