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Kindergarten Cop 2
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
1,5
enttäuschend
Kindergarten Cop 2
Von Christoph Petersen
Braucht es 26 Jahre nach dem Original tatsächlich eine Fortsetzung der Action-Komödie „Kindergarten Cop“, dazu noch mit Dolph Lundgren („The Expendables“), der die Kunst der sympathischen Selbstparodie bei weitem nicht so gut beherrscht wie sein Vorgänger Arnold Schwarzenegger? Natürlich nicht! Trotzdem hätte das verspätete Direct-to-DVD-Sequel „Kindergarten Cop 2“ von „Lake Placid 4“-Regisseur Don Michael Paul tatsächlich funktionieren können - und das liegt weniger am titelgebenden Cop als vielmehr am titelgebenden Kindergarten: In den vergangenen zweieinhalb Dekaden hat sich in dem Bereich nämlich eine ganze Menge verändert - statt einfach nur mit anstrengenden Vorschulkindern muss sich FBI-Agent Reed (Dolph Lundgren) als Undercover-Kindergärtner in der elitären Hunts Bay Academy (Kosten pro Kind: 50.000 Dollar für ein Jahr) auch noch mit glutenfreien Lebensmitteln, Tofu-Explosionen, Erdnussallergien, politisch korrekter Sprache („The Holiday“ statt „Christmas Holiday“) und einem Therapie-Schwein namens Buttercup herumschlagen.


Für einen richtigen Kerl wie Reed eine echte Herausforderung - und manchmal ist das sogar lustig: So hält der Old-School-FBI-Agent nach dem Vorlesen eines Bilderbuchs, in dem ein Vogel alle seine verschiedenfarbigen Federn verschenkt, bis er wie alle anderen Vögel auch nur noch ein einfarbiges Gefieder besitzt, vor seinen sechsjährigen Schülern erst einmal eine wütende Brandrede gegen diese liberale Propaganda. Aber solche Gags bleiben trotz der vielversprechenden Ausgangslage nur seltene Zufallstreffer. Das Drehbuch ist mies, die Schauspieler auch - und die meisten Pointen bewegen sich eher auf dem Niveau des FBI-Chefs, der sich am Pissoir einnässt, weil er beim Pinkeln ans Handy geht.

Trotz offensichtlicher Produktplatzierungen für Twix (der Zwillingsschokoriegel rettet Reed im Finale tatsächlich das Leben) und Uber (die Taxi-Konkurrenz ist sogar schneller als das FBI) hat das Budget nur für zwei Actionsequenzen gereicht - der erste Shootout ist für DVD-Verhältnisse okay, das Finale hingegen eine echte Enttäuschung. Aber vielleicht haben sich die Macher ja auch nur zurückgehalten, um ihren Film familienfreundlicher zu gestalten - wobei: Warum sieht die zweite Vorschullehrerin Olivia (Darla Taylor) mit ihrem Aufreißer-Make-up und Minirock dann aus wie die Pornoversion einer Kindergärtnerin?

Fazit: Mit Ausnahme einiger gelungener Seitenhiebe auf die Auswüchse moderner Kindererziehung enttäuschend.

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