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Snowden
Durchschnitts-Wertung
3,8
152 Wertungen - 17 Kritiken
6% (1 Kritik)
41% (7 Kritiken)
35% (6 Kritiken)
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Deine Meinung zu Snowden ?

17 User-Kritiken

Ev2709
Ev2709

User folgen Lies die 3 Kritiken

2,0lau
Veröffentlicht am 16.10.16

"Snowden" hat mich irgendwie kalt gelassen, vor allem das Ende kam mir sehr "hingehudelt" vor. Ich würde empfehlen, lieber "Citizenfour" anzusehen. Dieser Film ist ein Meisterwerk, das einem den Atem stocken lässt.

amlug
amlug

User folgen 34 Follower Lies die 331 Kritiken

4,5hervorragend
Veröffentlicht am 02.10.16

Eigentlich kommt so etwas praktisch nie vor, aber bei Oliver Stones Snowden muss ich ganz klar sagen, dass ich diesen Film nicht in Punkten bewerten will*, denn ich kann den Film auch ehrlichgesagt schlecht mit irgendeinem anderen Spielfilm dieses Jahr vergleichen. Snowden ist kein Film, der zur Unterhaltung da ist, Snowden ist vielmehr wie eine Kolumne in Filmform, bei der das Thema „Film“ eigentlich eine untergeordnete Rolle spielt. Hier steht die Aussage, das Statement und die Information wirklich über absolut allem und genau deshalb vergebe ich hier auch keine Punktwertung, denn ich kann diesen Film einfach nicht wie jeden anderen bewerten, auch wenn Snowden definitiv der wichtigste und aktuellste Film des Jahres ist. Aber zu allererst will ich doch einen Film-Vergleich aufstellen, denn Snowden ist in meinen Augen genau das, was Oscar-Gewinner Spotlight sein wollte und absolut nicht schaffte. Eine Mischung aus Thriller-Spielfilm, Dokumentation und Biografie. Oliver Stone meistert diesen schwierigen Balanceakt nahezu perfekt, erzielt deutlich mehr Wirkung und kreiert deutlich mehr Spannung als Tom McCarthy noch in Spotlight. Das liegt zum einen schon mal daran, dass Snowden wirklich tiefgängig ist. Stone geht auf die Titelfigur seines Films ein und beschäftigt sich eingehend mit dem Charakter Edward Snowden, der von Joseph Gordon-Levitt auch verdammt gut gespielt wird. Dabei offenbaren sich wirklich viele interessante Dinge darüber, wer Snowden eigentlich ist, woher er kommt und was ihn zu dieser „Tat“ bewegte (da der Film so vom echten Snowden „genehmigt“ wurde, nehme ich mal an, dass das meiste im Film stimmt). Auf emotionales Schmalz wird dabei komplett verzichtet und die Liebesgeschichte zwischen Snowden und Lindsay (Shailene Woodley) war auch wirklich erfrischend interessant. Oliver Stone gibt sich dabei den ganzen Film über auch wirklich kritisch, es ist keine einseitige Berichterstattung, er beleuchtet alle Seiten exzellent und bringt eben vor allem die Absichten Snowdens einfach nur großartig herüber, so wirkt er auch unglaublich glaubwürdig und authentisch, wird nicht als Verbrecher sondern als amerikanischer Patriot hingestellt und man merkt mit jeder Minute, wie schwer es Snowden gefallen sein muss, diese Daten zu veröffentlichen. Auch die Wirkung verpasst Stone mit seinem Film nicht. Snowden machte mich, vor allem im dritten Akt und dem Abspann, immer nachdenklicher und zeigt wirklich, ohne reißerisch zu wirken, sämtliche Überwachungssysteme der NSA, die teilweise wirklich hochgradig schockierend sind. Der Film kommt dabei dann aber auch wirklich genau zur rechten Zeit, denn sachliche, kritische Filme können am besten wirken, wenn sie aktuell sind und das ist Snowden ja wohl, wie kaum ein zweiter derzeit. Vor allem gegen Ende werden immer mehr echte Charaktere, Reden und Aussagen mit eingespielt, was noch einmal die Themenbrisanz unterstreicht und den Eindruck einer Dokumentation am Leben erhält und dass die Aussage hier wirklich über allem steht. Im Nachhinein wirken weder die interessante Kamera, die Schnitte, der passende Soundtrack oder der sehr gute Erzählstil noch wirklich wichtig, denn alles was zu zählen scheint, ist die Information (die sehr gut herübergebracht wird) und nicht der Film an sich, deshalb will ich Snowden auch ehrlichgesagt einfach nicht in so etwas wie ein Punktesystem einordnen. Fazit: Der wichtigste Film des Jahres! *Leider ist man auf Filmstarts trotzdem gezwungen, Punkte zu vergeben, womit ich die vergebenen Sterne hier einfach bitte zu ignorieren!

