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    Dope
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,5
    gut
    Dope
    Von Michael Meyns
    Das englische Wort Dope hat viele verschiedene Bedeutungen. Gleich drei davon spielen in Rick Famuyiwas Hip-Hop-Komödie „Dope“ eine wichtige Rolle: 1. Drogen // 2. Trottel // 3. Eine coole Person.

    Nachdem er schon auf dem Sundance Filmfestival im Januar 2015 gefeiert wurde, sorgte „Dope“ ein paar Monate später auch in Cannes für Begeisterungsstürme - kein Wunder, denn der Humor, mit dem Famuyiwa hier dem brandaktuellen Spannungsfeld aus Vorurteilen und Diskriminierung in Amerika begegnet, ist absolut pointiert und treffend. Wie er seine Teenager-Komödie zugleich mit einem teils sehr harten Sozialrealismus konterkariert, ist hingegen weniger stimmig und letztendlich auch nicht unproblematisch.

    Malcolm (Shameik Moore) besucht gemeinsam mit seinen Freunden Diggy (Kiersey Clemons) und Jib (Tony Revolori) im von Gangs beherrschten Inglewood in Los Angeles die Highschool. Die drei sind Geeks wie sie im Buche stehen: Statt sich wie die meisten anderen einer der Gangs anzuschließen, lernen Malcolm und Co. lieber und frönen ansonsten ihrer Leidenschaft für alles, was mit der Hip-Hop-Kultur der 1990er Jahre zu tun hat. Die drei Teenager wollen nicht als Drogendealer Karriere machen und auch nicht im Knast zu landen, ihr großes Ziel lautet vielmehr: College! Aber dem steht die harte Realität im Weg – und zwar in Gestalt von Dom (Rakim Mayers), der Malcolm mit in seine Drogengeschäfte hineinzieht …


    „Dope“ beginnt als Satire über die klassischen Klischees der Hip-Hop-Kultur, in der Regisseur Famuyiwa seine Protagonisten konsequent gegen den Strich bürstet: Malcolm und seine Freunde sind introvertierte Außenseiter - und ihren Altersgenossen verbal meilenweit überlegen. Die Welt um sie herum ist hingegen geprägt von Bandenkriegen, Drive-By-Shootings und einer zum Alltag gewordenen Gewalt, vor der es praktisch kein Entkommen mehr gibt. Die Verknüpfung dieser beiden widerstreitenden Welten, der Hip-Hop-Satire hier und dem harten sozialen Kampf da, gelingt dem Regisseur jedoch nicht immer stimmig: Wenn die doch eigentlich so ganz anderen Freunde wie selbstverständlich zu Drogendealern mutieren oder wenn Malcolm mit einer Pistole hantiert, als hätte er nie etwas anderes getan, dann mutet das geradezu fahrlässig an. Problematisch ist auch, dass genau diese Fähigkeiten letztlich entscheidend dazu beitragen, dass Malcolm den sozialen Aufstieg schafft, den er sich immer erhofft hat.

    Abgesehen davon gelingt es Famuyiwa jedoch, die aktuellen sozialen Strukturen in den USA offenzulegen, wo ein Schwarzer ganz einfach faktisch weniger Chancen hat als ein Weißer – egal was er tut und ganz egal, wie gut er in der Schule ist. Im Zweifelsfall wird ein Schwarzer – gerade in einem berüchtigten Viertel wie Inglewood – eben für einen Dealer gehalten. In den stärksten Momenten wird der Tonfall von „Dope“ regelrecht wütend – dann entwickelt sich die ansonsten so leichtfüßige Komödie zu einem engagiert-kraftvollen Plädoyer für soziale Gerechtigkeit und entfaltet dabei eine solche Wucht, dass die moralisch fragwürdigen Handlungselemente in den Hintergrund rücken.

    Fazit: Mit seiner satirisch angehauchten Hip-Hop-Komödie entlarvt Rick Famuyiwa auf pointierte Weise die sozialen Ungerechtigkeiten des zeitgenössischen Amerika.
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