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    TV-Tipp: Heute läuft einer der besten Filme aller Zeiten – mit der wohl intensivsten Schießerei der Filmgeschichte
    Von Markus Trutt — 21.04.2021 um 15:41

    Mit „Heat“ hat Michael Mann vor über 25 Jahren ein brachiales Gangster-Epos geschaffen, das bis heute nichts von seiner Wucht eingebüßt hat – der grandiosen Action und dem packenden Duell der Leinwand-Ikonen Al Pacino und Robert De Niro sei Dank.

    Warner Bros.

    +++ Meinung +++

    Robert De Niro und Al Pacino gehörten beide bereits 1974 zum Cast des Mafia-Meisterwerks „Der Pate 2“, hatten dort aufgrund der Erzählstruktur jedoch keine einzige gemeinsame Szene. Es sollten noch zwei volle Jahrzehnte vergehen, bis die inzwischen zu noch größeren Hollywood-Stars herangereiften Oscarpreisträger zum ersten Mal tatsächlich gemeinsam vor der Kamera standen.

    1995 war es dann also endlich so weit – und zwar in Michael Manns Cop-vs.-Gangster-Meisterwerk „Heat“, das am heutigen 21. April 2021 um 22.40 Uhr bei Kabel Eins läuft (aktuell aber z. B. auch im Amazon-Prime-Abo enthalten ist).

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    „Heat“ lebt vom Duell der Schauspielgrößen Pacino und De Niro, hat aber auch noch viel mehr zu bieten...

    170 Minuten und keine zu viel

    Mit dem Remake seines TV-Films „Showdown in L.A.“ (das komplexer ist als das Original) lieferte „Insider“- und „Collateral“-Regisseur Michael Mann auf mehreren Ebenen gleichermaßen virtuos ab: „Heat“ ist Charakterdrama, Gangster-Thriller und Actionfilm in einem – ohne dass einer dieser Bereiche dabei den Kürzeren zieht. Vielmehr greifen sie perfekt ineinander und ergänzen sich zu einem packenden Gesamtergebnis.

    Keine der 170 Minuten wird dabei verschenkt. Schließlich werden viele spannende Nebenschauplätze aufgemacht, bei denen auch andere, mit u. a. Val KilmerJon Voight und Natalie Portman ebenfalls top besetzte Figuren ins Rampenlicht rücken und dem Gesamtgeschehen so noch mehr Gewicht verleihen.

    Inmitten der Geschichte um den gewieften Räuber Neil McCauley (De Niro), der noch ein letztes großes Ding durchziehen will, und dem ihn jagenden Polizisten Vincent Hanna (Pacino) sind es jedoch vor allem zwei ganz zentrale Szenen, die aus dem starken Thriller ein absolutes Highlight machen.

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    Treffen der Giganten

    Michael Mann spielt in „Heat“ regelrecht mit dem langersehnten Aufeinanderprallen von Pacino und De Niro. Denn im Grunde haben sie auch hier nicht viel mehr gemeinsame Leinwandzeit bekommen als in „Der Pate 2“.

    Die Handlungsstränge der zwei Protagonisten werden lange Zeit völlig gleichberechtigt nebeneinander her erzählt, sodass man schon bald mitbekommt, dass die beiden Männer zwar auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes stehen, aber eigentlich gar nicht so verschieden sind. Simple Schwarz-Weiß-Malerei findet hier nicht statt. Es fällt mir bei jeder „Heat“-Sichtung somit immer wieder aufs Neue schwer, mich zu entscheiden, wem der beiden ich nun eigentlich die Daumen drücken soll.

    Aus der Schauspieler-„Not“ macht Mann letztlich auch eine Tugend. So ist es gerade der behutsame Aufbau des Duells der Figuren, der sich voll auszahlt, als sie in der Mitte des Films dann doch endlich das erste Mal direkt aufeinandertreffen – und das als weiterer genialer Schachzug nicht etwa in einer Actionszene, sondern in einem simplen Gespräch in einem Diner.

    Pacino und De Niro haben die Unterhaltung damals vor dem Dreh bewusst nicht geprobt, um eine noch größere Wirkung zu erzielen – mit vollem Erfolg: Die elektrisierende Spannung, die hier unter der Oberfläche brodelt, sorgt für eine Atmosphäre zum Schneiden und macht die Konfrontation der beiden Hollywood-Legenden zum erhofften Filmmoment für die Ewigkeit.

    Eine der beeindruckendsten Schießereien

    Aber auch die Action kommt in „Heat“ nicht zu kurz. Zwar setzt Mann sie nur sehr wohldosiert ein, wenn es dazu kommt, bricht sie aber umso brachialer über die Figuren herein. Am deutlichsten wird das wohl in der atemberaubenden Schießerei auf den Straßen von L.A. nach einem missglückten Banküberfall.

    Was Mann hier im wahrsten Sinne des Wortes abfeuert, ist eine absolute Wucht und sucht in Sachen Intensität seinesgleichen. Der Filmemacher erzeugt ein schweißtreibendes Mittendrin-Gefühl, einerseits durch das dynamische Ausufern der Szene, vor allem aber auch mithilfe des außergewöhnlichen Sounddesigns.

    Statt die Umgebungs- und Gewehrgeräusche nämlich tatsächlich erst noch zu designen, nahm Mann die unverfälschte Geräuschkulisse direkt am Set auf. Die ewig nachhallenden Schüsse, die von der Umgebung unheilvoll zurückgeworfen werden, machen die Gefahr in der Szene allgegenwärtig.

    „Heat“ ist und bleibt einer der besten Filme aller Zeiten. Völlig zu Recht sicherte sich der Action-Thriller vor fünf Jahren daher auch einen Platz in unserer großen Film-Top-100 – bei der er, wenn es nach mir geht, noch viel weiter oben hätte landen können.

    Webedia GmbH

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