Jason Bourne
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3.5 - Gut
Nachdem ich ''The Social Network'' gesehen hatte und mir über die allgemeinen Jubelstürme seitens der Kritik im Klaren war, drängte sich mir die Frage auf, wie ein solch langweiliger und dokumentarisch-präziser Film mit der Fantasie einer Dampfwalze etwa einen Oscar gewinnen sollte. Denn, ungeachtet der Tatsache, dass David Fincher seine Krönung im Regiefach schon seit ''Fight Club'' verdient hat, wäre es eine Schande, diesen Film gewinnen zu sehen. Allerdings stellt ''The King's Speech''' (und LEIDER NICHT ''Inception'') den einzig wirklich ernstzunehmenden Konkurrenten dar. Ob der Film qualitativ besser einzustufen ist, dessen bin ich mir allerdings selbst nicht ganz sicher geworden, obwohl dieses historische Drama den Zuschauer mit seinem Charme in seinen Bann zieht. Auf diese Weise glänzt der Film durch präzise, der Zeit angemessene und auch einfach witzige Dialoge, die sich darüberhinaus stets der Vertiefung der Beziehungen zwischen den Figuren verpflichtet fühlt.
Insbesondere das Verhältnis zwischen dem verklemmten Berty und dem kauzigen Lionel wird im Film nuanciert geändert, was durch die hervorragenden Schauspieler kongenial in Szene gesetzt wird. Ich kann mich allgemeinen Lobliedern auf Colin Firth daher nur anschließen. Denn der wirkt einfach wie geschaffen für den verschlossenen und stolzen König und wird den Oscar zurecht nach Hause tragen. Desweiteren fand ich mich gleichermaßen beeindruckt von der hervorragenden Performance des Australiers Geoffrey Rush. Er spielt mit solcher Hingabe, Warmherzigkeit und Faszination für seine liebenswerte Figur, dass er damit Christian Bale in ''The Fighter'' Konkurrenz macht und meiner Meinung nach seinem Kollegen in nichts nachsteht. Helena Bonham Carter kann da selbstverständlich nicht die ähnliche Tiefe in ihrer Figur aufbringen, schließlich bekommt man sie nur am Rande mit, doch auch sie verleiht ihrer zweifelnden Gemahlin starken Ausdruck.
Doch nur nicht Fans großartigen Schauspiels, auch Freunde liebevoll ausgestatteter Historienfilme werden voll auf ihre Kosten kommen, denn ''The King's Speech'' punktet mit athmosphärisch schönen, oft grafisch angehauchten Bildern und einem wunderbaren Szenenbild. Das einzige, was bei diesem erstklassigen Film fehlt, ist dann aber doch schlicht und ergreifend die Story, die ihre wenigen (und meilenweit voraussehbaren) Wendungen routiniert abspult und auch am Ende nicht gerade für Verwunderung sorgen wird. Wen das aber nicht stört, dass er hier keinen ausgefuchsten Plot serviert bekommt, dem sei dieser Streifen empfohlen. Meiner Meinung nach kann auch er wegen der simplen Story noch lange nicht als Meisterwerk gelten, genauso wenig wie ''The Social Network'', doch ''The King's Speech'' ist dennoch einer der besten Filme des Jahres.
Hinzugefügt am 26.06.2011 um 09:22 Uhr
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