Das geheime Leben der Worte
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    8martin
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      3.5 - Gut

    Er (Tim Robbins) wurde schwer verletzt, als er in einem heldenhaften Einsatz einen Kollegen zu retten versuchte. Sie (Sarah-Dontcomeknocking-Polley)pflegt ihn auf der Bohrinsel. Beide sind traumatisiert. Aber als sie ihm vom Drama ihres kurzen Lebens erzählt, kann er sie nur –trotz seiner Brandwunden- stumm in den Arm nehmen. Es passierte im schon vergessenen Serbienkrieg. Gut, dass man davon keine Bilder sehen muss. Sarahs Schilderung von Qualen und Massenvergewaltigungen gehen auch so unter die Haut. Der Schlüssel liegt in den Worten von Julie Christie: “Die Scham, die diejenigen empfinden, denen es gelungen ist zu überleben, ist größer als der Schmerz und kann ein Leben lang andauern:“ Der Schlussdialog zwischen Tim und Sarah greift bildhaft eine frühere Aussage auf und ist wohl die ungewöhnlichste Liebeserklärung, die man sich vorstellen kann. Und so gibt es auch ein herbes, eher emotionsloses Happyend, das dem erlebten Geschehen angepasst ist, und uns stumm aber beeindruckt zurücklässt.

    Hinzugefügt am 08.12.2008 um 21:03 Uhr
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      4.5 - Großartig

    Der Film lief gestern Abend und hat mir in seindem bescheidenen Tiefsinn sehr gefallen. In der Kritik heißt es, dass am "Ende wenige poetische Worte genügen, um die tief liegenden Probleme (fast) komplett zu nivellieren". Das ist meines Erachtens nicht so. Auch ich habe kritisch vor dem Fernseher gesessen und gehofft, dass nun kein Pathos den bis dahin bescheiden sachlichen Film revidiert. Ich wurde aber nicht enttäuscht. Durch die Schlussmetapher wird nichts nivelliert, sie verdeutlich vielmehr, dass gerade nichts vergessen wird, dass die Welt nicht plötzlich heil ist, sondern dass es viel Geduld und Liebe braucht, um gemeinsam "mit" den Wunden und den Tränen zu leben.

    Hinzugefügt am 08.12.2008 um 14:37 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Hallo! Habe den Film mit einer guten Freundin am Wochenende angeschaut. Der Film hat uns beide doch tief erschüttert. Die Story ist unüblich(im positiven Sinne), aber bringt die Thematik auf wirklich authentische Art und Weise rüber. Möchte nicht so viel wie mein Vorgänger verraten, aber der Film ist auf jeden Fall jeden Cent wert. Alleine die Bildgewalt spricht irgendwie schon für sich. Die durchtachte Handlung und die hervorragenden Schauspieler tun ihren Rest bei. Die Story wird zum Ende hin ziemlich schockierend, aber das soll sie wohl auch. Denn sie soll die tiefen Abgründe der Menscheit zeigen. Und vor allem die Folgen des Krieges. Und Menschen, die vor dem Aus stehen und nichts mehr zu verlieren haben. Absolut empfehlenswert!

    Hinzugefügt am 01.05.2006 um 17:47 Uhr
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      5 - Spitzenklasse

    Der Film spielt auf einer Bohrinsel,die nach einem Unfall vor dem Aus steht. Auf der Bohrinsel leben noch die übriggebliebenen Außenseiter.Zwei von ihnen enthüllen sich schließlich gegenseitig das Geheimnis, das sie ins Aus gekickt hat. Josef ist schuld am Selbstmord seines besten Freundes, den er vor dem selbstgewählten Flammentod nicht mehr hat retten können.Er liegt von Brandwunden gequält,und zudem durch Blindheit( zunächst)von der Außenwelt getrennt, fast bewegungsunfähig im Krankenbett, wo er von der Krankenschwester Hannah gepflegt wird, die ein Hörgerät trägt und sich ihre Verletzungen als Vergewaltigungsopfer im Balkankrieg zugezogen hat. Beide eint die Scham, Überlebende zu sein. Josef verdeckt seine Scham mit lockeren Sprüchen. Hannah ist nur noch ein lebender Geist, fast stumm, autistisch, unfähig selbst ein neues Essen zu probieren. Zwei unglaublich gute Schauspieler (Sarah Polly und Tim Robbins )vermitteln in diesem ungewöhnlichen Film, wie die Annäherung gelingt, und wie sich der Rest von Lebenskraft, der beiden geblieben ist, zu einer Liebe entwickelt, die sie beide dem Leben zurückgibt. Ohne Pathos, ohne Kitsch, mit skurilen Beigaben ( eine Ente läuft aufgeregt und verloren schön auf der Plattform der Bohrinsel umher, umgeben vom beindruckend aus der Leinwand tosendem Meer - ein verlorenes Homopäärchen genießt die Abgeschiedenheit der Bohrinsel und macht Tanzvorführungen- ein sinnlicher Koch sucht zu jedem Gericht die stimmungsgemäße Musik- Hannah sitzt wie der Koch auf einer Kinderschaukel und sie schaukeln aneinander vorbei )und vor allem auch mit wunderbaren Musikeinlagen, die den traurigen Tiefen der menschlichen Abgründe die schöne Leichtigkeit der musikalisch transportierten Lebensfreude entgegensetzt... Ein leiser Film, der die großen Themen der menschlichen Abgründe und der menschlichen Leidensfähigkeit an einem (noch?)aktuellen Thema, nämlich den menschlichen Katastrophen der "Kollateralschäden" der Kriege (hier Balkankrieg)aufhängt. Angesichts der Eindringlichkeit der Bilder hätte es der Erklärungen der Situation der Folteropfer nicht wirklich bedurft. Julie Christie, die Inge Genefke spielt, der dieser Film gewidmet ist, hätte in einem dokumentarischen Zusatzteil auftreten sollen, die Magie des Films hat der Erklärteil eher geschwächt denn gestärkt. Trotzdem ein großartiger Film mit unglaublich starken wunderbaren Schauspielern.

    Hinzugefügt am 30.04.2006 um 20:18 Uhr
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