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    Heimkino-Tipp: Eine der besten Filmreihen der Kinogeschichte gibt's jetzt erstmals komplett in einer Box
    10.09.2021 um 08:00
    Sidney Schering
    Sidney Schering
    -Freier Autor und Kritiker
    Sein erster Kinofilm war Disneys „Aladdin“. Schon in der Grundschule las er Kino-Sachbücher und baute sich parallel dazu eine Film-Sammlung auf. Klar, dass er irgendwann hier landen musste.

    Richard Linklaters „Before“-Trilogie ist eine ungewöhnliche Trilogie mit außergewöhnlicher Entstehungsgeschichte und ein Meilenstein des Romantikkinos. Jetzt gibt es endlich alle drei Teile auf einen Streich zu erwerben.

    Prokino Filmverleih

    +++Meinung+++

    Richard Linklater ist unter anderem für das mehrfach preisgekrönte Drama „Boyhood“ bekannt, das über ein Jahrzehnt lang gedreht wurde. Neben diesem Mammutprojekt hat Linklater aber noch eine andere Langzeitproduktion verantwortet: Die „Before“-Reihe. In dieser Trilogie, die von 1995 bis 2013 entstanden ist, sehen wir die von Ethan Hawke und Julie Delpy verkörperten Figuren in drei verschiedenen Lebensabschnitten.

    Über die Filme hinweg verändern sich ihre Charakterzüge, ihre Beziehung zueinander, sowie ihr Blick auf das Leben. Und so bekommen wir den Lauf der Zeit sowie den Wandel bezüglich romantischer Vorstellungen gekonnt vorgeführt, der uns alle erwischt. Und obendrein sind Hawkes und Delpys Figuren einfach ungeheuerlich sympathische Figuren, die einem von Film zu Film immer mehr ans Herz wachsen. Und genau die – nämlich „Before Sunrise“ (1995), „Before Sunset“ (2004) und „Before Midnight“ gibt's jetzt erstmals in einer Box auf DVD und Blu-ray:

    » Die "Before"-Trilogie im Set bei Amazon*

    Darum geht es in der "Before"-Trilogie

    Alles beginnt 1994, als sich der US-Amerikaner Jesse und die Französin Celine zufällig während einer Zugfahrt von Budapest nach Paris begegnen und schnell einen Draht zueinander finden. Spontan beschließen sie, gemeinsam durch Wien zu spazieren. Es entwickelt sich ein Gespräch über die Liebe, das Leben, Philosophie, Musik und alles mögliche …

    Was Regisseur/Autor Linklater und Autorin Kim Krizan eigentlich nie als Filmreihe geplant hatten, entwickelte sich zu einer überaus herzlichen Trilogie, die von der großartigen Chemie zwischen Hawke und Delpy lebt sowie von den begnadeten Dialogen: 2004 wurde das Original „Before Sunrise“ mit „Before Sunset“ fortgeführt, einem etwa 70-minütigen Spaziergang durch Paris, der die jugendliche Naivität des ersten Films abwandelt. Die Figuren sind eloquenter und bestimmter, aber auch sehnsüchtiger geworden.

    2013 kam es dann in „Before Midnight“ zum zweiten Wiedersehen mit Celine und Jesse – in völlig anderer Lebenssituation, mit gänzlich anderer Stimmung und daher auch einer völlig neuen Gesprächsdynamik. Nach den bildschön fotografierten Streifzügen durch Wien und Paris dient dieses Mal der betörende Südwesten Griechenlands als Hintergrund für die authentischen, cleveren Wortwechsel.

    Eine außergewöhnliche Achterbahnfahr der Gefühle

    Was ungewöhnlich ist: Bei den Sequels wirkten Hawke und Delpy an den Drehbüchern mit. Sie hatten ihre Rollen derart verinnerlicht, dass Linklater das als nötige Konsequenz sah, was man den Filmen auch anmerkt – es ist so, als würde man Bekannten, die man nur gelegentlich trifft, bei einem intensiven Gespräch lauschen. Die Skripts wirken, obwohl so viel in ihnen mitschwingt, keinen Deut gekünstelt.

    Aufgrund der hohen Glaubwürdigkeit dessen, wie Jesse und Celine gespielt werden und entwickelt wurden, sind die „Before“-Filme echte Achterbahnfahrten der Gefühle, obwohl doch wenig in ihnen passiert: Man muss ein Herz aus Stein haben, um mit den Beiden nicht zu lachen, sich mit ihnen (und auch über sie) nicht zu ärgern, nicht mit ihnen zu bangen und auch mit ihnen nicht zutiefst zu schluchzen. Das macht die Liebes-Trilogie, deren einzelne Kapitel in der FILMSTARTS-Kritik übrigens auf 5, 4 und 4,5 Sterne kommen, für mich zu einer der besten Filmreihen aller Zeiten.

    Übrigens: In den USA wurde die „Before“-Trilogie bereits im Rahmen der prestigeträchtigen Criterion Collection als Komplettedition veröffentlicht. Die Veröffentlichung ist hübscher aufgemacht als das deutsche Set, allerdings ist diese Variante auch deutlich kostspieliger und mit einem Regionalcode versehen, der mit handelsüblichen hiesigen Blu-ray-Playern auch gar nicht kompatibel ist. Das deutsche Blu-ray-Set ist derweil nur ein Paket aus den drei bereits veröffentlichten Blu-rays dieser Filme, die ihr euch so aber immerhin erstmals komplett in HD für einen schmlen Taler ins Regal stellen könnt.

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