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    Nevrland
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    3,3
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    1 User-Kritik

    Cursha
    Cursha

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    5,0
    Veröffentlicht am 19. Januar 2020
    Der Österreicher Gregor Schmidinger ist eigentlich ein noch unbeschriebenes Blatt und „Nevrland“ stellt seine erste Arbeit als Langfilmregisseur dar, jedoch hat der junge Filmschaffende bereits drei sehr eindrucksvolle Kurzfilme geschaffen, die auf YouTube sehenswerte Zahlen hinterließen. Wie in seinen bisherigen Kurzfilmen, verbindet auch sein erster Langfilm, an dem Schmidinger schon eine lange Zeit arbeitet, ein zentrales Thema, Homosexualität. Doch mehr als dies, verarbeitet Schmidinger in seinem neusten Werk eine ganze Reihe von persönlichen Erfahrungen, mit denen er in der Realität sehr offen umgeht und nun sehr anschaulich verarbeitet. „Nevrland“ ist die Geschichte von Jakob. Dieser leidet unter einer ganzen Reihe von Angststörungen und flüchtet sich vorm Einschlafen in die Welten des Internetpornos, wo er über eine Live-Cam den sehr interessanten Christian kennen lernt. Was Schmidinger hier gelingt ist eine wirklich meisterhaftes Erstlingswerk! „Nevrland“ ist voll mit Symbolik, versteckten Hinweisen und bietet an vielen Stellen viel Raum auch zum Interpretieren. Er fängt dabei auf eine recht wortkarge Art und Weise nicht nur die inneren Ängste ein, die zuweilen wirklich immer extremer werden. Diese sind auch visuell grandios umgesetzt. Gerade optisch sticht der Film so stark heraus und hat wirklich düstere und zugleich wunderschöne Bilder. Die gesamte Kameraarbeit ist wirklich erstklassig, ebenso wie die gesamte Instrumentalisierung. Auch das Thema Homosexualität steht, wie in all seinen Werken im Mittelpunkt. Schön dabei ist es mit anzusehen, dass das Thema selbst so nie groß thematisiert wird, sondern dass es vollkommen normal behandelt wird. Es steht nur die Beziehung der beiden Protagonisten im Vordergrund, ohne dass ihre sexuelle Ausrichtung jemals groß zum Thema wird. Besonders großes Lob gebührt dabei Simon Frühwirth, der die Rolle des Jakob wirklich erstklassig ausfüllt und einen starken Job abliefert, er transportiert sowohl die inneren Ängste authentisch, wie auch die Homosexualität. Dabei spielt der junge Österreicher gerade mit seiner Mimik ausgezeichnet. Jakob ist doch recht wortkarg und Frühwirth kann dennoch nur durch sein Gesicht dem Zuschauer so viel vermitteln, dass ich nur hoffen kann auch in Zukunft noch viel von diesem Jungstar zu hören. Kurz: „Nevrland“ ist ein meisterhaftes Werk in die tiefsten Inneren eines jungen Menschen, bietet viel Platz zum Nachdenken, Interpretieren und Grübeln, ist herausragend gespielt und wunderschön in Szene gesetzt. Eine irre Fahrt, die einen genauso bedrückend verlässt, wie sie beginnt. Man kann nur hoffen mehr von Schmidinger und seinem Jungstar Frühwirth zu hören.
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