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''One Hour Photo'' ist ein ebenso kompromissloses wie bitteres Porträt einer kranken Seele auf der Suche nach Menschen, um seinem Leben Bedeutung zu verleihen. Manchmal trägt der Regisseur sein Motiv etwas zu dick auf, wenn er Sy in ein Familienfoto hineinschneidet. Aber immerhin beweist er gleichermaßen, dass der Sys Psyche weitaus subtiler vorführen kann, wie in den bedrückenden Szenen in Sys kargem Haus, dessen spartanische Einrichtung in Verbindung mit den zumeist farblosen und starren Bildern die Leere im Inneren der Hauptfigur ausdrücken. Dass der oftmals (angemessen) ruhige Film funktioniert, verdankt er aber neben seiner angenehm zurückhaltenden, aber dennoch profilzeigenden Inszenierung, der unglaublichen Darstellung von Robin Williams. Ungeachtet der Stärke der Konkurrenz im Jahr 2002, finde ich es einfach schade, dass er mit dieser hervorragenden Leistung bei der Oscarverleihung übergangen wurde. Sein intensives und authentisches Spiel als einsamer Mensch einerseits und als obsessiver Psychopath andererseits, hat mich sehr ergriffen. Zumal man ihn auch am Ende, als seine Handlungen eindeutig kriminell und nicht vertretbar sind, immer noch als Identifitkationsfigur erlebt. Dies ist für mich auch die größte Stärke des Films. Eben weil sich der Zuschauer so hervorragend mit dem Einzelschicksal von Sy auseindersetzen kann, wirkt ''One Hour Photo'' so ergreifend. Viele werden sich definitiv an der langen ''Anlaufzeit'' stören, doch dieses Porträt der Leere ist einfach nötig, um dieses Drama für den Zuschauer nachvollziehbar zu machen. Dazu trägt im Übrigen auch die nicht chronologischer Erzählweise dar, die zwar eine inhaltliche Distanz vermittelt, die emotionale Anteilnahme aber nicht stört und die Identifikation mit allen Protagonisten ermöglicht. Auf diese Weise steht dem Zuschauer auch die noch junge Familie recht nahe und man kann mit ihnen mitfühlen. FAZIT: ''One Hour Photo'' stellt Storywendungen oder dergleichen hinten an und erstellt stattdessen ein beklemmendes Psychogramm, welches zwar manchmal aus seinem subtilen Stil ausbricht, im Großen und Ganzen aber angenehm dezent inszeniert ist. Und außerdem beweist Robin Williams, dass er zu den besten Schauspielern Hollywoods zählt. Für Fans großen Schauspiels ist dieser Film Pflicht.
Hinzugefügt am 27.03.2011 um 10:21 Uhr Verstoß melden
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