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    Paranormal Activity: Ghost Dimension
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,5
    durchschnittlich
    Paranormal Activity: Ghost Dimension
    Von Andreas Staben
    Auf dem Poster zum fünften und abschließenden Film der „Paranormal Activity“-Reihe heißt es: „For the first time you will see the activity“ (im Deutschen wurde daraus das Elegantere „Du wirst den Schrecken sehen“). Diese Werbezeile ist Programm. Denn in Gregory Plotkins Kehraus des übernatürlichen Found-Footage-Horrors wird tatsächlich gezeigt, was vorher nicht gezeigt wurde und erklärt, was vorher nicht erklärt wurde. Während Oren Peli die Schreckensbilder in seinem Original-„Paranormal Activity“ noch der Fantasie des Betrachters überließ und allein durch die bedrohliche Atmosphäre für ein denkwürdig unheimliches Kinoerlebnis sorgte, sind die späteren Filme deutlich weniger subtil inszeniert. Das Prinzip der unterschwelligen Bedrohung durch Nicht-Zeigen wurde im Laufe der Reihe zunehmend aufgegeben und in „Paranormal Activity: Ghost Dimension“ ist man nun am anderen Ende des Gruselspektrums angekommen: dem auf grobe Schockeffekte getrimmten Haudrauf-Horror. Der bekommt durch das ebenso plakativ wie wirkungsvoll eingesetzte 3D (ein Reihennovum) buchstäblich eine weitere Dimension: Hier wird gleichsam alles sichtbar gemacht, was sich sichtbar machen lässt. Das Ganze ist insgesamt vor allem für die Kenner und Liebhaber des Franchise durchaus kurzweilig, die hier nebenbei allerlei lose erzählerische Fäden aus den Vorgänger-Filmen verknüpfen dürfen, aber letztlich zeigt sich wieder einmal recht deutlich, dass weniger eben doch meist mehr ist.  

    Ryan (Chris J. Murray), der mit seiner Frau Emily (Brit Shaw) und seiner Tochter Leila (Ivy George) in einem geräumigen Haus in Kalifornien lebt, bekommt in der Adventszeit 2013 Besuch von seinem Bruder Mike (Dan Gill). Doch das scheinbar ganz normale Vor-Weihnachts-Familienleben gerät gehörig durcheinander, als die Brüder auf dem Grundstück eine Kiste mit einer merkwürdigen altertümlichen Videokamera und einer Menge VHS-Bändern finden: Beim Filmen mit der Kamera wird ein ungreifbares Etwas sichtbar, das sich wie eine Art schwarzes Plankton durch den Raum bewegt. Beunruhigt von diesem unerklärlichen Phänomen schauen sich Ryan und Mike die Videos aus der Kiste an. In den 25 Jahre alten Aufnahmen sind unter anderem die Mädchen Katie (Chloe Csengery) und Kristi (Jessica Tyler Brown) zu sehen, in denen offensichtlich  übersinnliche Fähigkeiten schlummern. Als dann auch noch die kleine Leila von einem „unsichtbaren Freund“ namens Toby erzählt, macht sich Ryan endgültig große Sorgen: Er installiert mehrere Kameras, um dem paranormalen Spuk auf die Schliche zu kommen …


    Die mit zunehmender Filmdauer immer brachialer daherkommenden Schockmomente von „Ghost Dimension“ gipfeln in einem verstörenden 3D-Effekt, bei dem der Dämon gleichsam bis in den Zuschauerraum durchgreift. Dagegen ist die hysterische finale Auseinandersetzung mit dem bösen Geist, bei dem unter anderem ein Priester, diverse Laken und Salz zum Einsatz kommen, ein fast schon albernes Durcheinander aus verwackelten Bildern, panischen Schreien und penetrantem Rumms auf der Tonspur. Dieser Overkill lässt sich wohlwollend als eine Art mutwilliger Reihen-Rausschmeißer betrachten, doch ist er auch symptomatisch für die etwas nachlässige Art, in der Regie-Debütant Gregory Plotkin (der als Cutter von Teil 2 bis 4 sowie des Ablegers „Die Gezeichneten“ bereits Franchise-Erfahrung hatte) hier bisweilen erzählt. So dienen etwa die lieblos inszenierten Auftritte der Blondine Skyler (Olivia Taylor Dudley) ausschließlich der 3D-Vorführung von Tank-Top und Hotpants. Am überzeugendsten ist der Film immer dann, wenn dem Geheimnisvollen Raum gelassen wird. Das gilt für die ersten Sichtungen des „Dämonen-Planktons“, die durch ihren ganz speziellen VHS-Look auch ästhetisch reizvoll sind, und für einige Szenen mit der kleinen Tochter, in deren entrückten Blicken mehr Unheimliches liegt als in den meisten ausgetüftelten Spezialeffekten. Und wenn die Mädchen auf den jahrzehntealten Videos plötzlich den Brüdern in der Filmgegenwart „Gesundheit“ wünschen, dann ist zu ahnen, wie gruselig und clever „Ghost Dimension“ auch hätte sein können.

    Fazit: Die „Paranormal Activity“-Reihe findet mit „Ghost Dimension“ ein durchwachsenes, aber konsequentes Ende.  

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