Barbara
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1 User Kritik

esther kind

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   5 = Meisterwerk

mit barbara gelingt es regiesseur christian petzhold seine meisterschaft in sachen "stilles drama" weiter auszubauen und zu verfeinern. natürlich bekommt ein mann des deutschen films, der sich mit der ddr beschäftigt heftig beifall: das hat viel mit der hegemonie westdeutscher geschichtsschreibung zu tun, ihrer ungenauigkeit, ihrer selbstgerechtigkeit. noch die kitischigste am kitschigsten verfilmte seifenoper mit ddr romantik, als sehnsucht deutschen opfertums oder schlicht als retro - erinnerung mit ein bisschen stasi - grusel. kein film mit ostdeutscher thematik war frei von solchen klischees. und so sehnte sich eine seriöse "zeit" redakteurin allen ernstes nach mehr "emotionaler bewegtheit" sprich "mehr kitsch". es scheint, als wolle man die ddr durch die brille der emotionalisierten heuchelei betrachten. "mehr drama, für einen film, der uns kaum bewegen könne". größeren unsinn habe ich in einer zeitung lange nicht gelesen. was mich bewegt entscheide ich schon selber. petzhold verweigert sich jeder dramatisierung. und es ist ein großer befreiungsschlag. das in der ddr die sonne geschienen hat. das dort vögel sangen, das meer rauschte sprich: die ddr mitunter ein wundervoller ort sein konnte - wer hätte das gedacht? nina hoss spielt ihre rolle als schroffe und abweisende person. nur wer genau hinsieht erkennt, wie sehr die geschehnisse um sie herum sie bewegen. die sehnsucht nach einem besseren ort, der besser ist, weil der ort an dem man lebt selbst vor den begrenzungen des körpers keinen halt macht. selbst solche szenen deutet petzhold nur an. andere hätten sich in voyeurismus geradezu gesuhlt. in "barbara" scheint es, als seien die grenzen und begrenzungen der jeweils geltenden moral aufgehoben. die emotionalität ergibt sich aus einer abgründigkeit, auf der die protagonisten ständig wandeln wie auf einem drahtseil. das misstrauen, die blicke, die kurzen öffnungen, das sich ständig zusammenreißen müssen weil die konsequenzen eines nur mal kurz mensch seins furchtbar wären. was ist emotionaler als dies? erst, wenn man ihn gesehen hat begreift man, wie sehr man sich nach einem solchen film sehnte, der ohne vorurteile, frei und reif und mit starken, symbolischen bildern sich dieses kapitels deutscher geschichte annimmt. eines kapitels das zwar dunkel war, nicht aber so dunkel wie es ein großteil der aufarbeitung vermuten lässt, die im taumel zwischen hysterie, verharmlosung und ideologie jedes aufklärerische maß vermissen lässt. "barbara" ist ein meisterwerk - ein film der tief, sehr tief unter die haut geht und der in der erinnerung eine unmittelbare kraft und wucht entfaltet, die man ihm während des anschauens garnicht zutraut.


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