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    The Green Prince
    Durchschnitts-Wertung
    3,1
    2 Wertungen - 1 Kritik
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    1 User-Kritik

    Michael S.
    Michael S.

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    4,5
    Ein Thema, wie es explosiver nicht sein könnte: Mosab Hassan Yousef, der Sohn eines hochrangigen Hamas-Anführers, wird vom israelischen Inlandsgeheimdienst Schin Bet angeworben und liefert Informationen über bevorstehende Attentate direkt aus dem Familienkreis im Palästinensergebiet. Doch Dankbarkeit darf er nicht erwarten. Als sein erster Führungsoffizier unter fragwürdigen Umständen seinen Dienst quittieren muss, wird der Ton plötzlich rauher. Mosab verlässt das Land und bittet in Florida um politisches Asyl. Doch da sein Name untrennbar mit dem Terror im Nahen Osten verbunden ist, gestaltet sich das alles andere als einfach. Was sich wie der Inhalt eines Thrillerdramas liest, ist in Wirklichkeit die Grundlage für einen der spannendsten Dokumentarfilme seit langem. Sowohl Mosab als auch sein ehemaliger Führungsoffizier und Anwerber Gonen Ben Itzhak kommen höchstpersönlich zu Wort. In Interviews, nachgestellten Szenen und mithilfe von authentischem Filmmaterial aus öffentlichen und privaten Quellen wird ein detailliertes Bild dieses riskanten Spionageeinsatzes gezeigt. Auch wenn die kompletten neunzig Minuten fast ausschließlich aus den Äußerungen der beiden Hauptprotagonisten bestehen, wird es so gut wie nie langweilig. Man wartet förmlich darauf, dass die Geschichte irgendwann auffliegt. Tatsächlich lassen die ersten Probleme nicht lange auf sich warten. Während Mosab für das Land spioniert, das er vor nicht allzu langer Zeit noch leidenschaftlich gehasst hat, wird die Bedrohung für ihn und seine Familie immer ernster. Das Thema Israel, Palästinenser und Co. erhitzt die Gemüter in der Regel schon bei der bloßen Erwähnung. Jeder hätte gerne eine Meinung zu diesem Konflikt und meint genau zu wissen, wer nun im Recht ist und wer "die wahren Terroristen" sind. Als friedensverwöhnter Mitteleuropäer lohnt es sich, diesen Film zu sehen, bevor man sich zu irgendwelchen Schnellschüssen hinreißen lässt. Wider Erwarten lässt sich Regisseur Nadav Schirman nicht zu plumper Schwarzweißmalerei hinreißen. Wer hier "die Guten" und "die Bösen" sind lässt sich nicht immer klar ausmachen. Im Mittelpunkt stehen stets die persönlichen Erlebnisse von Mosab und Gonen. Der größere politische Zusammenhang wird gelegentlich angesprochen aber nicht verteidigt oder gar glorifiziert. Gleichzeitig hilft der Film, einiges über die schwelenden Konflikte zwischen den ewigen Kriegsparteien aus erster Hand zu erfahren. Mosabs Vater hatte als Mitbegründer der Hamas reichlich Kontakte zu offiziellen wie inoffiziellen Parteimitgliedern und kannte auch die vielfältigen Rollen von Friedensnobelpreisträger Jassir Arafat. Die regelmäßigen Aufmärsche von Armeebrigaden, bei denen auch Kinder mit selbstgebastelten Waffen und Sturmhauben teilnehmen, hinterlassen ebenso ihren Eindruck wie die Tatsache, dass erwiesene Explosionen eigener Waffen auch gerne mal als feindlicher Raketenangriff verkauft werden. Die Propaganda wogt hin und her. Israel betätigt sich als Staat im Heimatschutz, greift dazu jedoch auch zu fragwürdigen Rekrutierungsmethoden, wie Mosab zur "Besserung" in ein israelisches Gefängnis mit palästinensischen Wachleuten zu werfen, die beliebig verdächtige Mitgefangene foltern. Letztendlich ist es aber vor allem die persönliche Geschichte der Beteiligten, die den Film sehenswert macht. Über alle Grenzen von Nationalität, Religion und Ideologie hinweg ist dennoch eine Freundschaft zwischen Gonen und Mosab entstanden, die viele Krisen zu überwinden hatte. Darsteller: Mosab Hassan Yousef, Gonen Ben Itzhak Regie: Nadav Schirman Jahr: 2014 Label: SCM Hänssler FSK: ab 12 Jahren
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