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    Netflix statt Kino? Martin Scorseses neuer Thriller mit Leonardo DiCaprio wohl zu teuer
    Von Björn Becher — 14.04.2020 um 16:59

    Eigentlich wollte Martin Scorsese seinen neuen Thriller „Killers Of The Flower Moon“ ab Frühjahr drehen. Das ist aufgrund der Corona-Krise ohnehin problematisch, aber nun scheinen sich auch seine „The Irishman“-Probleme zu wiederholen.

    Netflix

    Niemand in Hollywood wollte Martin ScorseseThe Irishman“ finanzieren – bis Netflix in die Bresche sprang. Das könnte dem Meisterregisseur nun erneut passieren. Eigentlich sollte er den auf einer wahren Geschichte basierenden Thriller „Killers Of The Flower Moon“ für Kinoverleih Paramount drehen, doch dort bekommt man nun angeblich kalte Füße.

    Wie das Wall Street Journal berichtet, sei das Budget auf 200 Millionen Dollar gewachsen – und Paramount hat arge Bedenken, dieses Geld an den Kinokassen wieder einspielen zu können. Schließlich müsste das Studio auch noch einmal eine beträchtliche Summe für Werbung in die Hand nehmen – und das ist man bei Hochrechnungen schnell bei Einspielergebnissen, die bislang noch kein Scorsese-Film jemals erzielt hat.

    Springen Netflix oder Apple ein?

    Daher habe Paramount Martin Scorsese die Erlaubnis gegeben, das Projekt anderen Anbietern anzutragen. Der Filmemacher habe auch mit zwei Unternehmen schon Gespräche geführt:

    Das ist zum einen natürlich Netflix, was auch Sinn macht, schließlich verbindet ihn mit dem Streaminggigant schon eine gemeinsame Vergangenheit durch die Arbeit an „The Irishman“.

    Doch auch mit Apple soll er gesprochen haben. Der iPhone-Hersteller drängt schließlich mit Nachdruck auf den Streamingmarkt. Da braucht es Prestigeprojekte und was würde Filmfans in aller Welt eher zu einem Abo beim Streamingdienst Apple TV+ verleiten, als die Aussicht, nur dort den neuen Film von Martin Scorsese mit Leonardo DiCaprio und Robert De Niro sehen zu können.

    Darum geht es in "Killers Of The Flower Moon"

    Im Mittelpunkt von „Killers Of The Flower Moon“ steht eine reale Mordserie in Osage County, Oklahoma, Anfang der 1920er Jahre. Auf dem Land amerikanischer Ureinwohner wurden Ölvorkommen gefunden, die diese reich machten. Doch nach und nach kam es zu Todesfällen und immer mehr Öl-Rechte gingen in die Hand des reichen weißen Farmers William Hale (Robert De Niro) über.

    Ein Agent (gespielt von Leonardo DiCaprio) des noch relativ jungen FBI übernimmt die Ermittlungen und ist sich bald sicher, dass Hale hinter den Morden steckt. Doch es fällt ihm schwer, das zu beweisen, denn auch mögliche Zeugen segnen schnell das Zeitliche.

    Ein Western nach wahren Begebenheiten

    Als Vorlage dient Scorsese ein 2017 veröffentlichtes und viel diskutiertes Sachbuch des Journalisten David Grann. Der kam zu dem Schluss, dass nach seinen Recherchen Hale mehrere hundert Menschen auf dem Gewissen hat, nachdem man vorher nur von 20 bis 30 Morden ausging.

    Scorsese beschreibt das Projekt selbst als Western und will es mit entsprechenden Genre-Vorbildern im Kopf inszenieren. Der Filmemacher arbeitet dabei auch sehr eng mit der amerikanischen Ureinwohner-Gemeinschaft von Osage County zusammen und kündigte an deren Kultur, Geschichte und Sprache authentisch auf Film zu bannen.

    Netflix schnappt sich Fortsetzung zu einem der coolsten Action-Kinofilme der letzten Jahre

    Die Buchvorlage, die in Deutschland den Titel „Das Verbrechen: Die Osage-Morde und das FBI. Ein True-Crime-Thriller“ trägt, kann übrigens unter anderem bei Amazon bestellt werden.*

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