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Kinostart
17. Dezember 1976 (1h 34min)
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Regie
Werner Herzog
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Mit
Josef Bierbichler, Stefan Güttler, Werner Herzog mehr
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Genre
Tragikomödie
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Nationalität
BRD
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Von apokalyptischen Visionen verfolgt, sitzt der Hirte Hias (Josef Bierbichler) auf einer Bergkette und lässt den Blick in die Ferne schweifen. Er sieht in die Tiefe stürzende Wassermassen, fühlt sich mit ihnen herabgerissen. Er erlebt Untergang und Neuanfang, sieht Atlantis versinken und wieder aufgehen. Und er sieht das Tal zu seinen Füßen, in dem alles seinen Anfang nimmt. Dort, in einem vorindustriellen Dorf irgendwo in Bayern, ist der lokale Glasbläser verstorben und hat das Rezept seines Rubinglases mit ins Grab genommen.
| Verleiher | StudioCanal Deutschland | Details zum Film | - | |
|---|---|---|---|---|
| Produktionsjahr | 1976 | Besucher | - | |
| VOD-Starttermin | - | Budget | - |
Von Jan Hamm
„Ich bin ein Soldat des Kinos.“ - so hat sich der deutsche Autorenfilmer Werner Herzog selber einmal charakterisiert. Für ihn zählt nur, was am Ende auf der Leinwand zu sehen ist. Die Produktionsstrapazen monumentaler Unternehmen wie Fitzcarraldo oder Aguirre – Der Zorn Gottes klammert er gerne aus. So sehr Herzog bei der Realisierung seiner Projekte für eiserne Konsequenz steht, so unglaubwürdig ist seine Tiefstapelei in dieser Hinsicht. Immerhin gestattete er seinem Freund Les Blank, den Arbeiten an „Fitzcarraldo“ mit Burden Of Dreams ein faszinierendes Denkmal zu setzen. Die abenteuerlichen Geschichten hinter seinen Filmen sind essentieller Bestandteil des Mythos Herzog - ob er es will, oder nicht. Dass der gebürtige Münchener seinem Ruf inzwischen gelassener gegenübersteht, hat er mit seinem wunderbar selbstironischen Auftritt in Zak Penns Incident At Loch Ness bewiesen: Kein Herzog-Film ohne eine Produktionsgeschichte, die zwingend Teil des Gesamtwerkes ist. Auf „Herz aus Glas“, einem der weniger beachteten Einträge seiner Filmographie, trifft das auch ohne über Berge gewuchtete Flussdampfer zu. Der Film steht den großen Meisterwerken höchstens in puncto Opulenz nach, überzeugt durch stilistische Extravaganz und erzählerische Dichte ansonsten genauso auf ganzer Linie. Vor der Kulisse des bayerischen Hinterlandes gelingt Herzog mit einer unter Hypnose agierenden Darstellerriege die Visualisierung seiner Leitmotive - des großen Scheiterns, des wahnhaften Deliriums und der Last der Träume – mit einer Präzision, die auch ein irrlichternder Kinski nicht hätte intensivieren können.
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