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4 - Sehr gut
,,Die Affäre" mag durchaus als eine Art ,,Kleinod" des modernen französischen Films bezeichnet werden.
Stark gespielt, packend, ergreifend.
Eine Story, die so oder in ähnlicher Form schon 100 Mal verfilmt wurde, und dennoch ist diese Umsetzung anders, ist schonungsloser.
So mag man zu Weilen mit den Charakteren mitfühlen, jedoch dominiert die schonungslose Sicht auf das Erbärmliche der Haupt-Akteure (den spanischen Bauarbeiter möchte ich hier ,,ausklammern").
Die Frau ist erbärmlich, weil sie zwar ,,ausbrechen" will, eine Affäre beginnt, um ihre verlorene Jugend zurückzuholen - was Ihr ,,Recht" -, jedoch in keinerlei Form bereit ist, die Konsequenzen zu tragen.
Vielmehr versucht sie, ihren (Ex-)Mann zu beklauen, beruft sich auf dessen vermeintliche Unterhaltspflicht (dabei hat sie ihn betrogen und hintergangen) etc..
Egal, wie gut die Leidenschaft zwischen Ihr und dem Spanier herüberkommt - man kann mit dieser Frau nicht mitfühlen.
Wäre sie stark genug, komplett die Leinen zu kappen zu Ihrem Gatten, könnte man es vielleicht, so aber ist dies unmöglich.
Dann der Mann der guten Dame (Samuel?): seine Frau betrügt ihn, kränkt, demütigt und schmerzt ihm, aber er will sie ,,zurück", er will sie ,,zurückzwingen" - das macht ihn, das vermeintliche Opfer, ebenfalls zu einer erbärmlichen Gestalt.
Es ist unverständlich, warum er seine Frau nicht umgehend nach Herauskommen der Affäre herausschmeisst, komplett, und unmittelbar die Scheidung einreicht.
Mittendrin der Spanier, Ivan: ein leidenschaftlicher, an sich guter Mensch, der sich seinen Gefühlen hingibt und quasi zum Spielball der vermögenden Eheleute mutiert; er ist das eigentliche Opfer, das Opfer zweier habgieriger Persönlichkeiten, die jeweils einzig bedacht sind auf ihr eigenes Wohl.
Das schonungslose Aufzeigen dieser menschlichen Abgründe hinter der gut-bürgerlichen Fassade ist wohl das Große ,,Plus" der ,,Affäre".
Hinzugefügt am 30.01.2010 um 11:42 Uhr
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