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    Sci-Fi-Action-Feuerwerk heute im TV: Dieses Kult-Remake löste einen Hollywood-Skandal aus – und ist besser als sein Ruf
    03.12.2021 um 11:15
    Daniel Fabian
    Daniel Fabian
    -Redakteur
    Berührt und fasziniert zu werden, aber auch etwas über sich selbst lernen – das bedeutete Kino schon immer für Daniel. Darum machte der einstige Sozialarbeiter am Ende seine Leidenschaft auch zum Beruf.

    Normalerweise sind Marvel-Stars in der Hauptrolle ja Publikumsmagneten, im Fall von „Ghost In The Shell“ sorgte das Casting jedoch für Furore. Sehenswert ist die Anime-Adaption mit Scarlett Johansson dennoch. Heute um 20.15 Uhr auf ProSieben.

    Paramount Pictures

    Dass Hollywoods Live-Action-„Ghost In The Shell“ an den Kinokassen baden gehen würde, war bereits vor Kinostart absehbar. Der offensichtliche Grund für die finanzielle Bruchlandung: Als bekannt wurde, dass mit Scarlett Johansson eine Weiße die Hauptrolle in der Adaption des tief in der japanischen Kultur verankerten Stoffes mimen wird, wurden schnell Whitewashing-Vorwürfe laut. Während sich in Japan Fans des Mangas sowie des gleichnamigen, legendären Animes von 1995 wenig verwundert über das Casting zeigten, folgte vielerorts hingegen ein Boykott des Films.

    Dabei ist Rupert Sanders’ Interpretation des Stoffes, abgesehen von der fragwürdigen Casting-Entscheidung, insgesamt keine schlechte. Uns hat der visuell eindrucksvolle Science-Fiction-Actioner nämlich durchaus überzeugt und in der FILMSTARTS-Kritik 3,5 von 5 möglichen Sternen abgesahnt.

    Wenn „Ghost In The Shell“ am 3. Dezember ab 20.15 Uhr auf ProSieben läuft, lohnt es sich unserer Meinung nach also auf jeden Fall, mal reinzuschauen – vor allem, wenn man etwas für megastylische Action, zum Nachdenken anregende Zukunftsszenarien oder Scarlett Johansson übrig hat.

    Visueller Genuss statt philosophischem Tiefgang

    Angesiedelt in der nahen Zukunft, beschäftigt sich „Ghost In The Shell“ in erster Linie mit der Frage, was einen Menschen eigentlich zum Menschen macht – denn die technologischen Mittel machen es mittlerweile möglich, seinen Körper mittels kybernetischer Modifizierungen zu verbessern oder zu heilen. So kommt es immer mehr zu einer Verschmelzung von Mensch und Maschine.

    Während es dem Anime vor über einem Vierteljahrhundert eindrucksvoll gelang, in unter 90 Minuten der philosophischen wie psychologischen Tiefe und Komplexität der Vorlage gerecht zu werden, bewegt sich die Live-Action-Verfilmung lediglich an der Oberfläche der Kernthematik. Sicherlich auch, um das vermeintliche Massenpublikum, das dem potenziellen Blockbuster am Ende ohnehin verwehrt blieb, nicht zu überfordern. Der Ansatz bleibt dennoch derselbe faszinierende. Der Fokus hingegen ist ein anderer.

    „Ghost In The Shell“ ist ein audiovisueller Genuss und perfektes Demo-Material für jedes Heimkino, vor allem in 4K. Hier trifft finstere Dystopie auf Hochglanz-Spektakel, abgefuckte Seitengassen auf grell erstrahlende Hologramm-Reklame, moderne Technologien auf frisierte Oldtimer – und mittendrin die Frage, was es eigentlich bedeutet, Mensch zu sein. Emotional und dramaturgisch weniger ausgefeilt als der Anime, aber äußerst gekonnt und konsequent inszeniert, versprüht „Ghost In The Shell“ so jede Menge „Blade Runner“-Vibes, die begleitet vom pulsierenden Tech-Score von Clint Mansell und Lorne Balfe mit einer Extraportion Wumms daherkommen.

    Beginnend mit der Eröffnungsszene, in der wir die Entstehung von Scarlett Johanssons Major sehen bis hin zu den spektakulären und zuweilen brachialen Actionszenen bietet „Ghost In The Shell“ jede Menge Schauwerte für einen kurzweiligen Filmabend. Und dann ist da natürlich noch der Cast…

    Internationaler Mega-Starcast

    Während Scarlett Johanssons Besetzung ausgerechnet in Japan gut angenommen wurde – weil sich die Geschichte im Kern ohnehin weniger um Majors Ethnie, sondern das Menschsein an sich dreht –, wartet „Ghost In The Shell“ auch über seine Hauptdarstellerin hinaus mit großen Namen der internationalen Kinolandschaft auf.

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    Zugegeben, sowohl die französische Arthaus-Königin und Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche („Caché“, „High Life“) als auch die japanische Schauspiel- und Regielegende Takeshi Kitano („Battle Royale“, „Hana-bi“, „Zatoichi“) gehen als Wissenschaftlerin und Sicherheitschef nicht gerade an die Grenzen ihrer schauspielerischen Fähigkeiten. Das müssen sie aber auch gar nicht, denn beide füllen auch so jeden Raum, jede Szene, die sie betreten, mit ihrer Präsenz, der man sich einfach nicht entziehen kann.

    Ebenfalls mit von der Partie – und gewohnt überzeugend – sind außerdem die Britin Danusia Samal („The Great“), der unter anderem aus „The Dark Knight“ bekannte Singapurer Chin Han sowie Pilou Asbæk aus Dänemark, der auch schon im ebenfalls sehenswerten Sci-Fi-Actioner „Lucy“ an der Seite von Johansson zu sehen war.

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