Mein FILMSTARTS
Rings
Trailer
Besetzung & Stab
User-Kritiken
Pressekritiken
FILMSTARTS-Kritik
Bilder
VOD
Blu-ray, DVD
Musik
Trivia
Einspielergebnis
Ähnliche Filme
Nachrichten
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
1,5
enttäuschend
Rings
Von
In der Woche vor dem Screening hat Geistermädchen Samara bei uns in der Redaktion angerufen, um uns mitzuteilen, dass in genau sieben Tagen die Pressevorführung zu „Rings“ stattfinden wird – natürlich haben wir über den netten Marketinggag gut gelacht, aber ein bisschen creepy war es trotzdem. Für die Vorführung selbst hat der Verleih zudem zwei Cosplayerinnen im täuschend echten Samara-Look angeheuert, die sich einfach still und leise neben die Zuschauer ins Kino gesetzt haben: Bei einem anderen Film wären wir in einem solchen Moment bestimmt vor Schreck aus dem Sitz gehüpft – aber bei „Rings“? Nichts. Der dritte Teil der US-amerikanischen Remake-Reihe (nach dem herausragenden „Ring“ und dem gelungenen „Ring 2“) sollte eigentlich schon 2015 in die Kinos kommen, wurden dann aber wiederholt verschoben. Trotz der drei Jahre seit Ende der Dreharbeiten ist es Regisseur F. Javier Gutiérrez („72 Stunden – Deine letzten 3 Tage“) leider nicht gelungen, aus dem gedrehten Material einen kohärenten und vor allem spannenden Film zu machen.

Zwei Jahre nachdem die vermeintlich letzten Opfer des aus Bildschirmen krabbelnden Brunnen-Mädchens Samara bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sind, ersteht der gerade bei Studentinnen extrem angesagte Biologie-Professor Gabriel (wenig überzeugend als intellektueller Ladies Man: „Big Bang Theory“-Nerd Johnny Galecki) auf einem Flohmarkt einen nicht mehr voll funktionsfähigen Videorekorder, in dessen Laufwerk er eine alte Videokassette mit der Aufschrift „Play Me“ entdeckt. Unterdessen macht sich die Teenagerin Julia (Matilda Anna Ingrid Lutz) Sorgen um ihren Fernbeziehungs-College-Freund Holt (Alex Roe), den sie schon seit Tagen nicht mehr erreicht. Also entschließt sie sich, vor Ort nach ihm zu suchen – und findet dabei schnell heraus, dass ihr verschwundener Freund offenbar an einem speziellen Projekt außerhalb der normalen Vorlesung von Professor Gabriel teilgenommen hat…



Gore Verbinskis großartiges „Ring“-Remake von 2002 begeistert vor allem durch seine visuelle Brillanz und seinen inszenatorischen Einfallsreichtum – zwei Qualitäten, von denen im dritten Teil nicht mehr viel übriggeblieben ist. Der Auftakt an Bord eines vollbesetzten, von Samara heimgesuchten Flugzeuges ist noch ganz nett, aber anschließend sind die optischen Höhepunkte erschreckend rar gesät: eine Fliege, die aus einer brennenden Zigarette krabbelt, und eine Einstellung von Samara, die auch nach dem Klettern aus dem Bildschirm den flimmernd-flatternden Statik-Effekt des Fernsehbildes beibehält - das war’s dann leider fast auch schon wieder. Dazu ist die ganz lose an die Orpheus-und-Eurydike-Sage angelehnte Story spannungslähmend wirr erzählt, während die Schauspieler (die selbst dann noch perfekt geschminkt und gestylt sind, wenn sie mitten in der Nacht aus einem Albtraum erwachen) völlig blass bleiben – voilà, fertig ist das Klischee eines in den Sand gesetzten Horror-Sequels.

Achtung: Der nächste Absatz enthält kleinere Spoiler zum ersten Drittel von „Rings“!

