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4.5 - Großartig
Es ist doch immer wieder erstaunlich, was ein talentierter Regie-Debütant wie Wayne Kramer mit einem bescheidenen Budget von 3 Mio. Dollar und drei tollen Schauspielern abliefern kann. Jenseits des US-amerikanischen Mainstream-Kinos liefert Kramer mit 'The Cooler' ein erfrischend authentisches Werk ab, getragen von einem Cast, der nicht hätte besser besetzt werden können und lassen Sie sich auch nicht vom dämlichen deutschen Alternativtitel beeindrucken, der Film ist großartig.
Ein "Cooler" ist jemand, der in einem Casino aus einem Gewinner einen Verlierer macht. Ein Berufsrezept gibt es eigentlich nicht, meistens reicht die pure Anwesenheit des notorischen Pechvogels, um die Spieler ins Unglück zu stürzen. Bernie Lootz (William H. Macy) ist so ein Versager. Seit Jahren stottert er seine Spielstunden beim Casino-Betreiber Shelly Kaplow (Alec Baldwin) ab, der ihm einst mit der Eisenstange unsanft beibrachte, warum man seine Schulden bezahlen sollte. Shelly schwört auf seinen Cooler und kurz bevor Bernie seine Schulden abbezahlt hat, taucht Bedienung Natalie (Maria Bello) auf. Das ungleiche Paar stürzt sich in ein Liebesabenteuer, doch das Glück wird von verschiedenen Seiten hart auf die Probe gestellt.
'The Cooler' ist ein überraschender Film. Die Figuren haben Ecken und Kanten. Hier spielen Versager, Prostituierte und ein Casino-Chef, der längst hätte abtreten müssen, die Hauptrollen. Die drei Hauptdarsteller tragen den Film dabei fast von alleine. Dass William H. Macy zu großen Leistungen fähig ist, durfte man schon im Entführungs-Thriller 'Fargo' der Coen-Brüder feststellen. Er spielt den chronischen Loser so souverän und liebenswürdig, dass dieser hinkende, unscheinbare Typ richtig sympathisch erscheint. Auch Maria Bello ('Coyote Ugly') steht ihrem Partner in nichts nach und die wenigen Liebesszenen (harmlos, aber nicht für die prüden amerikanischen Verhältnisse) wirken einfach schön.
Den Vogel abgeschossen hat aber Alec Baldwin ('Jagd auf Roter Oktober'). Jahrelang war er von der Bildfläche verschwunden und nun dieses Comeback in einem Indie-Film...Er schafft es, dass der Zuschauer seine Figur mit wechselndem Gefühl betrachtet. Die Rolle des überfälligen Old-School-Casinobetreibers, der Probleme weniger mit der Polizei, als lieber mit der Eisenstange löst, scheint Baldwin auf den Leib geschneidert zu sein. Würde mich freuen, wenn er bald wieder mehr in Erscheinung treten würde.
Fazit
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Alle, die neugierig auf der Suche nach Filmperlen abseits des Mainstream-Pfades sind, kommen an Wayne Kramers Debüt nicht vorbei. 'The Cooler' ist witzig, tragisch, romantisch, schön und vor allem top-besetzt. Indie-Kino at its best!
Hinzugefügt am 11.07.2008 um 19:55 Uhr
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