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Ein Mann namens Ove
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,0
solide
Ein Mann namens Ove
Von Christian Horn
Wenn schon zu Beginn eines Films eine der Figuren einen Selbstmordversuch unternimmt, wie hier in der schwedischen Produktion „Ein Mann namens Ove“ von Hannes Holm („Familienchaos“), dann werden mit einem solchen Paukenschlag unweigerlich drängende Fragen nach dem Warum befeuert: Was ist passiert? Gibt es noch Hoffnung? Erste Antworten gibt es in der Verfilmung des gleichnamigen Bestsellerromans von Fredrik Backman recht bald und da es sich um eine optimistische Tragikomödie handelt, ist für den zum Strick greifenden Titelhelden noch nichts verloren. Aber vorerst nimmt er immer wieder neue Anläufe zum vermeintlich erlösenden finalen Akt.

Seitdem seine Ehefrau an Krebs gestorben ist, hegt der 59-jährige Ove (Ex-„Wallander“ Rolf Lassgård) nämlich einen tiefen Groll gegen Gott und die Welt. Dass er auch noch widerwillig in Rente geschickt wird und als Abschiedsgeschenk ausgerechnet einen Spaten bekommt, dass er mit der halben Wohnsiedlung im Clinch liegt und dass sein ehemals bester Kumpel sprachbehindert im Rollstuhl sitzt, verstärken seinen Todeswunsch noch. Das Grab seiner Frau besucht der Griesgram ohnehin täglich, warum soll er sich also nicht gleich daneben legen?


Weil auf Regenschein Sonne folgt und es sich immer lohnt, weiterzuleben, erklären uns die Filmemacher: Die zaghafte Reise des Rentners zurück ins Glück, bei der die neue persische Nachbarin Parvaneh (Bahar Pars) eine nicht unerhebliche Rolle spielt, inszeniert Hannes Holm in aller Überdeutlichkeit. Raum für Zwischentöne bleibt kaum, wenn die Musik bedeutungsheischend anschwillt oder die Probleme der Figuren plakativ hervortreten. Dennoch entfaltet „Ein Mann namens Ove“ einige emotionale Kraft. Besonders die Rückblenden in die glückliche Liebe zwischen Sonja (Ida Engvoll) und Ove (als junger Mann: Filip Berg), die den diversen erfolglosen Suizidversuchen eine tragische Note geben, sind sehr berührend.

Dass der Film trotz der etwas groben Dramaturgie und der nicht gerade subtilen Regie – ganz ähnlich wie in dem auch thematisch vergleichbaren „Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit“ weicht die buchstäbliche graue Tristesse auch hier zunehmend warmen und weichen Farben – recht wirkungsvoll ist, liegt vor allem an den Darstellern, die selbst die Liebe auf den ersten Blick glaubwürdig erscheinen lassen. Und es liegt an den unterhaltsamen Dialogen: „Ich habe viel nachgedacht“, sagt Parvaneh – „Gib nicht so an“, kontert Ove. So wird aus einer etwas schematischen letztlich doch eine liebenswert-menschliche Geschichte.

Fazit: Die leise Tragikomödie nach dem gleichnamigen Erfolgsroman überzeugt mit guten Darstellerleistungen und Dialogen.
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Kommentare

  • Jimmy V.
    Ich finde die Synchro im Trailer grausig und irgendwie deplatziert. Wie sieht's denn an dieser Front aus?
  • Michael S.
    Die Pressevorführungen waren meines Wissens leider alle auf Schwedisch mit deutschen Untertiteln, da lässt sich leider nicht viel sagen ... ich hoffe auch, dass die deutsche Fassung besser als der Trailer ist!
  • janpeters
    naja, über "nahe am Buch" lässt sich aber streiten. Das bei Buchverfilmungen oft viel weggelassen wird OK, aber es wurde doch Vieles geändert, gedeckelt und ignoriert. Manchmal völlig grundlos. Aber natürlich trotzdem ein sehenswerter Film. Mich hat das Buch aber mehr bewegt.
  • Burkhard v.
    Bin gerade dabei das Buch zu lesen, allerdings in der dänischen Ausgabe. Auch wenn ich nicht alles hundertprozentig verstehe, ein sehr amüsantes Buch finde ich oder besser gesagt sehr kurzweilig. Habe mich sehr gefreut als ich las dass es nun als Film im Kino läuft. Werde mir das auf jeden Fall ansehen und vergleichen. Hoffentlich schaffe ich es noch vorhervdas Buch zu lesen.
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