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    TV-Tipp: Heute läuft ein herausragender Thriller mit einer der spannendsten Action-Szenen der Filmgeschichte
    Von Björn Becher — 26.09.2021 um 10:58

    Der Kampf gegen Al Capone in Brian De Palmas Klassiker „Die Unbestechlichen“ ist herausragend und gipfelt in einer Szene, die in die Filmgeschichte einging, obwohl sie nur ein Notfallplan war. Unser TV-Tipp des Tages!

    Paramount Pictures

    Wer auf herausragende Gangsterfilme steht, kommt an „Die Unbestechlichen“ nicht vorbei. Mit unter anderem Kevin Costner, Sean Connery sowie Robert De Niro erstklassig besetzt und von Musik-Meister Ennio Morricone famos untermalt, inszenierte Brian De Palma einen so spannenden wie eindrucksvollen Thriller.

    ARTE zeigt „Die Unbestechlichen“ am heutigen 26. September ab 20.30 Uhr. Das ist unser TV-Tipp des Tages, bei dem wir vor allem über eine Szene reden müssen...

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    Das ist "Die Unbestechlichen"

    Brian De Palmas „Die Unbestechlichen“ spielt im Chicago zur Hochzeit der Prohibition. Gangsterboss Al Capone (Robert De Niro) hat die Stadt im Griff. Weil er auch etliche Funktionäre geschmiert hat oder erpresst, scheint ihm keiner etwas anhaben zu können.

    Um dieser Situation Herr zu werden, wird der junge Eliot Ness (Kevin Costner) als Außenstehender damit beauftragt, in der Metropole aufzuräumen. Als er merkt, dass er aufgrund der grassierenden Korruption allein auf weiter Flur steht, schart er eine kleine zusammengewürfelte Truppe um sich, der er völlig vertrauen kann...

    Den Kampf der sehr unterschiedlichen Außenseiter (Sean Connery als alter Hase, Andy Garcia als Scharfschütze und Charles Martin Smith als kleiner Nerd) gegen den scheinbar übermächtigen Gangsterboss ist fesselnd und auf den Punkt geschildert. Hitchcock-Fan Brian De Palma zieht immer wieder gekonnt die Spannungsschraube an, um uns mitfiebern zu lassen...

    Da schlägt zum Beispiel Capone gegen alle, die sich nicht schmieren lassen, zurück. Ein Killer dringt in die Wohnung des alten, aufrichtigen Straßencops Malone ein. De Palma filmt das Geschehen aus der Ego-Perspektive des Mörders, nutzt so Elemente des von ihm so geliebten Horrorfilms, um eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen...

    Doch vor allem ein anderer Moment schrieb Filmgeschichte:

    Kann Action besser sein? Die Bahnhofssequenz in "Die Unbestechlichen"

    Die Rede ist natürlich von der legendären Bahnhofssequenz, die so brillant ist, dass sie wie ein eigener Kurzfilm funktioniert. Zeigt die Szene einer Person, die nichts vom übrigen Film weiß, die Figuren nicht kennt, und sie wird mit hoher Wahrscheinlichkeit trotzdem gefesselt sein.

    Eigentlich war die Sequenz dabei nie so geplant. Im Drehbuch stand eine Schießerei in einem Zug. Doch Studio Paramount war der Nachbau eines authentischen Zuges aus den 1930er Jahren zu teuer, sodass De Palma improvisieren musste – und er erinnerte sich an die berühmte Treppenszene aus dem Filmklassiker „Panzerkreuzer Potemkin“. Die wurde von Hitchcocks „Psycho“ bis zu Coppolas „Der Pate“ schon oft zitiert, aber nie so brillant wie von De Palma.

    Die Szene beginnt damit, dass Costner und Garcia am Bahnhof aufschlagen, um den Buchhalter von Al Capone zu schnappen. Denn der hat Beweise, die den Gangsterboss ins Gefängnis bringen können.

    Schon der Aufbau ist meisterhaft: De Palma nimmt sich mehrere Minuten, um uns fast in Echtzeit daran teilhaben zu lassen, wie sich die beiden Polizisten im riesigen Gebäude positionieren, wo nichtsahnend Passanten ihrem Tagesgeschäft nachgehen – und eine von ihnen erregt die Aufmerksamkeit von Ness und des Publikums.

    Eine junge, vollgepackte Mutter muss ihren Kinderwagen die schweren Stufen runter bekommen. Obwohl er die Augen nach dem Buchhalter offen halten muss, entschließt sich Ness, ihr zu helfen, um sie aus der Gefahrenzone befördern.

    Doch als er gerade dabei ist, sieht er wie mehrere Männer die Bahnhofshalle betreten, die dank eines bekannten Gesichtes als Handlanger von Capone zu identifizieren sind. Und auch der Buchhalter betritt die Bildfläche. Von nun an in Zeitlupe bricht das Chaos aus, eine blutige Schießerei startet und Ness lässt den Kinderwagen los, der im Kugelhagel die Treppe nach unten rollt...

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    De Palma beweist hier eindrucksvoll, was die Kraft des Kinos ist. Denn er erzählt ausschließlich über das besondere Merkmal des Kinos: über Bilder. Wie schon gesagt, braucht es gar keine Vorkenntnis der Story, um die Szene spannend zu finden. Alles, was zählt und wichtig ist, vermittelt De Palma allein mit den Bildern dieser Szene, mit der sorgfältig platzierten Positionierung aller Figuren und der Etablierung des Konflikts. Er braucht auch keine Worte.

    Die Kamera schildert, was zum Beispiel im Kopf von Ness vorgeht, wie er mit sich ringt, seinen Posten zu verlassen, um der Frau zu helfen. Und auch bei der Schießerei gibt es keine Schreie. Wir hören nur die Musik und die Geräusche der Schüsse.

    Längst ist die Treppenszene aus „Die Unbestechlichen“ völlig zurecht eine der legendären und eine der spannendsten Actionszenen der Filmgeschichte – und dabei ist sie nur ein aus der Not geborenes Zitat...

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