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Wind River
Durchschnitts-Wertung
3,7
93 Wertungen - 8 Kritiken
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8 User-Kritiken

BrodiesFilmkritiken
BrodiesFilmkritiken

User folgen 10 Follower Lies die 3 940 Kritiken

4,0stark
Veröffentlicht am 12.12.17

Filme wie dieser haben ja wirklich langsam einen totalen Seltenheitswert: eine Story die beginnt, endet, dazwischen was erzählt und ohne daß man eine Sorge haben muß dies als ersten Teil zu betrachten ect. Und es fußt auf einem wahren Fall; wobei ich nicht weiß ob die Ereignisse komplett wahr sind oder nur lose Daten zu einer Filmhandlung verdampft wurden. Diese fällt ja auch sehr sparsam aus: eine leiche wird gefunden, ein Jäger mit schlimmer Vergangenheit und eine unerfahrene Agentin gehen auf die Suche. Dabei wird nicht mit den Klischees gespielt, daß sich gleich eine Liebesbeziehung anbahnt oder der Agentin bei jeder Gelegenheit Pannen passiert, ebensowenig wird eine Reihe an VErdächtigen aufgestellt die dann nach und nach elimineirt werden. Nein, der Film reiht einfach Ermittlungsmomente aneinander die lose aufeinander folgen, dafür umso heftier in ein krasses Finale münden. Atmosphärisch dicht und mit großartier BEsetzung dabei entsteht so geradezu ein Ausnahmetitel. Fazit: Spannend, deprimierend und großartig gespielt - kleiner, großartiger Thriller!

Alexander G.
Alexander G.

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4,5hervorragend
Veröffentlicht am 12.02.18

Ein kraftvolles unbarmherzig raues Thriller-Drama das schonungslos und still bis zum Knalleffekt Finale an die Nieren geht. Die superben Bilder, Soundtrack und Darsteller rund um Jeremy Renner tun ihr übriges zum Genre-Highlight das noch lange nach dem Abspann bewegt. 9/10

Schraube
Schraube

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4,0stark
Veröffentlicht am 09.07.18

Der Mordfall, mit dem sich der Film beschäftigt, wird überhaupt nicht wie ein Krimi aufgespielt. Es gibt keine Massen an Verdächtigen und der Zuschauer wird in keiner Weise animiert den Täter zu erraten. Das Gegenteil ist der Fall, die Story verläuft stringent und arbeitet durchgehen auf die Auflösung hin. Eben diese Auflösung ist dann auch das absolute Highlight des Films; dramatischer Aufbau, kreativ inszeniert und gedreht, sowie sehr gut choreografiert und geschauspielert. Wirklich sehr innovativ umgesetzt. Auch wenn mich der Nebenstrang, rund um die Behandlung der Ureinwohnern, nicht ganz fesseln konnte (denke aber,dass Amerikaner diesem Teil weit mehr abgewinnen können, da sie einfach tiefer in der Thematik verwickelt sind) ,ist "Windriver" ein wirklich sehr gutes Regiedebüt und ich bin auf zukünftige Filme von Taylor Sheridan gespannt. Anmerkung: Wer sich den Film im Orginalton anschauen will, sollte sich auf den wirklich starken wyomischen Akzent gefasst machen, es ist recht schwer alles zu verstehen.

ToKn
ToKn

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2,5durchschnittlich
Veröffentlicht am 04.06.18

