Matthias Steidl
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4.5 - Großartig
Wer sich mit britischer und speziell schottischer Geschichte und Kultur befasst, muss diesen Film lieben. Es gab bis dato noch kein Werk, welches so schnörkellos, hautnah und authentisch in Szene setzte. Die Landschaft, die Kleidung der Römer und der einzelnen Stämme, die Sprachen der Stämme. Die rauhe und zum Teil triste Schönheit der Highlands. Die frühen Kaledonier und vor allem die Pikten waren zur Zeit der römischen Besatzung eben keine edlen Highlander mit schwingenden Kilts und schneidigem Auftreten, sondern extrem hartgesottene Menschen in kriegerischen Stammesgesellschaften mit rauen Ritualen in einer rauen Umwelt. Die Seehund-Leute spielen heute noch eine Rolle in der gälischen Mythologie. Und, dass der Seehund-Prinz in seinen Robbenfellen, mit seiner Ganzkörper-Bemalung und "Irokesen"-Frisur aussieht wie ein wilder nordamerikanischer Indianer ist sicher kein Gag für das US-Publikum, sondern historisch näher an der Realität, als man vermuten möchte. Der Soundtrack ist eh das ausgewogenste und genialste, was es seit langem gab. Allan MacDonalds spartanischer gälischer Sprechgesang und dezent im Hintergrund eingesetzter Dudelsack in Verbindung mit Bronze-Hörnern verschmelzen förmlich mit der umwerfenden weitläufigen und doch erdigen Szenerie des Films. Und gans nebenbei ist der Film auch noch super Unterhaltung und eben KEIN seichtes Popcorn-Kino, sondern das Beste, was es neben Braveheart und Rob Roy zu schottischer bzw. britischer Film-Geschichte gibt! "Nur" 4,5 Sterne wegen der Tatsache, dass die Pikten wohl nicht wirklich Gälisch sprachen wie im Film, sondern eine ältere Sprache.
Hinzugefügt am 01.06.2011 um 10:17 Uhr
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