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    Heute erstmals im TV: Dieses Ausnahme-Remake ist fast noch besser als das preisgekrönte Original
    20.07.2021 um 11:00
    Daniel Fabian
    Daniel Fabian
    -Redakteur
    Fasziniert und berührt werden, aber auch ein stückweit über sich selbst erfahren – darin besteht für Daniel die Magie des Kinos.

    Sechs Jahre nach seinem vielfach ausgezeichneten „Gloria“ legte Regisseur Sebastián Lelio selbst sein Drama mit Hollywood-Besetzung neu auf – und traf einmal mehr voll ins Schwarze. Das sehenswerte Ergebnis gibt’s am 20. Juli 2021 bei ARD zu sehen.

    SquareOne Entertainment

    Wenn Filme neu aufgewärmt werden, kann das viele Gründe haben. Zumeist werden aber einfach Kassenschlager aus nicht-englischsprachigen Ländern neu aufgelegt, um auch den großen US-Markt zu gewinnen. Untertitel sind dort nämlich nicht allzu gern gesehen. Und die Vergangenheit zeigte, dass Studios in der Regel auch einfach ziemlich gut damit fahren, Konzepte praktisch 1:1 zu übernehmen und mit mehr Budget und bekannten Gesichtern massentauglich zu kopieren. Bei „Gloria – Das Leben wartet nicht“ (2019) ist der Fall allerdings ein wenig anders.

    Einerseits unterscheidet sich das Selbstfindungsdrama um eine lebenslustige Mittfünfzigerin doch stark von „Gloria“ (2013), andererseits übernahm mit Sebastián Lelio auch der Regisseur des Originals die Inszenierung der Neuauflage – der damit im Kern zwar dieselbe Geschichte erzählt, die er allerdings um einige spannende Facetten erweitert und am Ende einen anderen, aber genauso sehenswerten Film abliefert. Und genau den gibt es heute erstmals im Free-TV zu sehen: ARD zeigt „Gloria - Das Leben wartet nicht“ am 20. Juli 2021 um 22.50 Uhr. Kein günstiger Sendeplatz, doch wir verraten euch, warum sich was Wachbleiben lohnt.

    Das ist "Gloria - Das Leben wartet nicht"

    Da ihre erwachsenen Kinder Anne (Caren Pistorius) und Peter (Michael Cera) längst ihr eigenes Leben haben, droht Gloria (Julianne Moore) nach ihrer Scheidung endgültig zu vereinsamen – bis sie schließlich neuen Mut fasst. Quasi als Kontrastprogramm zu ihrem langweiligen Büroalltag schlägt sie sich die Nächte von nun an auf den abwechslungsreichen Single-Partys, die Los Angeles so hergibt, um die Ohren.

    Bei einem ihrer nächtlichen Streifzüge lernt sie dann auch Arnold (John Turturro) kennen, mit dem sie sich schon bald mehr als bloß eine flüchtige Bekanntschaft vorstellen kann. Als Gloria jedoch herausfindet, dass der sie vor seinen Töchtern verheimlicht, beginnt die frischverliebte Mutter an ihrem neugewonnen Glück zu zweifeln…

    Alte Geschichte, neue Probleme

    Die amerikanische Gloria steht vor denselben Problemen wie ihr chilenisches Vorbild und trägt am Ende doch ihren ganz eigenen Kampf aus. Erblondet und mit schickerer Brille ausgestattet, legt Drehbuchautor und Regisseur Lelio seine neue Gloria nicht nur äußerlich neu an, sondern will sie auch charakterlich nicht bloß kopieren – womit man ohnehin weder Original-Darstellerin Paulina García noch Oscar-Preisträgerin Julianne Moore (für „Still Alice“) gerecht würde.

    Während er im Remake weniger subtil bleibt und seinem Publikum damit vergleichsweise wenig Raum zur Interpretation lässt, bekommt seine neue Hauptdarstellerin hingegen umso mehr Raum, um die altbekannte Rolle neu auszulegen – etwa auch mit Hilfe eines völlig neuen Settings. Im Mekka der Schönheitsoperationen muss sich Gloria nämlich nicht nur mit ihren Familienproblemen und einem Pantoffelhelden herumschlagen, sondern auch mit den Schönheitsidealen, die in L.A. immer mehr zur Normalität werden.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Gloria – Das Leben wartet nicht"

    Von uns gibt’s am Ende starke 4 von 5 möglichen Sternen und eine klare Empfehlung für alle Fans von aus dem Leben gegriffenen Geschichten. Unser Fazit: „Keine bloße Kopie, sondern die nicht weniger überzeugende Geschichte einer etwas anderen Gloria, die von Julianne Moore einfühlsam und mit mehr Mut zur Tragik zum Leben erweckt wird – wenn der US-Version auch ein Stück weit das Geheimnisvolle fehlt, das die chilenische Gloria zum subtilen Faszinosum machte.“

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