Der Architekt
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      4.5 - Großartig

    Ein Architekt auf dem Höhepunkt seiner Karriere bekommt Nachricht aus der alten Heimat: seine Mutter ist verstorben. Auf Drängen seiner Frau begibt er sich mit ihr und ihren Kindern in seine heimatgemeinde, einem Bergdorf in Tirol, wo sie an der Beerdigung teilnehmen. Sein schlimmster Alptraum sei es, in dem Bergdorf eingesperrt zu sein, erzählt der Architekt. Und so kommt es dann auch, durch die Sperrung der einzigen Strasse wird die Familie gezwungen, in dem Dorf zu bleiben - und sich so ihren Problemen zu stellen. Schon die Autofahrt nach Tirol ist bezeichnend für das ganze Beziehungsgeflecht. Das dominante Schweigen aller Personen wird nur manchmal abgelöst durch Ausbrüche von Aggressivität. Die Mutter ist enttäuscht vom Sohn, die Tochter fühlt sich nicht anerkannt und dem Vater (Josef Bierbichler in einer beeindruckenden Darbietung) ist anzusehen, dass er gerne woanders wäre. Doch bis hierhin verhält sich alles noch im halbwegs normalen Rahmen. Was später folgt, zeigt, wie labil der Familienzusammenhalt ist, wie labil die Personen selbst sind und wie labil die aufgebauten Lebenswelten der Protagonisten sind. Zwar bleiben manche Details, die für das Verständnis einiger heftiger Reaktionen nötig gewesen wären im Dunkeln, inzestuöse Verhältnisse zwischen Vater und Tochter, sowie zwischen Tochter und Sohn werden angedeutet, aber nicht ausgeführt, manche Handlungen sind weit aus extremer als auf den ersten Blick angemessen. Doch gerade dieses Verschweigen sagt so viel mehr aus. "Weil es hier so still ist", antwortet die Mutter auf die Frage, warum sie das Land nicht mag. Und Stille ist es, die diesen Film kennzeichnet. Die beeindruckendsten Szenen sind immer von Schweigen gekennzeichnet, die unberührte Winterlandschaft tut ihr übriges dazu. Die Regisseurin schafft durch grandiose Bilder unterstützt von den herausragenden Leistungen der Hauptdarsteller, mehr auszudrücken, als gesagt wird und einen Konflikt aufzuzeigen, der zwar nicht immer ganz nachvollziehbar ist, aber in seinem Ende unvermeidbar wirkt. Ein wirklich guter Film, der den Zuschauer auch nach dem Abspann noch beschäftigt und das komplizierte Beziehungsgeflecht der Familie überdenken und hinterfragen lässt.

    Hinzugefügt am 07.01.2010 um 01:12 Uhr
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    Ehemaliger User
    Ehemaliger User

      2 - Nicht gut

    Der in Hamburg lebende Erfolgsarchitekt Georg Winter (Josef Bierbichler) erfährt vom Tod seiner Mutter, zu der er schon seit Jahren keinen Kontakt mehr hatte. Seine Frau Eva (Hilde van Mieghem) überredet ihn, zu diesem Anlass mit den Kindern Jan (Matthias Schweighöfer) und Reh (Sandra Hüttler) in sein Heimatbergdorf zurückzukehren. Dort angekommen, werden sie eingeschneit. Winter muss sich seiner Vergangenheit stellen. Und die besteht nicht nur aus der Hassbeziehung zu seiner Mutter, sondern auch aus der Ladenbesitzerin Hannah (Sophie Rois) und ihrem Sohn Alex (Lucas Zolgar). Nach und nach bricht die Fassade seiner Existenz zusammen. Nun ja. Das Thema ist nix Neues. Die Schauspieler liefern allesamt gute bis herausragende Leistungen ab. Besonders gefallen konnten Hilde van Mieghem als mit dem Alter verbitterte hohe (Architekten-)Tochter, Sophie Rois als sinnliche Hannah (selten so strahlend blaue Augen gesehen) und Lucas Zolger als der dörflich und pubertär ungelenke Alex, der aber instinktiv spürt, was bei den Besuchern aus der Großstadt falsch läuft. Josef Bierbichlers Glanzleistung braucht nicht mehr erwähnt zu werden - der Mann kann gar nicht anders als großartig spielen. Warum zündete der Film dennoch nicht? Zum einen ging mir die überdeutliche Bildsymbolik (Hannahs Erscheinen aus dem total weißen Schneebild am Anfang, die Reihenfolge und Beziehungsverdeutlichung innerhalb der Familie beim Marsch auf das Dorf etc.) irgendwann auf den Keks. Zum anderen fehlten einige Hintergrundinformationen, um die Beziehungen richtig zu verstehen. (Reh und Jan scheinen z.B. nicht Georgs leibliche Kinder zu sein - das wird aber nicht weiter ausgeführt.) Der größte Kritikpunkt: Matthias Schweighöfer und Sandra Hüttler sind trotz guter Leistungen einfach Fehlbesetzungen. Schweighöfers Jan soll wohl 19-20 Jahre alt sein, Reh einige Jahre jünger, so um die 14-16. Das nimmt man aber beiden nicht ab. Wenn sich zwei Erwachsene vor der Kamera wie Halbwüchsige benehmen, irritiert das nur. Das Ende empfand ich pathetisch und übertrieben. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum Georg während der Heimfahrt das Auto verließ, ins Dorf zurückwollte und schließlich sterben musste. Fazit: Herausragende Schauspieler können die konzeptionellen Mängel nicht ausbügeln. Bewertung: 4 von 10 Fersentritten

