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    Shrek - Der tollkühne Held
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    4,5
    hervorragend
    Shrek - Der tollkühne Held
    Von Johannes Pietsch
    Er ist groß, grün, ungehobelt und ein rechtes Ekelpaket: Nein, die Rede ist nicht von Jürgen Trittin, sondern von Shrek, einem wahrhaft liebenswerten Unhold und Helden des gleichnamigen neuen Trickfilm-Epos aus dem Hause Dreamworks. Alle Jahre wieder treten bekanntermaßen die Häuser Disney und Dreamworks im Wettstreit um die Krone des Animationsfilms gegeneinander an. Ein halbes Jahr vor dem Kinostart von "Monster Inc.", dem neuen Streifen der "Toy Story"-Schöpfer Pixar, gehen die Dreamworker mit "Shrek - Ein tollkühner Held" an den Start.

    Bei dem neuen Filmhelden aus der CGI-Schmiede des Ex-Disney Jerry Katzenberg ist so ziemlich alles anders als bei herkömmlichen Zeichentrickfiguren. Bereits sein jiddischer Name stellt eine wunderschöne Reminiszenz an den Nosferatu-Darsteller Max Schreck dar, dem Elias Merhige gerade mit "Shadow of the vampire" ein filmisches Denkmal setzte. Dieser klobige Waldbewohner, der nur hin und wieder einmal von ein paar aufgebrachten, mit Fackeln und Heugabeln bewaffneten aber nicht zuletzt harmlosen Dorfbewohnern besucht wird, verbringt seine Zeit überwiegend damit, mit Morast zu duschen, sich den Hintern mit herausgerissenen Seiten aus einem Märchenbuch abzuputzen oder aus Ohrenschmalz Kerzen zu drehen.

    Alles könnte so schön sein, wäre da nicht ein bösartiger, zwergenwüchsiger und auf Phallussymbole zwangsfixierter Lokalfürst namens Lord Farquaard, der Fabelwesen in seinem blitzsauberen Disneyland nicht ausstehen kann und daher das gesamte Märchenpack, von Pinocchio bis zu Rotkäppchens wölfischer Großmutter, ausgerechnet in Shreks Sumpf zwangsinternieren lässt. Der sucht ob des unangemeldeten Besuchs ein klärendes Gespräch mit dem adligen Winzling und erhält nach einem Wrestling-Einsatz mit der reichlich tölpelhaften Leibwache den Auftrag, eine schlummernde Prinzessin - wohl eine nahe Verwandte des ebenfalls recht somnambul veranlagten Schneewitchens - zu befreien und anzuschleppen. Gelingt ihm dies, so winkt ihm der Rückerhalt seiner kleinbürgerlichen Vorgartenruhe.

    Aus der märchenhaften Reise Shreks, der unbekümmert wie ein Siegfried von Xanten in den Kampf zieht, haben Katzenberg & Co. einen vor herrlichen Slapstick-Einfällen und grandioser Situationskomik nur so überquellende Par-Force-Ritt gemacht. Schon "Ein Königreich für ein Lama" zelebrierte die wiederentdeckung des Cartoons, doch "Shrek" kommt mit einer solchen Fülle an gnadenlosen Parodien und unverschämt politisch unkorrekten Gags daher, dass dem Zuschauer bisweilen vor Lachen die Spucke wegbleibt. Tricktechnisch haben Katzenbergs CGI-Spezialisten alle Register gezogen und präsentieren Schauwerte, deren Realismus atemberaubend ist, die aber dennoch nicht den ironischen Grundtenor des Films niederwalzen.

    Kaum zu zählen sind die respektlosen Veralberungen diversester Film- und TV-Motive: Sie reichen von "Matrix" über Mel Brooks "Helden in Strumpfhosen" bis zur seit "Ein Königreich für ein Lama" unvermeidlichen Riverdance-Verulkung. Da geschieht die Brautwerbung mittels Zauberspiegel im Stil der ARD-Show "Herzblatt", die heiratsfähigen Damen werden im gleichen Tonfall angepriesen wie einst die Gewinne in "Der Preis ist heiß" durch den unsäglichen TV-Moderator Walter Freiwald. Vor allem für Jerry Katzenbergs ehemaligen Arbeitgeber setzt es eine Watschen nach der anderen: Wie hier keine Gelegenheit ausgelassen wird, die zuckersüße, keimfreie Idylle der Marke Disney ad absurdum zu führen und auf gehässigste Weise durch den satirischen Fleischwolf zu drehen, das verdient eine Eins mit Sternchen. Vögel werden da zu Tode gesungen, sprechende Weihnachtskekse gefoltert, und wie man aus einem Frosch ein Klasse-Geschenk macht, das hätte auch Cartman und Kyle aus "South Park" einfallen können.
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