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    Einen der berauschendsten, stylischsten Film-Trips des Jahres gibt es ab sofort im Heimkino
    24.09.2022 um 13:30
    Sidney Schering
    Sidney Schering
    -Freier Autor und Kritiker
    Er findet Streaming zwar praktisch, eine echte Sammlung kann es für ihn aber nicht ersetzen: Was im eigenen Regal steht, ist sicher vor Internet-Blackouts, auslaufenden Lizenzverträgen und nachträglichen Schnitten.

    In den Händen des „Der große Gatsby“-Regisseurs Baz Luhrmann wird aus einem altbekannten Musikerleben ein exzessiver Rausch voller Style, Glamour und superheldenhaftem Pathos. Ab sofort könnt ihr den Biopic-Blockbuster „Elvis“ im Heimkino erleben.

    +++ Meinung +++

    Einer der schillerndsten Regisseure unserer Zeit knöpft sich einen der einflussreichsten, erfolgreichsten Sänger aller Zeiten vor – und kreiert damit einen rauschhaften Exzess von einem Biopic: Die prunkhafte Film-Bio „Elvis“ von Regisseur Baz Luhrmann nimmt den schimmernden Glanz und das wahnsinnige Tempo anderer Luhrmann-Filme wie „Moulin Rouge“, und schüttet eine gute Dosis Superhelden-Pathos hinzu. Fertig ist ein musikalischer Drogenrausch von einem Film, der mit jeder Menge Style seinem Subjekt ein Denkmal setzt.

    Mit einem globalen Einspielergebnis von über 285 Millionen Dollar geht „Elvis“ auch durchaus als ein kleiner Blockbuster durch. Insbesondere, wenn man bedenkt, wie schwer sich Nicht-Franchisefilme derzeit an den Kinokassen tun. Nun setzt Luhrmanns Exzess-Biopic seinen Siegeszug abseits der großen Leinwand fort: Seit dieser Woche ist „Elvis“ im Heimkino erhältlich, und zwar auf DVD, Blu-ray und 4K-Disc.

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    Entgegen des Trends zu immer dünner ausfallenden Blu-ray-Extras kommt „Elvis“ auch mit einem Making-of daher. Hinzu kommen mehrere Featurettes, darunter über die Musik des Films und den enormen Aufwand, der betrieben wurde, um die ikonischen Looks, Kostüme und Kulissen aus Elvis' Leben zu rekreieren.

    "Elvis": Bombastrausch mit dem Superhelden des Rock 'n' Roll

    Der junge Sänger Elvis Presley (Austin Butler) ist noch vergleichsweise unbekannt, sorgt aber dort, wo er auftritt, zuverlässig für Furore: Mit seinem unvergleichlichen Hüftschwung, seiner beseelt-kräftigen Stimme und seinem sinnlichen Auftreten bringt er die Damenwelt zum Kreischen. Außerdem hat sein einmaliger Mix aus verschiedenen Musikstilen das Zeug dazu, die Charts zu stürmen. Also schnappt sich der zwielichtige Rummelplatz-Manager Colonel Tom Parker (Tom Hanks) das naive Muttersöhnchen und macht es zum Weltstar. Hits, Skandale, eine komplizierte Liebesgeschichte mit der jungen Priscilla (Olivia DeJonge), Drogen, Ausbeuterei und sich ändernde Geschmäcker folgen. Welch berauschendes, doch auch dramatisches Getümmel!

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    Luhrmann ist ein Regisseur, den man liebt oder hasst – und daran wird „Elvis“ nichts ändern: Entweder lässt man sich davon mitreißen, dass der Australier mit Glitzer, erzählerischem Eiltempo, manischen Kamerafahrten, schillernden Kostümen und wilden Bildmontagen Elvis' exzessiven Erfolgsrausch in Filmform überträgt. Oder man ist, allem Zusammenhang zwischen Inhalt und Erzählform zum Trotz, davon genervt. Entweder feiert man den Flickenteppich an ästhetischen Einflüssen, den Luhrmann kreiert, als Hommage daran, dass Elvis so vielfältige Vorbilder hatte, von Comichelden über Gospel bis hin zu damals nicht genügend anerkannten Blues-Stars. Oder man rollt erschöpft die Augen.

    Eines sollte man aber nicht tun: „Elvis“ als „Style over Substance“-Film abstempeln, denn Luhrmann verliert allem Schall und Rauch zum Trotz nicht die Tragik aus den Augen, die seiner Geschichte innewohnt. Und selbst wenn Luhrmann auf dramaturgischer Ebene nah am Musik-Biopic-Standardschema bleibt, streut er zahlreiche Beobachtungen ein. Über Elvis' Position als jemand, der sowohl von eklektischen Quellen inspiriert wurde, wie er selber unterschiedlichste Menschen inspiriert hat. Über die Zeitlosigkeit popkultureller Debatten. Und über den schmalen Grat, der Kunst und Kommerz trennt.

    Während Luhrmanns Stil wieder einmal eine soghafte Wirkung beweist, ist es Austin Butlers herausragende, mehrschichtige Performance als Elvis Presley, auf der „Elvis“ ruht. Dass die Nebenfiguren allesamt nur Knallchargen und Abziehfiguren sind, ist bei diesem Las-Vegas-Spektakel von einem Film nicht einmal ein Nachteil, sondern auf absonderliche Weise sogar Sinn der Sache.

    Elvis

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