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Lizzy: "In Wahrheit ist es doch die wahre Macht der Poesie, die Liebe zu ersticken." Darcy: "Ich dachte, die Poesie sei der Liebe Nahrung?" Lizzy: "Bei einer starken Liebe vielleicht. Aber bei einer schwachen Liebe vermag ein ärmliches Sonett, sie im Keim zu ersticken." Darcy: "Und was empfehlen Sie stattdessen?" Lizzy: "Tanzen - auch wenn der Partner nur recht passabel ist." Jane Austens Roman-Klassiker „Stolz und Vorurteil“ aus dem 19. Jahrhundert wie ein heißes anzufassen und als Stoff für die große Leinwand aufzubereiten, ist wahrlich kein leichtes Unterfangen und ein Vorhaben, bei dem man sich leicht die Finger verbrennen kann. Regisseur Robert Z. Leonard wagte sich 2005 an die Umsetzung des Stoffes. Und herausgekommen ist ein Mix aus althergebrachtem und neumodischem Filmemachen, welches den Rezipienten alles andere als kalt zurückläßt. “Stolz und Vorurteil” ist eine hübsche Mischung aus Emotions- und Erzählkino, welches mit dramatischen Elementen richtig aufgepeppt wurde, ist teilweise aber auch hintersinnige u. romantische Komödie. Heraus kommt ein unwiderstehlicher Mix aus Literaturverfilmung und Mainstream. Nur hartgesottene Zeitgenossen werden “Stolz und Vorurteil” nichts abgewinnen können und haben ein Herz aus Stein. “Stolz und Vorurteil" ist auch keine verkitschte Schmonzette á la Twilight und eignet sich nicht “nur” fürs schwache Geschlecht, sondern ist ein Film mit Herz, Grips und Verstand. Denn in früheren Gesellschaftständen war es so, das daß schwache Geschlecht, anders als das starke Geschlecht, in der Gesellschaft kaum Rechte besaß, als niederer angesehen wurde und selbst bei der Partnerwahl sich nicht für denjenigen entscheiden durfte, der an einem persönlich am Herzen lag. Passabel zu sein für jemanden ist eben nicht gut genug, auch heute nicht. Sich zu “vermählen” bedeutete nicht seinen eigenen Gefühlen nachzugeben, sondern war Mittel zum Zweck, ein Arrangement, aus dem es kein entfliehen gab, ein Zweckbündnis um zu wirtschaften, das eigene Land, Haus und den Hof weiter unterhalten zu können. Um Nachwachs zu bekommen sowieso. Aber es bleibt berechtigterweise die Frage offen, was das dann noch mit Liebe zu tun hat? Die selbstbewußte, schöne wie auch intelligente Elizabeth (charmant: Keira Knightley) stellt sich dieser Frage und erkennt den gesellschaftlichen Mißstand und den daraus resultierenden Aberglauben, das man eine Zwangsheirat als Verpflichtung gegenüber der Familie eingehen müßte. Und so lehnt sie auch jede folgende Zwangsheirat und den, erstmal vordergründig betrachtet, eitlen, trantütigen Fatzke Mr. Darcy (Matthew MacFadyen) ab, welcher sich im nachhinein aber als Mann der Ehrlichkeit und der klaren Worte entpuppt und schon beim ersten Treffen mit Elizabeth Feuer fängt. Auch Elizabeth ist angetan, allerdings droht die biestige und hinterfotzige Mrs. Bennet (wunderbar: Judi Dench), dem Glück auf Grund der vorherrschenden Sitten bzw. der Bigotterie der Gesellschaft, dem skrupellos anmutenden Besitz und Klassendenken also, einen Strich durch die Rechnung zu machen. Die große Dame des Bond-Genres und der Vertretung des britischen Schauspielkinos macht ihre Sache wirklich hervorragend. Und ein Donald Sutherland darf in seiner Rolle als Elizabeths Vater teilweise augenzwinkernden Humor beisteuern, er verkörpert in seiner Rolle Moral, Aufrichtigkeit und Mitgefühl und Verständnis für die Ansicht, das Liebe keine Gesellschaftstände anzuerkennen braucht, daher grenzenlos ist. Brenda Blethyn darf in ihrer Rolle der Mutter wohl eher als entgegengesetzt positioniert zu Sutherlands Rolle betrachtet werden, mit gespielter Hochnäsig- und Geschwätzigkeit hat sie den undankbaren Part derjenigen erwischt, der materielle Werte mehr bedeuten als das eigene Wohlergehen der Tochter. Mit ihrer Performance rüttelt sie zum Teil stark an den Nerven und befindet sich stark an der Grenze zum overacting. Ihr Auftritt nimmt aber Gott sei Dank nie lange Zeit in Anspruch. Ein kleiner Malus bleibt trotzdem. Und wie schon in “Abbitte” hätte eine ein klein wenig längere Laufzeit das Epos etwas weniger kurzweilig erscheinen lassen. Spritzig ist und bleibt es trotzdem. Und der vorherrschende Geist einer Epoche, das Besitz- und Anspruchsdenken einer ehemals existenten Gesellschaft wurden in einer klugen Reflexion über wahre Liebe und der vorherrschenden Etikette bzw. das einpressen in dieser eingefangen. Intelligent, mal heiter und mal ernst wird das existierende Geschlechterverhältnis seziert, durchleuchtet und kontinuierlich dem prüfenden Blick des “bestehens” unterzogen. Nach dem Verständnis und unserer heutigen Auffassung von Liebe und Partnerschaft können althergebrachte Partnerschaften wie in “Stolz und Vorurteil”, die nur auf materiellem Denken beruhen, einfach nicht mehr lange bestehen, sie wären nach kurzer Zeit nur noch Fassade, eine brüchige Hülle ohne festen Kern. mehr unter http://blockbusterandmore.blog.de
Hinzugefügt am 27.03.2011 um 19:39 Uhr Verstoß melden
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