Popcornfilme
Popcornfilme

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3,0solide
Veröffentlicht am 01.10.16

Insgesamt ein sehr aufschlussreicher Film, der zwar nicht alle Fragen beantwortet, aber damit auch nicht zu trocken-politisch ist. Weitere Details und die ganze Kritik gibt es unter:

Das Kulturblog
Das Kulturblog

User folgen 2 Follower Lies die 99 Kritiken

3,0solide
Veröffentlicht am 30.09.16

Die breite Öffentlichkeit hat sich anscheinend daran gewöhnt, dass unsere Daten von diversen Kraken (Facebook und Co. ebenso wie die Geheimdienste) gierig aufgesaugt werden und der sympathische, blasse Mann, der die Weltöffentlichkeit im Sommer 2013 aufzurütteln versuchte, irgendwo in Putins Reich an einem geheimen Ort lebt. Deshalb entschied Oliver Stone, ein großes Biopic mit Promi-Besetzung fürs Mainstream-Kino zu drehen. Vor kurzem 70 Jahre alt geworden und kein bisschen leise, nicht nur im Zweifel, sondern dezidiert links: Mit dieser Haltung drehte Stone auch seinen „Snowden“-Film: genüsslich reibt er der konservativeren Hälfte der extrem polarisierten US-Gesellschaft unter die Nase, wie einer der ihren, der seinem Land als Soldat und Geheimdienstmitarbeiter diente und den Protesten gegen George W. Bushs völkerrechtswidrigen Irak-Krieg skeptisch gegenüberstand, in ihren Augen zum „Hochverräter“ und „Gottseibeiuns“ werden konnte. Dem Film ist zugute zu halten, dass er nah an der Wahrheit bleibt, wie ein Faktencheck von SPON ergab. Der Plot wird jedoch leider so schleppend erzählt, dass er gerade bei einem Mainstream-Publikum nicht gut ankommen dürfte. Hauptdarsteller Joseph Gordon-Levitt spielt Edward Snowden zwar täuschend echt, bleibt aber insgesamt erstaunlich blass.

Isabelle D.
Isabelle D.

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3,0solide
Veröffentlicht am 23.09.16

"Snowden" von Oliver Stone hat mich positiv überrascht. Ein Kollege von mir hatte den Film in der Sneak Preview gesehen und mir davon abgeraten, weil er ihn grottenschlecht fand. Daher war ich aufs Schlimmste vorbereitet und hatte befürchtet, man würde gar nichts über die politischen Verwicklungen und Hintergründe erfahren, sondern die ganze Zeit nur so langweiliges Privatgedöns. Aber siehe da, es gab zwar Privatgedöns und Liebesschnulz, es hielt sich jedoch in erträglichen Grenzen. Das ist sicher auch Shailene Woodley zu verdanken, die Snowdens Freundin Lindsey mit Engagement und Lebensfreude füllt und sie sehr sympathisch wirken lässt. Sonst ist das ja oft so, dass die Frauen in solchen Geschichten blass und langweilig sind, sich für ihren Männe aufopfern und keine eigene Persönlichkeit haben. Lindsey ist anders und dient zudem für Zuschauer, die von Computern nur wenig Ahnung haben (so wie meine Wenigkeit, typisch Mädchen *kicher*) als Identifikationsfigur. Denn Snowden und seine Motive bleiben bis zum Schluss rätselhaft und undurchsichtig. Es ist klar, dass er eine krasse Wandlung durchmacht, vom regierungstreuen Patrioten, der einfach nach geistigen Herausforderungen für seinen permanent auf Hochtouren laufenden Verstand sucht, über den Skeptiker und Paranoiker bis hin zum "Vaterlandsverräter". Es liegt sicher mit daran, dass er immer mehr über das Ausmaß der Machenschaften des NSA herausfindet und am eigenen Leib spürt, welche Macht die US-Regierung und ihre Geheimdienste über die Menschen dieser Welt haben. Er begreift, wie unmenschlich es ist, Menschen sozusagen in ferngesteuerten Kriegen dahinzumetzeln, obwohl man keine hundertprozentige Sicherheit hatte, dass von ihnen eine Gefahr ausging. Dennoch wirkt er die ganze Zeit unnahbar, kühl und abweisend. Übrigens wird auch Snowden hervorragend gespielt von Joseph Gordon-Levitt, der offenbar seine Hausaufgaben gemacht hat und die Gesten, die Mimik und Haltung des echten Snowden täuschend echt kopiert. Auch in den Nebenrollen ist "Snowden" hochkarätig besetzt, es gibt ein Wiedersehen mit einem leicht aufgeschwemmten Nicolas Cage, und die anderen Schauspieler müssen sich ebenso wenig verstecken. Nichtsdestotrotz gab es schon ein paar Längen in dem Film. Zwischendurch bin ich ein paar Mal eingenickt, aber nur ganz kurz, wenn der Beziehungsquark dann doch etwas zäh wurde und die Handlung zu sehr dominierte. Aber, wie gesagt, es blieb im Rahmen des Aushaltbaren. Fazit: Man kann sicher darüber streiten, ob das Privatgedöns um Snowden zu viel Raum einnimmt oder noch in Ordnung ist. Mich hat es überraschenderweise nicht gestört und ich fand, das lockerte die Geschichte ganz gut auf. Die politischen Verwicklungen kamen zum Glück meines Erachtens nicht zu kurz und wurden so dargestellt, dass man dem auch als Laie gut folgen kann. Allerdings habe ich die Original-Doku über Snowden noch nicht gesehen und bin mit sehr niedrigen Erwartungen in den Film hineingegangen - vielleicht hat er mir auch deshalb gut gefallen. Am besten, man macht sich selbst ein Bild, vorausgesetzt, man interessiert sich für die Thematik.

