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    Erinnerungen an Marnie
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    4,0
    stark
    Erinnerungen an Marnie
    Von Ulf Lepelmeier
    Nachdem Meisterregisseur und Oscar-Preisträger Hayao Miyazaki sich schon 2013 mit dem filmischen Schwanengesang „Wie der Wind sich hebt“ in den Ruhestand verabschiedet hat, geht nun auch die Ära des einst von ihm mitgegründeten japanischen Animationsstudios Ghibli vorerst zu Ende: Nach dem gefühlvollen Coming-of-Age-Drama „Erinnerungen an Marnie“ von Hiromasa Yonebayashi gibt es vorläufig keine konkreten Pläne mehr für weitere Filmprojekte. Die Adaption des Kinderbuchklassikers „When Marnie Was There“ von Joan G. Robinson erweist sich dabei als nostalgisches ‚sayonara’ für die Ghibli-Studios, denn der Regisseur knüpft nahtlos an sein zauberhaftes Debüt „Arriety – Die wundersame Welt der Borger“ an und erzählt mit viel Liebe zum Detail und zurückgenommenem Erzähltempo die Geschichte eines kranken Mädchens, das sich zur Genesung an einen fremden Ort begibt und dort eine außergewöhnliche Freundschaft schließt.


    Die asthmakranke Anna wird seit einiger Zeit von tiefer Traurigkeit und Selbstzweifeln geplagt. Ihre besorgten Pflegeltern beschließen, die Zwölfjährige zu Verwandten zu schicken, die in einem kleinen Dorf am Meer leben. Dort wird Anna magisch von einem abgelegenen Anwesen angezogen, wo sie auf die charismatische Marnie trifft. Die beiden Mädchen fühlen sich sogleich verbunden, doch Anna muss ihrer neuen Freundin versprechen, dass ihre Zusammenkünfte ein Geheimnis bleiben. Der mit sanften Mystery-Elementen durchzogene  „Erinnerungen an Marnie“ erweist sich schnell als sorgfältig erzählter und gestalteter Jugendfilm, der insbesondere mit der feinen Charakterisierung Annas sowie den detailreichen Naturzeichnungen für sich einnimmt. In ihren großen Linien folgt die Handlung altbekannten Mustern, aber in diesem Film der leisen Töne kommt es sowieso ganz auf Stimmungen und Gefühle an. Durch sie bekommt die Geschichte von einer Begegnung, die eine ganz neue Perspektive auf das eigene Leben eröffnet, ihre Überzeugungskraft.

    Fazit: Mit seiner traditionellen Geschichte über Freundschaft und Selbstakzeptanz sowie den wunderschönen Animationen ist das Jugenddrama „Erinnerungen an Marnie“ ein würdevoller Abschiedsfilm für die legendären Ghibli-Studios.
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