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    Besser als "Der Pate": Einer der besten Gangsterfilme aller Zeiten verschwindet in 3 Tagen von Netflix
    Pascal Reis
    Pascal Reis
    -Redakteur
    Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

    Durch seine Spaghetti-Western wurde Sergio Leone berühmt. Mit „Es war einmal in Amerika“, der nur noch kurze Zeit bei Netflix läuft, hat sich der Italiener dem Gangsterfilm angenommen – und damit einen der besten Genre-Beiträge überhaupt abgeliefert.

    Warner Bros. / Netflix

    Wenn man über Sergio Leone spricht, dann werden in erster Linie seine Western-Meisterwerke „Für eine Handvoll Dollar“, „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Zwei glorreiche Halunken“ genannt. Mit seinem letzten Film, „Es war einmal in Amerika“, der nur noch bis einschließlich 31. August 2022 auf Netflix läuft, hat sich die italienische Regie-Legende dem klassischen Gangsterkino angenommen. Für uns zählt das Epos mit Robert De Niro, das hier in der europäischen Kinofassung (220 Minuten) gezeigt wird, zu den besten Gangsterfilmen aller Zeiten.

    Die besten Gangsterfilme aller Zeiten

    Übrigens: Nach „Spiel mir das Lied vom Tod“ und „Todesmelodie“ bildet „Es war einmal in Amerika“ den Abschluss von Sergio Leones inoffizieller Amerika-Trilogie. Während ihr euch „Spiel mir das Lied vom Tod“ auf Blu-ray oder DVD via Amazon beschaffen könnt ...

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    Darum geht’s in "Es war einmal in Amerika"

    David Aaronson (Robert De Niro), nur Noodles genannt, besucht seinen alten Weggefährten Fat Moe Gelly (Larry Rapp). Seine restlichen Freunde, Maximilian „Max“ Bercovisz (James Woods), Philip „Cockeye“ Stein (William Forsythe) und Patrick „Patsy“ Goldberg (James Hayden) wurden bei einem Polizeieinsatz erschossen. Noodles, der eine Gedenkstätte auf einem New Yorker Friedhof für seine Freunde gestiftet hat, erinnert sich an seine Vergangenheit und die gemeinsame Zeit.

    Noodles, Max und Co. wuchsen Ende der 1920er-Jahre in der Lower East Side auf. Schon früh fassten die den Entschluss, nicht ihr ganzes Leben in Armut verbringen zu wollen. Kleine Gaunereien waren die ersten Vergehen der Jugendbande, bis Noodles wegen zweifachen Mordes für zehn Jahre ins Gefängnis muss. Als er wieder aus dem Knast entlassen wird, haben seine Freunde eine gut funktionierende Organisation aus Bars, Restaurant und Spielhöllen aufgebaut – und Noodles gerät erneut in eine Abwärtsspirale...

    Ein bahnbrechendes Meisterwerk

    Fast zehn Jahre hat Sergio Leone an „Es war einmal in Amerika“ gearbeitet. Als der Film dann 1984 in die Kinos gekommen ist, zeigte sich die internationale Kritik eher mäßig begeistert von dem ausladenden Stück Gangsterfilm. Erst nach dem Tod von Leone sollte das Epos den Ruhm erhalten, den es eigentlich von Anfang an verdient hätte. Größer, mythisch aufgeladener und prachtvoller kann Kino kaum sein.

    Kein Wunder, dass es auch in der offiziellen FILMSTARTS-Kritik mit 5 von 5 Sternen die absolute Höchstwertung gab. Unser Autor Ulrich Behrens schätzt an „Es war einmal in Amerika“ vor allem seine inhaltliche Vielfalt, mit der er die großen Themen und Fragen des Lebens abdeckt: „Der Film handelt von Erinnerungen, von der Bedeutung von Erinnerungen, von der Bewertung des eigenen Lebens und vor allem von Schuld und Sühne, von Liebe und Gewalt, von Hass und Scheitern, von Erfolg und Enttäuschung.“

    Es war einmal in Amerika

    Dadurch, dass die Geschichte von „Es war einmal in Amerika“ mehrere Jahrzehnte umspannt, begeben wir uns zusammen mit Noodles und Co. auf eine gleichermaßen brutale wie tragische Reise. Am Ende erzählt Sergio Leone davon, wie Freundschaft auseinanderbrechen kann – und wie sehr man es bereut, dies zugelassen zu haben. Dabei gelingt es dem Film, seine Charaktere niemals als schillernde Heldenfiguren in Szene zu setzen, sondern als grausame Machtmenschen, die weder vor Mord, noch vor Vergewaltigung zurückschrecken. Sympathisch ist in „Es war einmal in Amerika“ niemand. Stattdessen sind die Protagonisten Produkte einer Zeit, in der man in erster Line über Gewalt kommuniziert.

    So bitter und bedrückend „Es war einmal in Amerika“ auch sein mag, das Gangster-Epos zählt auch zu den erhabensten Filmen aller Zeiten. Die anmutigen Bilder von Kameramann Tonino Delli Colli reihen eine gemäldeartige Einstellung an die nächste, während Maestro Ennio Morricone eine seiner besten Kompositionen über das Geschehen legt und immer wieder aufs Neue für Gänsehaut sorgen kann. Dass Sergio Leone darüber hinaus ein ganz und gar hervorragender Regisseur ist, versteht sich von selbst. Auch „Es war einmal in Amerika“ ist durchdrungen von Momenten für die Ewigkeit.

    Dies ist eine Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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