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    Ooops! 2 - Land in Sicht
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,0
    solide
    Ooops! 2 - Land in Sicht

    Das europäische "Ice Age" geht in die zweite Runde!

    Von Christoph Petersen
    Nein, auch in der Fortsetzung wird das Mysterium, wie genau das mit dem Überleben der Spezies an Bord der Ache eigentlich funktionieren soll, wenn die tierischen Pärchen gar nicht aus Männlein und Weiblein, sondern mitunter sogar aus Vater und Sohn oder Mutter und Tochter bestehen, nicht aufgeklärt...

    Abgesehen davon ist „Ooops 2! Land in Sicht“, die Fortsetzung zu „Ooops! Die Arche ist weg...“, der 2015 immerhin fast 25 Millionen Dollar in die weltweiten Kinokassen schwemmte, dem Vorgänger aber in so ziemlich jeder Hinsicht überlegen: Zwar fallen der Nestrier-Junge Finny und das Grymp-Mädchen Leah einfach noch ein zweites Mal von der vollbesetzten Arche, was als neuerlicher Auslöser für ein Animations-Abenteuer sicher nicht gerade der kreativste Einfall ist - aber darüber hinaus macht das Sequel nicht nur technisch einen gewaltigen Schritt nach vorne, sondern hält auch das hohe Tempo sehr viel besser durch als noch der erste Teil, der sich vor allem in der zweiten Hälfte als eher müder „Ice Age“-Aufguss erwies.

    Leah und Finny verlassen erneut die Arche.

    Seit 147 Tagen befindet sich die Arche nun schon auf hoher See. Trotzdem ist – entgegen des Filmtitels – weit und breit noch immer kein Land in Sicht! Ganz besondere Sorgen bereitet das Nestrier-Papa Dave (deutsche Stimme: Christian Ulmen), der als Chefkoch der Arche jeden Tag 50.000 Mahlzeiten zubereitet und als einziger weiß, dass die verbliebenen Nahrungsmittelvorräte nur noch für ein paar Tage reichen werden.

    Leckeres Essen gibt es ohnehin schon länger nicht mehr, stattdessen wird in der Messe nur noch ein zäher, grünlicher Schleim serviert – und der stellt den Waffenstillstand zwischen den Fleisch- und Pflanzenfressern an Bord auf eine harte Probe. Aber damit nicht genug: Weil Finny und Leah mal wieder von der Arche plumpsen, müssen Dave und Leahs Mutter Kate (deutsche Stimme: nicht mehr Katja Riemann) den Löwen-Kapitän Leonard überzeugen, mit der Ache umzukehren und die verlorengegangenen Kinder zu retten...

    Slapstick-Feuerwerk statt Bibel-Stunde


    Keine Angst, trotz des Schauplatzes haben die „Ooops!“-Teile nichts mit den Christen-Filmen zu tun, die nun schon seit einigen Jahren den Markt überschwemmen und dabei fast immer von minderer Qualität sind. (Wobei der erste Teil mit dem US-Titel „Noah Is Gone“ wohl zumindest in Nordamerika noch mit auf den Zug aufzuspringen versuchte.) Statt biblischer Botschaften stehen auf dieser Arche vielmehr hochtouriger Slapstick, atemlose Action und für einen Kinderfilm überraschend trockenhumorige Gags auf dem Programm. Gerade bei der einen oder anderen auch mal etwas düstereren Pointe (Stichwort: Taube mit Olivenzweig) werden sich sicherlich auch erwachsene Begleiter ganz köstlich amüsieren.

    Allerdings: Abgesehen vom knuddeligen Design der Nestrier (ich gebe verschämt zu, dass ich anschließend erst einmal gegoogelt habe, um mich zu versichern, dass die Tierart tatsächlich fiktiv ist), gibt es auch in „Ooops! 2“ kaum mal Szenen, bei denen man nicht das Gefühl hat, das alles schon (x-)mal gesehen zu haben. Im Gegensatz zum Vorgänger, der nach einer gelungenen ersten halben Stunde immer mehr nachgelassen hat, hält das Sequel aber das Tempo über seine knackige Laufzeit von 82 Minuten passend hoch – so das einen das Generische der Situationen weit weniger stört.

    Gestatten: ein Nestrier.


    Das hat auch damit zu tun, dass Finny und Leah diesmal nicht einfach nur zur Arche zurückfinden müssen, sondern bei ihrem Abenteuer auf einen ganzen Stamm von Nestriern stoßen, die sich nach ihren früheren Erfahrungen mit Fleischfressern komplett vom Rest des Tierreichs losgesagt haben. Ein ganzer Haufen farbenfroh-putziger Tierchen, deren Naturell es eigentlich ist, überall und jedem helfen zu wollen, die sich nun aber aus purer Angst in ihrer abgeschotteten Kolonie verschanzen.

    Statt eines simplen Bösewichts präsentiert „Ooops! 2“ mit der nach ihrer Augenklappe benannten Nestrier-Anführerin Patch, die die Kolonie vor 50 Jahren gegründet hat, zudem eine ambivalente „Antagonistin“ - das ist angenehm komplex und auch von einigen aktuellen Geschehnissen in der Welt nicht soweit entfernt...

    Fazit: Ein nicht übermäßig kreativer, aber durchweg kurzweiliger Animations-Spaß – und damit eine erfreuliche Steigerung gegenüber dem ersten Teil.

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