tobe78
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3 - Nicht schlecht
"I'm the back-up parent -- the understudy." -
George Clooney scheint ja in letzter Zeit ein gutes Händchen für seine verfilmten und auf die Leinwand transportierten Stoffe zu haben (ob er als Schauspieler gleich die Hauptrolle übernimmt oder eher als Regisseur dort die Zügel in der Hand hält, spielt da mittlerweile weniger eine Rolle. Schon "The Ides Of March" speiste dem Betrachter mit Fakten zum politischen Tagesgeschehen ab, welche sich bei näherer Betrachtung als nichts neues und originelles entpuppten. Minutiös geplantes / Punkt genaues abfilmen eines bestimmten, nur allzu bekannten Sachverhaltes (inklusive eines konstruierten Überraschungsplots) traf nicht nur auf handwerkliche Perfektion, solide Darstellerleistungen und kreuzbrave Dramaturgie, im Endeffekt segelte man thematisch an der gewollten, tiefgründigen Meditation zur eigenen Thematik regelrecht vorbei. Und auch "The Descendants" bildet zum Auftakt des Kinojahres 2012 da leider keine Ausnahme.
Ohne "richtig" viel Fun, nur mit ein paar Schmunzlern, anrührenden- und wenigen Lachmomenten, spannungsarmer, gleichgeschalteter, entliehener Genre Dramaturgie und behäbigem Tempo vesehen, erweist sich "The Descendants" als im noch jungem Kinojahr 2012 wieder relativ schnell wieder vergessen, trotz korrekter Erzählweise / letzlich nachvollziehbarer resultierender (zwischenmenschlicher/Tages) Abläufe plötzlich auftretender Lebenswendungen (z.B. dem Unfall des Lebenspartners und dessen daraufhin folgendem Schicksal). Und der Weg zur Selbsterkenntnis / Einsicht offenbart sich als steinig. Und Ja, es ist nunmal kein leichtes, schwere Schicksalsschläge wie den Verlust eine geliebten Familienmitglieds zu verkraften, zu erkennen welche Fehler man einst begangen hat bzw. welche zu einer relative gräulich anmutenden, persönlichen Familien- und Midlife Crisis des Hauptdarstellers geführt haben. Dann hilft einem am Ende nur der persönliche Zusammenhalt mit den Menschen, welche einem am nächsten stehen, wenn man sehr oft im Leben nur noch nebeneinander hergelebt hat (inklusive einigen Reiberein, welche "The Descendants" wenigstens ab und zu etwas Antrieb verleihen, am Ende liebevollem zusammenrücken auf der heimischen Fernsehcouch und gemeinsamen, süßem Eisfuttern, welche sich durch ja so abenteuerliche Reise der Protagonisten ergeben haben, sprich dem Loblied auf die traditionellen Familienwerte, das amerikanische Publikum liebt dies ja ganz besonders.) Im Prinzip spricht ja nichts gegen solch ausformulierte Thematik, wenn sie kitschfrei serviert wird. Aber ganz ehrlich? Was ist an diesen Erkenntnissen neu? Was ist daran thematisch so originell, einen allseits bekannten Lebensabschnitt / Prozess nocheinmal so aufzuwärmen, ohne das diesem, vor allem für Erwachsene, neue Facetten abgewonnen werden? Das große AHA Erlebnis bleibt in "The Descendants" einfach aus. Nach Sichtung erweist man als genauso schlau wie vorher. Sicherlich spielt Regisseur Alexander Payne von Beginn an mit offenen Karten, wenn er von vorneherein die Familie King ins unvermeidliche stürzen lässt, insgeheim verdrückt man sogar heimlich eine Träne, wenn Spoiler: Mrs King am Ende per hawainischem Brauch und Asche dem Meer und zur letzten Ruhe übergeben wird, aber der große emotionale (Knall)Effekt bleibt dann doch aus. Alexander Payne betrachtet die kleinen und großen, zwischenmenschlichen Kastatrophen zwar unheimlich punktgenau, aber aus so nüchterner Perspektive (vor allem deutlich dröger als Susanne Bier in "In einer besseren Welt"), das er dabei mit Hilfe des Scriptes, den Autoren Jim Rash und Nat Faxon vergisst, seine Figuren richtig zu durchdringen, neben der gewissen, beachtlichen Kitschfreiheit, wohlgemerkt...
mehr unter: http://blockbusterandmore.blog.de/2012/02/04/the-descendants-2012-kritik-12643595/
Hinzugefügt am 06.02.2012 um 15:33 Uhr
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