Solide langatmig- wiederspricht sich mitunter, trifft es aber. Das Amerikas Ureinwohner noch immer wie der letzte Dreck behandelt werden ist nichts Neues. Die Klischees (Arbeitslosigkeit, Drogenmissbrauch, soziale Vergessenheit usw.) die reihenweise abgearbeitet werden passen, weil Klischees nicht umsonst ihre Daseinsberechtigung haben. Die Story ist Klischee an sich. Ein Indianermädchen wird von den sich langweilenden volltrunkenen Sicherheitsleuten einer Ölbohrfirma vergewaltigt, flieht und erfriert im bitterkalten Wyoming. Richtig! Man kann so etwas nicht oft genug anprangern, aber so richtig fehlt dann doch die Botschaft. Es bleibt nur der erhobene Zeigefinger (wenn überhaupt). Der große Aufklärer ist ein Weißer, dem das gleiche Schicksal mit seiner eigenen (Indianer-)Tochter ähnlich widerfahren ist. Der Film endet in eine ganze Menge Selbstjustiz, menschlich nachvollziehbar, aber moralisch fraglich, gerade in den heutigen Zeiten. Jeremy Renner macht das sehr solide und auch Elizabeth Olsen (die jüngste der drei Olsen-Schwestern) als FBI-Agentin steht dem in nichts nach. Schön das die beiden nicht im Bett landen und für die Story nachvollziehbar, dass es auch mal eine FBI-Agentin gibt, die zugibt nicht zu wissen was sie in solch einer außergewöhnlichen Situation am besten machen muss. Visuell sind die düstere Reservat-Stimmung („Wind River“) und die winterlichen Bedingungen in Wyoming toll eingefangen, auch die Musik von Nick Cave passt (mal wieder) super. Alles in allem bleibe ich aber dabei, der Film ist nicht besonders spektakulär und kann eine gewisse Langatmigkeit nicht verstecken.

Kinobengel
Kinobengel

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3,5gut
Veröffentlicht am 26.02.18

Western von heute. Taylor Sheridan hat sich durch seine Drehbücher zu „Sicario“ und „Hell or High Water“ Aufmerksamkeit in der Filmbranche verschafft. Für „Wind River“ nahm er neben dem Platz am Schreibtisch auch den Regiestuhl an sich. Wyoming liegt zum Frühlingsbeginn unter tiefem Schnee. Vergewaltigt und tot wird Natalie (Kelsey Asbille) im Indianerreservat „Wind River“ gefunden. Als Jane Banner (Elizabeth Olsen) aus Fort Lauderdale zur Aufklärung eintrifft, engagiert die junge, ortsunkundige und nicht wetterfeste FBI-Agentin den hiesigen Jäger Corey Lambert (Jeremy Renner). Wyoming ist das Land, in dem die Spuren der Motorschlitten auch nach einem Sturm problemlos sichtbar bleiben. Es wäre aber zu einfach, den Film an seinen Logiklücken durch die unwirtliche Kälte der Kritik zu zerren. Sheridan liebt offensichtlich Wildwest-Motive und transportiert sie in die Gegenwart, ohne jedes Aber. In seiner Welt existieren harte (aber auch ein Stück weit sensible) Männer, die alles können und für Gerechtigkeit immer den Finger an den Abzug legen. So ein Mann ist Corey Lambert, ein Kinderflüsterer, Pferdeflüsterer, Indianerflüsterer und Frauenflüsterer. ...Meisterschütze. ...Rächer. Jeremy Renner gibt diesem Alleskönner das richtige Gesicht. Und wer liebt nicht die alten Haudegen des Berufsalltags? In nahezu jeder Branche gibt es diese versierten Leute, die von den Rookies befragt werden und die wissen, wie man die eine oder andere hinderliche Vorschrift geschickt umgeht, um ein Ziel zu erreichen. Elizabeth Olsen hat ein enormes Ausdrucksvermögen. Ihre Jane Banner strahlt entsprechend des Charakters Selbstbewusstsein aus und leistet ihren Beitrag, ist aber abhängig von der Hauptfigur, die damit ihre riesige Spielfläche bekommt. Gebrauchte Erfahrungen zu nutzen ist eben günstiger als eigene zu machen. Somit entsteht aus den sich ergebenden Situationen, den atemberaubenden (teilweise blutigen und ekligen) Bildern von Ben Richardson sowie dem chorunterlegten, unheimlich klingenden Score eine Filmkomposition, die atmosphärisch kaum zu toppen ist. Lambert trägt die Folgen schwerer Schicksalsschläge in sich, die er zunächst nur andeutet und später im Dialog mit Banner dem Publikum preisgibt. Letzteres wirkt allerdings wie übers Knie gebrochen installiert und stört ein wenig den erstaunlich gut ausbalancierten Erzählfluss, welcher der straight erzählten Geschichte noch mehr Wucht verleiht. Erst im hinteren Teil des Films wird mit einem akustischen Match Cut die enthüllende Rückblende eingeschoben, um unmittelbar danach in den brachialen Showdown überzugehen. Der Regisseur und Autor möchte seinem Vorhaben einen realen Rahmen verleihen. Er gibt an, von wahren Begebenheiten inspiriert worden zu sein und weist darauf hin, dass über vermisste Ureinwohner der USA keine Statistik geführt wird. Wie schon in „Hell or High Water“ spielt der Umgang mit der Schusswaffe eine wichtige Rolle. Und wer auf der „guten“ Seite des Gesetzes steht, kann quasi alles machen, was irgendwie redlich erscheint. Taylor Sheridan muss sich vorwerfen lassen, dass er mit seiner Inszenierung genau dies billigt und sogar zelebriert. „Wild River“ geht als wirkungsvoller Unterhaltungsfilm in Ordnung.

