roquairol
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2.5 - Na ja
Ein sehr spannender Stoff, gute Schauspieler und bestimmt auch ein ansprechendes Budget - da hätte man viel, viel mehr erwarten können.
Natürlich ist es ein sehr ambitioniertes Projekt, die Entstehung der CIA über einen Zeitraum von über 20 Jahren zu verfilmen. Zwischen verschiedenen Zeitebenen hin und her zu springen, ist dazu wohl der richtige Ansatz. Was dann aber an konkreten Fakten aufgetischt wird, ist sehr dürftig. Viele Handlungsstränge werden angerissen aber nicht konsequent verfolgt; der Zuschauer erhält schlicht zu wenige Informationen, so dass man gar nicht wirklich mitdenken kann/muss, sondern immer wieder vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Es treten sehr viele Figuren auf, die aber fast nicht entwickelt werden und kein Gesicht erhalten.
Stattdessen setzt De Niro den Hebel auf der persönlichen Ebene an, die Handlung ist um das Privatleben der Hauptfigur (glänzend gespielt von Matt Damon) gruppiert - Mother's Beziehungen zu Freundin, Frau und Sohn nehmen mehr Raum ein als die CIA. Bei einer so gross angelegten Thematik halte ich das an sich schon für einen Fehler. Hinzu kommt, dass diese Beziehungskisten grottenschlecht gemacht sind (bis auf die taube Freundin). Sie sind vorhersehbar, langweilig und schwarz-weiss gezeichnet. Jolie's Figur geht nicht auf, einmal ist sie das selbstbewusste, lebensfreudige Mädchen, dann die biedere Hausfrau. Dass der Sohn unbedingt seinen Papi bräuchte, weil er sonst emotional verwahrlost, wird in unzähligen, überdeutlichen Szenen gezeigt. Dass schlussendlich Mother's eigener Sohn die Schweinebucht-Infos ausgeplaudert hat, und alles was damit zusammenhängt (das ominöse Video; die Spionin/Braut, die aus dem Flugzeug geschmissen werden muss; die Szene in Afrika, wo dann Ulysses auftaucht), ist dann einfach nicht mehr ernst zu nehmen. Niemandem ist zu trauen, okay, aber wenn sich einer nach dem anderen teilweise auf plumpste Weise als Doppelagent entpuppt, dann geht es langsam auf die Nerven.
Insgesamt würde ich sagen, dass der Film intellektuell nicht anspruchsvoll ist. Gegenüber anderen Filmen mit ähnlich komplexer Thematik - etwa JFK, 13 Days oder Traffic) - hinkt er diesbezüglich meilenweit hinterher. Die Beziehungsprobleme sind schlecht dargestellt. Immerhin sorgen Schauspieler (auch die meisten Nebendarsteller sind gut) und Filmhandwerk (Musik, Bilder, Schnitt) für Pluspunkte.
Hinzugefügt am 11.07.2007 um 00:24 Uhr
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