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    Streaming-Warnung für Disney+: Einer der unnötigsten Marvel-Filme überhaupt – hier geht jede Menge Potential flöten!
    23.07.2021 um 09:55
    Benjamin Hecht
    Benjamin Hecht
    -Redakteur
    Weil Hayao Miyazaki ihn träumen lässt, Sergio Leone ihm den Schweiß auf die Stirn treibt und Stanley Kubrick seinen Grips fordert: Dafür liebt Benjamin das Kino!

    Der heutige Marvel-Neustart auf Disney+ ist nur etwas für Komplettisten. Doch gerade Fans der Comic-Vorlage dürften sich bei „X-Men: Dark Phoenix“ ob der geballten Menge an verschenktem Potential an den Kopf fassen.

    Disney und seine verbundenen Unternehmen.

    +++ Meinung +++

    Um es gleich mal vorweg zu nehmen: Ja, es gibt schlechtere Marvel-Adaptionen als „X-Men: Dark Phoenix“. Josh Tranks unglaublich miese „Fantastic Four“-Verfilmung von 2015, die völlig zurecht unsere Liste der schlechtesten Marvel-Filme aller Zeiten anführt, kommt hier als erstes in den Sinn. Doch wenigstens kann man sich über so eine dämliche Vollkatastrophe noch halbwegs amüsieren. „Dark Phoenix“ dagegen ist so mittelmäßig, dass er kaum emotionale Reaktionen hervorruft.

    ›› "X-Men: Dark Phoenix" & viele besser Marvel-Filme bei Disney+*

    Was hier an Potential verschwendet wird, sei es ob der grandiosen Schauspieler*innen oder der legendären Comic-Vorlage, ist einfach nur schade. Und es ist gerade als Finale der X-Men-Reihe von 20th Century Fox, dem vielleicht spannendste Superhelden-Universum neben dem MCU, eine riesige Enttäuschung. Wobei selbst der Begriff Finale sich in diesem Zusammenhang falsch anfühlt. „X-Men: Dark Phoenix“ wirkt völlig willkürlich in die übergeordnete Erzählung hineingeklatscht.

    Das ohnehin schon unübersichtliche Mutantenuniversum wirkt damit endgültig wie ein ausgefranstes Wollknäuel, in dem die verschiedenen Erzählstränge mal chaotisch ineinander verflochten, mal auseinander zu laufen scheinen, ohne in ihrer Gesamtheit einen stringenten roten Faden und somit eine anregende Dramaturgie zu bieten, wie es dem MCU beispielsweise mit der Infinity-Saga gelang.

    Darum geht's in "X-Men: Dark Phoenix"

    Zehn Jahre nach den Ereignissen von „X-Men Apocalypse“ werden die Mutanten um Charles Xavier (James McAvoy) endlich von der US-Regierung akzeptiert. Xavier schickt seine Zöglinge im Gegenzug auf riskante Missionen, um Menschen in Not zu retten. So werden Mystique (Jennifer Lawrence), Beast (Nicholas Hoult), Jean Grey (Sophie Turner) und Co. eines Tages zu einer Astronauten-Bergungsmission ins Weltall schickt. Dabei wird Jean jedoch von einer Sonneneruption getroffen, die ihr unfassbare Macht verleiht.

    Die Gestaltwandlerin Lilandra (Jessica Chastain) tritt daraufhin auf den Plan und manipuliert die emotional fragile Teenagerin nach Strich und Faden, um deren Macht unter ihre Kontrolle zu bringen. In der Folge wendet sich Jean gegen ihre Freunde und die Menschheit. Die X-Men müssen nun zusammenarbeiten, um den „Dark Phoenix“ zu stoppen und sind dabei auch auf die Hilfe von Charles' Erzfeind Magneto (Michael Fassbender) angewiesen.

    Eines meiner größten Probleme mit „Dark Phoenix“ kann ich dem Film selbst aber nicht mal ankreiden. Dass nämlich der Tod einer der wichtigsten X-Men bereits in einem Trailer verraten wurde (nicht der Trailer oben, sondern ein anderer) ist Schuld der Marketing-Abteilung. Ich habe keine Ahnung, wie es sich anfühlt, diesen eigentlich sehr tragischen Moment unwissend zu erleben. Doch für mich hat der Trailer das Seherlebnis versaut.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "X-Men: Dark Phoenix"

    Andererseits gibt es in diesem Film nicht allzu viel zu versauen, denn Regisseur und Autor Simon Kinberg scheint einfach nicht das nötige Vertrauen in die emotionale Wucht der Geschichte selbst gehabt zu haben (eigentlich überraschend, da die „Dark Phoenix“-Storyline aus den Comics unter „X-Men“-Fans einen sensationellen Ruf besitzt) und erklärt uns die Tragik des Mutanten-Konflikts allzu oft und explizit in aufgesetzten Dialogen, anstatt einfach mal die Bilder wirken zu lassen.

    Hauptdarstellerin Sophie Turner schafft es indes nicht, die innerliche Zerrissenheit der Jean Grey mit der nötige Finesse zu spielen und wirkt in ihrem Allmachts-Tantrum eindimensional böse. „X-Men: Dark Phoenix“ fühlt sich dadurch insgesamt recht flach und generisch an und verspielt damit eine Menge Potential.

    Kommen wir nun lieber zu den anderen heutigen Neuheiten auf Disney+.

    Auch neu auf Disney+: Jede Menge Comedy und das Finale einer Marvel-Serie

    Neben „X-Men: Dark Phoenix“ bekommen Marvel-Fans außerdem die letzte Episode der ersten Staffel von „M.O.D.O.K.“ zu sehen. Eine animierte Serie, die von einem der seltsamsten Superschurken überhaupt handelt:

    Zudem gibt es jede Menge Comedy: So könnt ihr euch in den ersten sieben Staffeln der Sitcom „Last Man Standing“ über „Hör mal wer da hämmert“-Star Tim Allen amüsieren. Im spaßigen „Why Him?“ muss sich ein überfürsorglicher Vater (Bryan Cranston) mit dem völlig über die Strenge schlagenden Freund (James Franco) seiner Tochter (Zoey Deutch) arrangieren und „Ich, beide & sie“ ist quasi die Rom-Com-Variante von „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“, mit einem typisch verrückt aufspielenden Jim Carrey in der Hauptrolle.

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