Isabelle D.
Isabelle D.

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2,5durchschnittlich
Veröffentlicht am 16.02.18

"Wind River" von Taylor Sheridan hinterlässt mich zwiegespalten. Der Film ist sehr gut gemacht, aber inhaltlich war da einfach viel zu viel daneben. Ich fange mal mit den positiven Aspekten an: Die Landschaftsaufnahmen sind der Hammer und die Atmosphäre entfaltet von Anfang an einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Ja, der Film ist lang und ruhig, man könnte sagen: langatmig, aber gelangweilt habe ich mich trotzdem nicht. Ich fand, die stoische Gelassenheit des Erzähltempos passte zur Geschichte und zu den Figuren. Apropos: Zumindest die Hauptfiguren waren vielschichtig charakterisiert und von Jeremy Renner sowie Elizabeth Olsen feinfühlig und mitreißend gespielt. Aber leider ist die Story, die Handlung, an vielen Stellen so moralisch fragwürdig und hat so ein bitteres Geschmäckle, dass der Film noch lange unangenehm nachhallt. Nicht zu leugnen ist zum Beispiel das "White Savior"-Motiv, das in der Figur des Cory Lambert (J. Renner) offensichtlich wird. Er, der strahlende weiße Held, rettet den von aller Welt vergessenen, von alleine nichts auf die Reihe kriegenden, amerikanischen Ureinwohnern dauernd den Arsch. Er tötet die Raubtiere, die ihre Herden bedrohen (warum es dort keine Herdenschutzhunde gibt, die auf die Schafe und Rinder aufpassen, habe ich allerdings nicht verstanden. Ist das wirklich nötig, die Wölfe zu ermorden und der niedlichen Puma-Familie nach dem Leben zu trachten?), jagt den Mörder der Tochter seines Freundes, versorgt alle mit guten Ratschlägen, spielt Trauerbegleiter und Therapeut und bestimmt, wer alles tough ist und wer schwach. Die Ureinwohner hören ihm aufmerksam zu, lassen sich von ihm belehren, und bleiben passiv. Bestimmt ist das alles total gut gemeint. Wir bekommen ja zum Schluss auch noch einmal unter die Nase gerieben, wie wenig die US-amerikanische Regierung für die Ureinwohner tut, dass sie sie am liebsten komplett ignorieren würden. Und vermutlich muss man schon froh sein, dass die Ureinwohner nicht ins Lächerliche gezogen werden und nicht die Bösen sind. Aber mit dieser passiven Rolle als Stichwortgeber und Anspielpartner des "White Savior" hat man ihnen meines Erachtens keinen Gefallen getan. Dann ist zwar die FBI-Agentin Jane Banner eine kluge, engagierte und starke Frauenfigur, aber dennoch braucht auch sie den starken Mann an ihrer Seite, um ihren Job vernünftig machen zu können. Und sie braucht den tollen Kerl auch, damit dieser ihr sagt, dass sie stark und tough ist. Gut, vielleicht neigen Frauen dazu, sich selbst kleinzumachen und ihr Licht unter den Scheffel zu stellen, da bin ich nicht die Richtige, um da zu widersprechen. Aber muss man denn so einen gönnerhaften, väterlichen Tonfall anschlagen, wenn man einer Frau sagt, wie stark sie sei? Außerdem ist es auch ziemlich ignorant, denn in dem Moment war sie mit den Nerven völlig fertig, tieftraurig und traumatisiert. Da ist doch das Letzte, was man hören will, wie tough man doch sei. Dann fühlt man sich doch verpflichtet, die Scheiße, die man erlebt hat, "wie ein Mann" zu ertragen, und die ganzen Gefühle in sich hineinzufressen. Auch hier: war bestimmt gut gemeint. Aber spätestens dann hat mich dieser allumfassend weise Kalenderspruchklopfer echt genervt. Und wie er dem einen Jungen klarmachen will, dass er doch eine super Perspektive als Kanonenfutter in der Army und somit überhaupt keinen Grund hat, sich über Aussichtslosigkeit zu beklagen und seinen Frust mit Drogen zu betäuben. Und schließlich sollte man auch nicht außer Acht lassen, dass es hierbei um einen eiskalten (Höhö!) Rachethriller handelt und um einen Mann, der findet, er stehe selbst über dem Gesetz und müsse selbiges in die eigene Hand nehmen, weil die Gurkentruppe aus Ureinwohnern und einer Frau ja sonst nichts gebacken kriegt. Und dieses Selbstjustiz-Gedöns halte ich immer für schwierig. Ich weiß, in der US-amerikanischen Kultur sieht man das anders, da kann ja auch nur ein guter Kerl mit einer Waffe einen schlechten Kerl mit einer Waffe aufhalten. Fazit: Faszinierende Atmosphäre, aber verstörender bis ärgerlicher Inhalt. Würde ich eher von abraten.

