Fitzcarraldo
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      4.5 - Großartig

    Manche Leute scheinen kein eigenes Leben zu haben - wie sonst ist es zu erklären, dass manche Menschen in Filmen, die eine Geschichte transportieren wollen und in gewaltigen, beeindruckenden Bildern (und wie hier, mit einem beeindruckenden Hauptdarsteller) daherkommen, aber keineswegs den Anspruch auf irgendeine geschichtliche oder sonstige Wahrheit erheben, nach logischen Fehlern suchen, anstatt einfach den Film zu geniessen? In fast jedem Film gibt es die eine oder andere Unstimmigkeit, sogar schwere Logikfehler werden mitunter absichtlich in Kauf genommen, wenn es der Geschichte oder dem Gesamteindruck des Films dienlich ist. Wie lächerlich ist es, bei einem Meisterwerk wie Fitzcarraldo erbsenzählerisch herumzumosern, die Mäanderbogen Südamerikas wären real zu weit entfernt, der Fluss fliesst in die falsche Richtung, bla bla bla, ich bin schrecklich schlau - anstatt den Film als das zu nehmen, was er ist - grossartig, visionär und kaum zu übertreffen. Aber manche Leute (solche, die schon in der Schule ihrer Besserwisserei wegen des Öfteren Klassenkeile bezogen haben) werden wohl auch noch die physikalische Unmöglichkeit von Lichtschwertern erläutern oder, Popcorn mampfend, erklären, die Stunts bei Alarm für Cobra 11 seien unrealistisch. NATÜRLICH sind sie das und natürlich ist es Wahnsinn und unrealistisch, ein Schiff über einen Berg zu ziehen, nur um den gegenüberliegenden Fluss zu erreichen - aber wer Realismus will, kann sich ja Dokumentarfilme auf Arte reinziehen. Kinski schafft es jedenfalls aufs Perfekte, einen Wahnsinnigen zu verkörpern, der all dies macht - der das Wahnsinnige, Unmögliche wagt, der ein Schiff über einen Berg ziehen lässt, der sich mit Wilden anlegt und das alles, um eine Oper im Urwald zu bauen, der sich weder von falschrum fliessenden Flüssen noch von zu weit auseinanderliegenden Mäandern aufhalten lässt und erst recht nicht von Besserwissern, die selber sowas nie auf die Reihe bekommen würden......Ich glaube recht genau zu wissen, was Kinski selber zu solcher Korinthenkackerei gesagt hätte, aber es ist nicht gerade jugendfrei. Siehe dazu seinen berühmten Auftritt in Berlin, in dem er aus der Bibel vorliest und sie interpretiert, da tauchte auch so einer auf.....Kinski wurde recht schnell und drastisch mit ihm fertig, wie es halt so seine Art war....

    Hinzugefügt am 25.02.2009 um 16:05 Uhr
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      4 - Sehr gut

    "Fitzcarraldo" von Werner Herzog Nachdem der Mitte letzten Jahres (2007) über die ZDF-Mediathek von mir kritisierte Filmfehler (einer der beiden Nebenflüsse fließt in die falsche Richtung) dieses an sich schönen Films offenbar dazu geführt hat, den Goof lt. Wikipedia einzugestehen, mutet die damit seitdem einhergehende Begründung einigermaßen grotesk an. Anfänglich in der Ich-Form gehalten (von Herzog gar selbst geschrieben?), dann etwas allgemeiner formuliert, wird schließlich eine "Mäander-Konstruktion" herangezogen, um das Highlight des Films (ein Schiff wird über einen Berg gezogen) zu retten. Die Erklärung mit dem Mäander könnte dieses, zumindest, was die Fließrichtung betrifft, retten - falls sie stimmt. Ich selbst war nicht bei der Entstehung des Films dabei. Als Geograph scheinen mir die Mäanderbögen Südamerikas allerdings auch an deren schmalsten Stellen mit so viel Distanz von Ufer zu Ufer befrachtet, daß sie sich mit dem Schiff auf dem Rücken nur mit viel Kopfschütteln überqueren ließen - allein um dem Hauptanspruch eines Films (ein Schiff wird über den Berg gezogen) Genüge zu leisten. Sehr viel denkbarer ist da eine so simple wie logische Auflösung, bei der es sich vielleicht doch so verhalten haben könnte, wie ich ganz zu Anfang, als mir der Fehler zum ersten Male ins Auge stach, bereits vermutete: die Kamera befindet sich flußaufwärts des hochzuziehenden Schiffes, das Wasser fließt richtigerweise weg vom Betrachter, während das Schiff den Hang hochgeht. Anschließend positioniert man die Kamera flußabwärts des Schiffes, welches mehr oder weniger an derselben Stelle wieder den Hang herabgelassen wird. Selbst wenn das Flußwasser nun der geographischen Filmlogik gemäß von falscher Seite auf einen zugeschossen kommt - alles wird einfacher, billiger und als Filmfehler kaum noch wahrnehmbar. Beste Grüße Rudi Würtz

    Hinzugefügt am 22.05.2008 um 16:49 Uhr
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      3 - Nicht schlecht

    Mir gefällt der Film nicht. Er mag bildgewaltig sein und dazu passende Musik liefern, aber die Handlung ist vor allem in Hinblick auf das Ende unlogisch. Wem es nur im die Bilder und nicht um Geschichte geht, kann der Film gefallen, doch der Tatsache, dass der Hauptdarsteller am Ende, wo er doch im Prinzip kein Geld hat, doch noch die Oper bestellt, was er doch schon am Anfang hätte tun können, fehlt ein gewisser Sinn. Dem kann man nicht einfach die Bildgewaltigkeit oder das Motiv des Traumes entgegensetzen. Werner Herzog selbst nannte die Szene, in der das Schiff über den Hügel gezogen wird, eine große Metapher, er wisse jedoch nicht für was. Für einen Klassiker oder gar ein Meisterwerk fehlt mir hier eindeutig ein großes Stück.

    Hinzugefügt am 12.01.2007 um 18:02 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Fitzcarraldo ist mit Sicherheit einer der wichtigsten und bildgewaltigsten Filme der letzten Jahrzehnte,opulent und voller Dramatik,aber auch schneller und mit mehr Handlung als die anderen Herzog/Kinski - Filme.Wer Kinski mag,kommt an diesem Meisterwerk ohnehin nicht vorbei,wer Filme,deren Wirkung eher auf den Bildern (Echte,keine Computergenerierten!)und der Musik beruht statt auf schnellen Schnitten und futuristischer AHndlung,sollte sich zumindest darauf einlassen.Zudem ist der Film eine Besonderheit insofern,da es einer der seltenen Filme ist,an deren Ende Kinski nicht stirbt bzw. todgeweiht ist wie in "Aguirre - der Zorn Gottes".Kurioses am Rande:Zu Beginn der Filmplanung wollte Herzog anscheinend allen Ernstes Mick Jagger für die Hauptrolle verpflichten - auf der DVD befindet sich eine Probeaufnahme,in der Jagger(mit einem Gehilfen,der später entfernt wurde) auf einem Glockenturm herumalbert und nach seiner Oper schreit - lächerlich!Die gleiche Szene mit Kinski ist dagegen äusserst glaubwürdig und strahlt jenen altbekannten Wahnsinn aus,dem Kinski in jedem seiner besseren Filme mindestens dreimal anheimfällt....

    Hinzugefügt am 20.03.2006 um 01:08 Uhr
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