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    Ich bin tot, macht was draus!
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    2,5
    durchschnittlich
    Ich bin tot, macht was draus!
    Von Andreas Staben
    „Trauer ist was für Kapitalisten“ – Das jedenfalls findet der Altrocker Ivan (Bouli Lanners), der sich weigert, auf den plötzlichen Tod seines Kumpels Jipé (Jacky Lambert) so zu reagieren, wie das etwa der Angestellte des Krematoriums und der schnulzenschreibende Bruder des Verstorbenen erwarten. Kurzerhand entwendet Ivan mit seinen Freunden von der Band Grands Ours die Urne mit der Asche des Sängers und will sie mitnehmen auf die erste USA-Tournee der bärtigen Belgier. Schon 1988 waren die „Großen Bären“ nach Los Angeles eingeladen worden, aber damals sind sie einfach nicht geflogen. Nun soll trotz der widrigen Umstände die wohl letzte Chance genutzt werden … Die französischen Regiebrüder Guillaume und Stéphane Malandrin erzählen in ihrem tragikomischen Roadmovie „Ich bin tot, macht was draus!“ eine mit viel belgischem Humor gewürzte Geschichte über alte Freundschaft, verpasste Chancen und traurige Geheimnisse, aber auch über verdorbenes Chili und über allerlei unappetitliche Dinge, die sich mit der Asche eines Toten anstellen lassen: Der verspielt-verquere deutsche Filmtitel erweist sich dabei als unerwartet programmatisch und vieldeutig.


    Wenn die Band zu Beginn des Films mit vollem Einsatz, voller Lautstärke und voller Überzeugung aus bier- und lebensgeölten Kehlen „Je ne suis pas un rat“ (Ich bin keine Ratte) in die Mikrofone brüllt, dann sind für den Moment ein Rocker-Esprit und ein Zusammenhalt zu spüren, dem die inzwischen älteren Herren außerhalb der Bühne weitgehend vergeblich nachjagen: Da geht es immer wieder buchstäblich in die falsche Richtung, vor allem der cholerische Ivan und der phlegmatische Wim (Wim Willaert) geraten ständig aneinander, bis sie schließlich nach einigen absurden Umwegen im Norden Kanadas wieder zueinander finden und ein Bär sich zu den Bären gesellt. „Ich bin tot, macht was draus!“ ist in den einfühlsam gespielten ernsteren Momenten der (Selbst-)Besinnung am schönsten, aber die Lust an der nicht immer gelungenen skurrilen Abschweifung scheint über weite Strecken übermächtig gewesen zu sein: Dass der Beinahe-Beatle Pete Best als eingebildete Verkörperung des „größten Pechvogels aller Zeiten“ herhält, passt zu den Themen des Films, aber wenn der Geruch von Kalbsfrikassee in einem Flugzeugcockpit eine fatale Kettenreaktion auslöst, dann überspannen die Filmemacher den Bogen des Absurden und verlieren ihre eigentliche Geschichte aus den Augen.

    Fazit: Die erzählerische Mischung geht hier nicht ganz auf: Die oft etwas bemüht wirkende Rocker-Komödie drängt das nachdenkliche Roadmovie zu sehr in den Hintergrund.
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