Zumindest thematisch ist in „Rings“ eine interessante Richtung angelegt, die nur leider nicht lange verfolgt wird. Immerhin hat der Studentinnen abschleppende Dreitagebart-Professor Gabriel aus dem Samara-Fluch zumindest insofern einen Segen gemacht, als dass er mit seiner Hilfe die Existenz einer menschlichen Seele nachweisen will. Dazu hat er mit den Studenten einen Geheimclub irgendwo zwischen Forscherteam und Goth-Sekte gegründet - sein (geheimes) Labor gleicht inzwischen einem hippen Underground-Club! Dabei muss Gabriel immer wieder neue „Freiwillige“ auftreiben, die sich eine Kopie des Samara-Video ansehen und so den Todesfluch ihrer Vorgänger auf sich übernehmen – ein Schneeballsystem der etwas anderen (und potentiell tödlichen) Art! Aber dieser zumindest konzeptionell spannende Storyabstecher dauert nur wenige Minuten, anschließend fahren Julia und Carter in ein typisches kleines Horrorkino-Dorf mit seinen üblichen abweisenden Horrorkino-Einwohnern, um dort Ermittlungen in Samaras Vergangenheit anzustellen, wie wir sie schon in Hunderten anderen Geisterfilmen genauso gesehen haben - und dann ist das Finale auch noch eine lahmere Version des letztjährigen Horror-Hits „Don’t Breathe“. Lediglich in der allerletzten Minute vor dem Abspann kommt dann doch noch so etwas wie Spannung auf – allerdings wird hier eine Fortsetzung des Franchise angedeutet, die es nach all den Verschiebungen von „Rings“ Films wohl kaum geben wird.

Fazit: In den zwölf Jahren seit „Ring 2“ hat Samara das Gruseln gründlich verlernt.

Möchtest Du weitere Kritiken ansehen?
  • Die neuesten FILMSTARTS-Kritiken
  • Die besten Filme aller Zeiten: Usermeinung
  • Die besten Filme aller Zeiten: Pressemeinung

Kommentare

  • FAm Dusk Till Dawn

    Samara ist ja inzwischen auch so gruselig wie die Dumpfbacke mit der Eishockeymaske und der Machete. Damit erschreckt man doch keinen mehr.

    Der Trailer hat ein Debakel ja schon angekündigt. Keine große Überraschung.

  • Themroc

    Da hast Du völlig recht. Ist ja völlig in Ordnung, wenn viele das US-Remake besser finden (mag an den Sehgewohnheiten liegen), aber auch für mich hat das Remake alles falsch gemacht, was das japanische Original richtig gemacht hat. Nur weil's gelackter aussieht und mehr passiert ist es nicht unbedingt spannender. Der japanische Film hat bei mir die Urängste angesprochen, das Remake war im Vergleich nur ein laues Lüftchen.
    Auf eines kann man sich aber sicherlich einigen: Sowohl die japanischen wie auch die amerikanischen Sequels waren alle Schrott...

  • Fain5

    Ich hab mich gegruselt. Ganz kurz.

  • FAm Dusk Till Dawn

    Naja, aber wie oft ist es noch gruselig, dem selben Mädchen dabei zu zu sehen, wie es aus einen Fernseher fällt ...

  • Themroc

    Einreden brauche ich mir da gar nichts. Ich sehe das so. Für mich war es schon ein No-go, dass in der US-Version ständig das völlig harmlose, ungruselige Gesicht von Sadako zu sehen war. Das hatte den Gruselfaktor eines Himbeerlollis. Kinder sind einfach nicht unheimlich! Im japanischen Original bleibt Sadakos Gesicht reine Projektionsfläche des Zuschauers bis dann die legendäre Augenaufnahme kommt, bei der es mir in der Tat kalt den Rücken hinuntergeaufen ist. Ist halt Geschmackssache.Daran sieht man aber auch wieder, wie schwierig es ist, einen Film zu machen, den alle gleichsam als spannend empfinden. Scheint sich nicht von der Subjektivität von Humor zu unterscheiden.

  • Themroc

    :-D

Kommentare anzeigen
Back to Top