    Hinzugefügt am 11.03.2009 um 13:29 Uhr
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    volkermaurer
    volkermaurer

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      3.5 - Gut

    Das ist schon toll: wir (die "Familie") fahren zusammen zurück in die Vergangenheit. In den Kontrast zu unserer Welt. Gerade noch das gelackte Geschwafel der konformistischen Idioten an der Tafel im feinen Hotel, nun back to the roots. Mitten im archaischen und kalten Gebirgsdorf. Besser können die Gegensätze kaum gezeichnet werden. Genial. Was mich stört, ist die pure Vielzahl der angerissenen Problemfehler und Probleme der Darsteller. So viel läuft hier schief und eskaliert. Vielleicht nachvollziehbar, ja. Wie kann auch aus den Kindern ´was "Normales" werden, wenn´s bei den Eltern (massiv) hakt ? Bierbichler erscheint zunächst als Fels in der Brandung und dominant über und neben den anderen. Alles jedoch pure Illusion. Da ihm schon lange wohl keiner mehr zuhört. Sein "passt´s ´mal auf" verhallt letztendlich. Die Ansprachen und Gedanken will keiner mehr wirklich hören. Er ist gescheitert. Aber warum eigentlich genau ? Warum hat er denn eigentlich die Frau und den unehelichen Sohn dort im Dorf zurück gelassen ? Was hat ihn angetrieben ? Dieses und andere Themen dürften m.E. etwas weiter ausgeführt werden. Begeisternd für mich die Intensität des Schauspiels aller Darsteller, das gefällt. Ein beeindruckender, intensiver, verstörender Film. Nachdenken ist erforderlich hierbei.

    Hinzugefügt am 25.02.2009 um 00:25 Uhr
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      2 - Nicht gut

    Entgegen vieler Meinugen hat mich der Film enttäuscht. Etliche Fehler (z.B.Audi fährt in Schneewand und ist ohne jeden Kratzer) stören sehr. Die Geschichte ist für mich nicht stimmig und die Charaktere nicht authentisch. Der Film wirkte für mich nicht ehrlich.

    Hinzugefügt am 19.02.2009 um 17:55 Uhr
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      1.5 - Schlecht

    ALso fairerweise muss ich gestehen, dass ich den Film ein einer Sneak Peak gesehen habe, also nicht wirklich gewollt. Ich persönlich empfand den Film als sehr eintönig und langatmig, kein; es ließ sich kein wirklicher Spannungsbogen aufzeigen und auch kaum Höhepunkte. Hinzu kommt das recht unspekatkuläre und plötzliche Ende. Auch hat mir die szenerische Darstellung nicht wirklich gut gefallen. Es spielte sich alles fast immer im selben Szenarioa wieder (natürlich storybedingt). Auch ermüdet die vom Schnee ewig weiße Leinwand schon sehr. Als Dramenfreund kann man den Film vielleicht etwas abgewinnen, mir persönlich hat er allerdings nicht gefallen. Bis auf ein paar merkwürdig komischen Szenen ("Soll ich dir in die Ferse treten"?), wo der Saal mehr aus der Frage des Sinnes am grölen war, nicht wirklich (Kino-)unterhaltend.

    Hinzugefügt am 30.12.2008 um 03:01 Uhr
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