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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,0
lau
Gut zu Vögeln
Von Christian Horn
Mira Thiels Kinodebüt hat nicht nur einen Titel, der nicht so recht zum Film passt, sondern wird auch noch mit einem irreführenden Slogan beworben. Während das zotig klingende „Gut zu Vögeln“ das Erwartungspendel in die Richtung von deftig-unflätigem Humor ausschlagen lässt (da helfen auch die Feinheiten der Rechtschreibung wenig), suggeriert die Tagline „eine antiromantische Liebeskomödie“ ein originelles Gegen-den-Strichbürsten der Genreregeln. Dabei ist der Film nichts anderes als eine absolut handelsübliche Romantikkomödie mit ein paar halbwegs derben Momenten, die mit einem simplen „Was sich liebt, das neckt sich“ weitaus treffender beschrieben werden kann. Das Lustspiel über die Nöte zweier Mittdreißiger, die mit dem Leben und der Liebe hadern, hat abgesehen von einer Handvoll guter Ideen (eine der besten: die von Wunderkerzen erleuchtete Geburt mitten auf einem Ballermann-Dancefloor) nichts zu bieten, was nicht schon in Dutzenden anderen Komödien besser umgesetzt worden ist.
 
Weil es Zeit ist, erwachsen zu werden, kehrt Simon (Max Giermann) der langjährigen Berliner Junggesellen-WG mit seinem besten Kumpel Jacob (Max von Thun) und dem schwulen Türken Nuri (Samy Challah) den Rücken. Seine Schwester Merlin (Anja Knauer), die Jacob schon im Teenager-Alter genervt hat, übernimmt Simons Platz in der Wohngemeinschaft. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Gossip-Journalistin gerade von einem heftigen Liebesunglück erholen muss. Ihr Verlobter Lord Bradbory (Christian Tramitz) hat nämlich zwei Wochen vor dem Hochzeitstermin per SMS Schluss gemacht... Für den Barkeeper und Playboy Jacob ist klar, dass Merlin in ihrer Lage schnellstmöglich einen „Trostfick“ braucht, der ihr „so richtig das Brötchen buttert“. Dass ihn die zunächst unerwünschte neue Mitbewohnerin bald verzaubert, überrascht den eingefleischten Junggesellen dann allerdings selbst...


Das dramaturgische Strickmuster von „Gut zu Vögeln“ ist nicht nur den Fans romantischer Komödien bestens vertraut: Einmal mehr folgt auf anfängliche Abneigung die allmähliche Annäherung der Liebenden, ehe ein Missverständnis alles über den Haufen zu werfen scheint. Nun leiden die Protagonisten getrennt voneinander vor sich hin (dieses separate Schmachten und Sehnen wird bevorzugt in einer Parallelmontage dargebracht) und am Ende löst sich selbstverständlich doch noch alles in Wohlgefallen auf. Diesen bewährten Weg zum Happy End beschreitet auch Mira Thiel, wodurch die Handlung komplett vorhersehbar ist, was im Genrekontext natürlich nicht weiter schlimm ist. Entscheidend ist hier nicht das Was?, sondern das Wie? und da sorgen einige hübsche Einfälle zumindest stellenweise für einen gewissen Charme: Mal begrüßt Merlins neue Arbeitskollegin sie mit den Worten „Come in and burn out“, mal tüftelt der Kindskopf Jacob an einem neuartigen Spray-Kondom oder er steigt mit einem Playmobil-Piratenschiff in die Badewanne.
 
Abgesehen von solchen lichten Momenten bleibt den Darstellern angesichts der im Genre-Korsett steckenden Figuren wenig Spielraum zur Entfaltung. Die von Liebeskummer geplagte Romantikerin Merlin und der unter Bindungsangst leidende Jacob bedienen gängige Klischees und verfügen kaum über Eigenständigkeit. Sie lavieren sich durch eine Reihe recht nichtssagender Gags, die gelegentlich die Gefilde des Fäkalhumors streifen. Für etwas Abwechslung im wenig witzigen Einerlei sorgen ein halbes Dutzend Gastauftritte von Prominenten, darunter Oliver Kalkofe als Frauenarzt Dr. Adam. Als ziemlich anstrengend erweist sich hingegen die omnipräsente Filmmusik, über die noch jede Gefühlsregung der Figuren kommentiert wird. Schöne Einfälle wie das Einspielen der „Tetris“-Titelmelodie beim Stapeln von Umzugskartons bleiben wie beim gesamten Film leider die Ausnahme.

Fazit: Eine Romantikkomödie von der Stange mit nur wenigen wirklich witzigen Ideen.
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