Johannes G.
Johannes G.

User folgen 1 Follower Lies die 176 Kritiken

1,5enttäuschend
Veröffentlicht am 16.02.18

Der Film besticht durch großartige Schauwerte und man kann ihm das Anliegen, die triste Stimmung der schlimmen Situation der Indianer in den Reservaten intensiv einzufangen, zugutehalten, auch wenn das teils arg holzhammerartig geschieht. Wenn man es schafft, sich vom Vordergrund dieses Settings zu lösen, bleibt ein Kriminal- und Rachefilm mit schonungsloser Gewalt, der teils sehr langatmig erzäht wird, mit unterkomplexer Handlung kaum Überraschungen bietet, einer sehr klischeehaften Hauptfigur - der "gute" weiße Amerikaner mit indianischen Wurzeln, der trotz seiner tragischen Vergangenheit auf dem rechten Weg bleibt - und einer tpypisch amerikanischen "ein echter Mann muss sein Problem mit Gewalt selber lösen"-Moral Spoiler: , Selbstjustiz inklusive. Und die - ganz ernst gemeinte - Botschaft an den Bruder des Opfers, einer der verkrachten Existenzen im Reservat, war, sein Leben in Hand nehmen zu sollen, es gäbe ja College und Army. Das war ernst gemeint. Ich empfehle ein Auslassen des Films.

Christoph K.
Christoph K.

User folgen 4 Follower Lies die 174 Kritiken

3,0solide
Veröffentlicht am 15.02.18

Leider kommt der Film bei mir nicht über ein "solide" hinaus. Es liegt allerdings schon sehr an meine Erwartungshaltung an einen guten Thriller/Krimi. Für mich muss ein guter T/K wie eine Zwiebel mit mehreren Schichten aufgebaut sein. So länger und tiefer man gräbt, umso spannender muss es werden. Diese Schichten gab es hier kaum. Die Spannungskurve steigt kaum, was für mich für ein T/K unverzeihlich ist. Das Ende war super! Keine Frage. Aber der lange, lange Mittelteil war doch zu arm an Erkenntnissen und Wendungen. Für eine Sozialkritik reicht der Film ebenfalls bei weitem nicht aus (waren zuwenige beteiligte Personen). Kann man sich geben - oder nicht.

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