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''Capote'' ist ein sehr ruhiger, stiller Film, der sich ganz darauf konzentriert, den Protagonisten so facettenreich und plastisch wie möglich zu zeigen. So gibt das subtil angelegte Drehbuch Philip Seymour Hoffman in vielen, hervorragend ausgearbeiteten Szenen die Möglichkeit, die Nuancen seines Charakters zu offenbaren. Auf diese Weise schwankt Truman Capote zwischen den Allüren des exzessiv feiernden Entertainers un der innerlichen Zerrissenheit des ermittelnden Journalisten. Hier finde ich insbesondere die Darstellung des Verhältnisses zu den beiden Mördern aus Kansas ausgezeichnet. Capote ist einerseits abgestoßen von der ungemeinen Brutalität der ''unnötigen'' Morde, erkennt aber auch, dass sich hinter dieser Fassage lebendige Menschen verstecken. Teils kann er gut mitfühlen, da er selbst persönliche psychische Probleme hat, die auch mit seiner Vergangenheit zusammenhängen, sodass er sich emotional immer weiter in die Sache hinein steigert. Aber Philip Seymour Hoffman begeht nicht den Fehler, zu plakativ und überspitzt vorzugehen, sondern lässt die charakterlichen Veränderungen nur ganz leicht durchschimmern und weiß so die Szenerie durch sein subtiles Spiel in jeder Sekunde an sich zureißen. Hoffman versinkt körperlich, mit seiner Haltung, seinem Gang, seiner Gestik, seiner Stimme und - wichtiger - ebenso geistig in Capote, indem er die psychischen Belastungen seiner Figur unterschwellig zur Geltung bringt. FAZIT: ''Capote'' ist meine persönliche Lieblingsbiografie. Er erstellt das großartige Porträt eines vielschichtigen, ambivalenten Menschen. Es gelingt ihm das Kunststück, das ganze Leben an dem Schlüsselereignis festzumachen und dabei die Charaktere unglaublich komplex aufzuziehen. Angefangen von den Dialoge, über die perfekten Schauspieler bis hin zu der einzigartig atmosphärischen Musik und Kameraführung. Dieser Film ist ganz großes Kino. Insbesondere die erste und die letzte halbe Stunde sind großartig. Wer die Ruhe des Films nicht mag, wird sich langweilen. Wer sich hingegen auf den Film einlassen kann, wird mit einem Kunstwerk entlohnt.
Hinzugefügt am 31.10.2010 um 15:00 Uhr Verstoß melden
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