Brodie1979 ..
Brodie1979 ..

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4,0stark
Veröffentlicht am 23.09.16

Ein guter Film der mir aber leider trotzdem restlos verborgen geblieben ist. Ich habe mich für die Person Edward Snowden interessiert; weiß aber über ihn als Menschen nicht entscheidend viel. Der Film thematisiert seinen Werdegang von 2004 bis 2013, wie er vom Soldaten zum Geheimdienstangestellten wird und die gängigen Geheimdienst-Praktiken lernt bis er zum Entschluß kommt diese bloß zustellen. Dabei habe ichs mir allerdings recht leicht gemacht: der Film ist bemüht seine komplexe Thematik dem Zuschauer nahe zu bringen, aber ich habs aufs wesentliche reduziert: die USA spioniert jeden Menschen aus, Punkt, die genaueren Daten sind zwar interessant, übersteigen aber scheinbar stark meinen Horizont. Ansonsten sehe ich Dreh und Angelpunkte in denen Snowden seine Entscheidung festigte und ein paar Menschen die ihm begegnen und wichtig sind, insbesondere natürlich die komplexe Beziehung zu seiner Freundin. Das nicht langweilig, trotzdem sehr redsam und sehr lang. Und leider komme ich bei dem Kerl nicht in die Tiefe, auch wenn Joseph Gordon Levitt ihn großartig spielt. Fazit: geradliniger Thriller mit wichtiger Bedeutung, trotzdem kapiere ich die Hauptfigur einfach nicht!

Michael S.
Michael S.

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4,0stark
Veröffentlicht am 19.09.16

Wer die Nachrichten verfolgt hat, weiß eigentlich längst, wie der Film ausgeht. Nichtsdestotrotz ist der Weg zu diesem Ende durchaus spannend und das ganz ohne Schießereien und atemlose Verfolgungsjagden. Der später als größter Verräter in der US-amerikanischen Geschichte bezeichnete Snowden begann tatsächlich als Patriot. Gleich zweimal beantwortet er beim Einstellungsgespräch die Frage, ob er die USA für das großartigste Land der Welt hält, mit Ja. Und auch nach seinem frühzeitig beendeten Militärdienst will er ihm die Treue halten. Dadurch gewinnt der in ihm tobende Konflikt erst richtig an Bedeutung, was von einem erfreulich zurückhaltenden Joseph Gordon-Levitt meist überzeugend transportiert wird. Trotz Dreitagebart und Brille ähnelt er seinem Vorbild nur wenig, was aber verschmerzt werden kann. Dass im Gegensatz zu Laura Poitras Dokumentarfilm "Citizen Four" verschiedene Aspekte der Geschichte zusammengefasst und dramaturgisch optimiert werden, kann auch ein Oliver Stone nicht vermeiden. Dennoch wird sein Film in den wechselnden Handlungsebenen zwischen dem bekannten Interview in Hongkong und seiner Karriere bei den Geheimdiensten zu einem ebenso spannenden wie hochaktuellen Thriller, der einmal mehr vor Augen führt, in welchem Umfang digitale Spionage und Kriegsführung möglich sind oder bereits praktiziert werden. Stünde das in einem Drehbuch mit fiktiver Handlung, hielte man es für übertrieben. Lediglich im biografischen Teil finden sich einige Längen, auch wenn Nebendarsteller wie Shailene Woodley als Snowdens Freundin Lindsay Mills ihr Bestes geben, um auch Beziehungskrisen nicht langweilig aussehen zu lassen. Am Ende darf der echte Edward Snowden zu Streicherklängen in einem sonnendurchfluteten Raum vom sicheren Internet schwärmen - ein weiteres Klischee, das man sich hätte sparen können. Kaum ist er aber in der Filmhandlung in seinem Element klappt dem Zuschauer angesichts der unbegrenzten Datengier und Lügen der beteiligten Geheimdienste wiederholt die Kinnlade herunter. Und das ist auch gut so. Aus dem Fokus der Öffentlichkeit scheint die digitale Sicherheit vorübergehend verschwunden zu sein. Man echauffiert sich gerne über TTIP, CETA und die Flüchtlingskrise, von Demos für Sicherheit im Internet war aber schon lange nichts mehr zu hören. Sollten Snowdens Enthüllungen am Ende nur Herstellern von Sicherheitsverschlüsselung genützt haben? Für alle, die auf leicht zugängliche Art erfahren wollen, warum das Thema noch immer relevant sein könnte, ist "Snowden" auf jeden Fall Pflichtprogramm.

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