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Raving Iran
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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
Raving Iran
Von Michael Meyns
Techno und Iran. Das ist ein Wortpaar, das nicht zusammenzupassen scheint, gerade aus westlicher Sicht, von wo aus die islamische Republik Iran gern ausschließlich als autoritärer Gottesstaat gesehen wird, in dem so ziemlich alles verboten ist, was Spaß macht. So ist allein der Gedanke einer Dokumentation über Menschen im Iran, die Techno-Musik machen und hören und sich in der Wüste zu Raves treffen, schon spannend, aber dieses Versprechen kann Susanne Regina Meures mit ihrem ersten Film „Raving Iran“ nur bedingt einlösen. Zu begrenzt ist ihre Perspektive und zu inszeniert wirkt die Geschichte der beiden DJs Arash und Anoosh: Immer wieder wird von Repressionen berichtet, die das Leben und Musikmachen im Iran behindern, doch vieles davon scheint sich dann auch schon bald wieder in Wohlgefallen aufzulösen. Die Zusammenhänge bleiben unklar, kaum einmal fügen sich die Filmszenen zu einem authentisch wirkenden Bild vom Alltag im Iran. Ein Eindruck, der durch einen gewissen Hang der Regisseurin zur Dramatisierung noch verstärkt wird.


Eine Ausnahme bildet allerdings ein Gespräch, das Arash und Anoosh mit einer Beamtin des iranischen Kulturministeriums führen – diese Sequenz wird zum entlarvenden Höhepunkt des Films: zahllose Genehmigungen müssen eingeholt werden, um ein Album zu veröffentlichen, zahllose, zunehmend kafkaesk anmutende Bedingungen gilt es zu erfüllen. In dieser mit versteckter Kamera gefilmten Szene wird die Funktionsweise eines autoritären Staates offenbar, der gleichzeitig repressiv ist, aber auch vieles zulässt. Ohne das Wissen des Regimes können die beiden DJ-Freunde und der Rest der Teheraner Technoszene natürlich weder Partys veranstalten noch Platten veröffentlichen und die von den Protagonisten beschworene subversive Energie einer vermeintlichen Gegenkultur bleibt hier weitgehend Behauptung - zumal es Arash und Anoosh erstaunlich problemlos gelingt, ein Album aufzunehmen, es ins Ausland zu schicken, von einem Festival in Zürich eingeladen zu werden und mit offiziellen Visa auszureisen. Und am Ende gilt ein ähnliches Paradox auch für den Film selbst, denn Regisseurin Susanne Regina Meures hatte ganz offensichtlich mit schwierigen Produktionsbedingungen zu kämpfen, sodass ihr Bild vom Leben im Iran zwangsläufig fragmentarisch bleibt.   

Fazit: In Einzelszenen starke Dokumentation über Techno-DJs in Teheran, die als Ganzes allerdings unter ihrer arg begrenzten Perspektive leidet.
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